An diesem Tag

Queen Mary 2

Transatlantikliner

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Die Queen Mary 2, kurz QM2 genannt, ist ein Transatlantikliner der Carnival Corporation & plc. Das Schiff wurde primär für die linienmäßige Transatlantikpassage entworfen, wird jedoch auch für Kreuzfahrten eingesetzt. Der Konzern betreibt das Schiff unter seiner Kreuzfahrtmarke Cunard Line. Die Queen Mary 2 ist das Flaggschiff der Cunard-Flotte und erinnert sowohl in ihrem Erscheinungsbild als auch durch die Gepflogenheiten an Bord an die Transatlantikliner des frühen 20. Jahrhunderts.

Nachdem auf der Transatlantikroute in den 1950er und 1960er Jahren der Schiffsverkehr durch Flugverkehr abgelöst wurde, ist die Queen Mary 2 der einzige heute aktive Transatlantikliner. Mit 148.528 BRZ vermessen (Wasserverdrängung 79.827 Tonnen) zählte sie bei ihrer Inbetriebnahme 2004 zu den größten Passagierschiffen der Welt. Mit einer Besatzung von 1.253 Personen bietet sie in 1.310 Kabinen Platz für bis zu 3.090 Passagiere (bei Maximalbelegung).

Am 8. Juni 1998 gab die britische Reederei Cunard den Bau eines neuen Transatlantikliners für die Bedienung der Route Southampton-New York bekannt, der auch für Kreuzfahrten einsetzbar sein sollte. Die Planungen sahen ein Schiff mit einer Tonnage von etwa 84.000 vor, das rund 2.000 Passagieren Platz bieten sollte. Nach dem Erfolg der Carnival Destiny (ca. 101.000 BRZ; Carnival Cruise Lines) und der Voyager of the Seas (ca. 137.000 BRZ; Royal Caribbean Cruises) beschloss Cunard, den Entwurf zu vergrößern.

Sechs Monate später veröffentlichte Cunard erste Details des ehrgeizigen Projekts, eines Schiffs, das der Queen Elizabeth 2 vergleichbar sein sollte. An der Ausschreibung beteiligten sich unter anderem die Werften Harland & Wolff (Nordirland), Aker Yards (Finnland), Fincantieri (Italien) und die Meyer Werft (Deutschland). Zu diesem Zeitpunkt waren die Auftragsbücher der europäischen Werften prall gefüllt, und es gab Gerüchte, dass das Schiff in Fernost erbaut werden könnte. Den Zuschlag zum Bau erhielt schließlich die französische Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire (Frankreich). Der Vertrag zum Bau wurde am 6. November 2000 unterzeichnet, bei dem die Dillinger Hütte den Zuschlag für die Stahllieferung bekam.

Der Bau der Queen Mary 2 begann mit dem Schnitt der ersten Stahlplatte am 16. Januar 2002. Unter der Baunummer G32 wurde der Kiel am 4. Juli 2002 im „Louis Joubert Lock“, auch bekannt als „Normandie Dock“, gelegt. Während der Bauzeit waren rund 20.000 Menschen direkt oder indirekt mit der Planung und dem Bau beschäftigt. Etwa 3.000 Werftarbeiter leisteten ca. 8 Millionen Arbeitsstunden für den Schiffsbau. 300.000 Einzelteile aus Stahl wurden zu 94 Sektionen gefügt, die dann im Baudock zusammengeschweißt wurden. Einzelne Sektionen hatten ein Gewicht von mehr als 600 Tonnen. Der Schornstein wurde am 12. März 2003 gesetzt. Am 16. März 2003 fand die traditionelle Münz-Zeremonie statt, bei der eine britische und eine französische Münze zum Zeichen erfolgreicher Zusammenarbeit im Rumpf eingeschweißt wurden. Am 21. März 2003 wurde das Baudock geflutet und der Ausbau des Schiffes fortgesetzt.

Die ersten Probefahrten der Werft wurden zwischen dem 25. und 29. September 2003 im Seegebiet vor Saint-Nazaire und den Inseln Île d’Yeu und Belle-Île durchgeführt. Während der zweiten Probefahrtenserie zwischen dem 7. und 11. November 2003 erreichte die Queen Mary 2 erstmals eine Geschwindigkeit von 30 Knoten (ca. 55 km/h). Am 15. November 2003 wurden die Arbeiten von einem Unfall überschattet, als eine Gangway einstürzte. Dabei kamen 15 Personen ums Leben, und 32 weitere wurden schwer verletzt.

