Queen ist eine 1970 gegründete britische Rockband. Ihre Besetzung mit Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon blieb zwei Jahrzehnte lang unverändert.
Die Musik der