Nur 38 Monate nach der Vertragsunterzeichnung und einer Bauzeit von weniger als zwei Jahren wurde die Queen Mary 2 am 22. Dezember 2003 an Cunard übergeben. Der Kaufpreis des Schiffes betrug über 800 Millionen US-Dollar. Damit war die Queen Mary 2 zum damaligen Zeitpunkt nicht nur das größte, sondern auch das bis dahin teuerste gebaute Passagierschiff der Welt. Der erste Kapitän des Schiffes war Commodore Ronald W. Warwick. Am zweiten Weihnachtstag traf die Queen Mary 2 in ihrem damaligen Heimathafen Southampton ein.

Am 1. Dezember 2011 änderte sich der Heimathafen: Die Queen Mary 2 ist seitdem in Hamilton auf den Bermudas zuhause. Die Beflaggung bleibt allerdings erhalten, da auch die Inselgruppe im Atlantik zum Vereinigten Königreich gehört. Der offizielle Grund für die Änderung ist die hohe Nachfrage nach Hochzeiten auf dem Kreuzfahrtschiff, die laut britischem Recht nicht möglich, auf den Bermudas aber erlaubt sind.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde die Queen Mary 2 am 8. Januar 2004 von Elisabeth II. getauft. Die Jungfernfahrt fand vom 12. Januar bis 26. Januar 2004 statt und führte von ihrem Heimathafen Southampton über Teneriffa, Gran Canaria, Barbados und die Amerikanischen Jungferninseln nach Port Everglades in Florida. Nach Fahrten in der Karibik und nach Rio de Janeiro folgte am 26. März die erste Atlantiküberquerung in östlicher Richtung. Am 16. April 2004 verließ das Schiff zum ersten Mal den Heimathafen Southampton mit Kurs auf New York. Auf der Rückreise, die am 25. April begann, wurde die Queen Mary 2 von der Queen Elizabeth 2 begleitet.

Seit April 2006 ist das „Brooklyn Cruise Terminal“ in Red Hook (Brooklyn) Ausgangs- bzw. Endpunkt der Transatlantikfahrten der Queen Mary 2, zuvor wurde das „Manhattan Cruise Terminal“ (Manhattan West Side auf Höhe der 50th Street) genutzt. Die klassische Transatlantik-Reise zwischen Southampton und New York City dauert sieben Tage.

Mittlerweile werden neben der klassischen Transatlantikroute abhängig von der Jahreszeit auch Kreuzfahrten in der Karibik und in europäischen Gewässern angeboten. Besondere Höhepunkte der Einsatzgeschichte des Schiffes:

Am 19. Juli 2004 besuchte die Queen Mary 2 zum ersten Mal den Hamburger Hafen und machte am Grasbrook-Terminal (heute Hamburg Cruise Center HafenCity) fest. Das Einlaufen in den Hafen wurde von mehr als 300.000 Zuschauern beobachtet (insgesamt 500.000 am Einlauftag). Aufgrund der nach diesem Besuch gestiegenen Buchungszahlen nahm Cunard eine Änderung der Reisepläne für 2005 vor. Sie läuft Hamburg inzwischen regelmäßig an und macht am Hamburg Cruise Center in der HafenCity fest. Während dieser Zeit findet unter dem Namen „Queen Mary 2 Day“ ein Rahmenprogramm statt.

Während der Olympischen Sommerspiele 2004 lag das Schiff als schwimmendes Hotel vor Piräus und diente unter anderem dem britischen Premierminister Tony Blair, dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush, dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und der amerikanischen Basketballnationalmannschaft als Unterkunft.

Nach der Umfahrung Südamerikas traf die Queen Mary 2 am 22. Februar 2006 erstmals auf die Queen Mary, die als Hotelschiff vor Long Beach (Kalifornien) liegt.

Am 10. Januar 2007 lief die Queen Mary 2 aus dem Hafen von Fort Lauderdale zu ihrer ersten Weltumrundung aus, die sie nach 81 Tagen wieder dorthin zurückführte. Am 20. Februar traf sie im Hafen von Sydney auf die Queen Elizabeth 2, die sich ebenfalls auf Weltreise befand. Dieses war das erste Treffen zweier Cunard-„Queens“ seit dem Kriegseinsatz der Queen Mary und der Queen Elizabeth im Jahr 1941. Weitere Stationen der Weltreise waren San Francisco, Sydney, Singapur, Hongkong, Dubai und Southampton.

Am 13. Januar 2008 trafen sich erstmals die Queen Mary 2, die Queen Elizabeth 2 und die Queen Victoria im Hafen von New York. Die drei Schiffe verließen, begleitet von einem großen Feuerwerk, gemeinsam den Hafen. Im Anschluss daran überquerten die Queen Elizabeth 2 und die Queen Victoria den Atlantik Seite an Seite.

Das letzte Zusammentreffen der drei Cunard-„Queens“ fand am 9. Mai 2014 im Hafen von Southampton statt.

Am 8. Mai 2010 war die Queen Mary erneut zum Hafengeburtstag in Hamburg. Die Reederei plante daraufhin häufigere Besuche der QM2 in Hamburg.

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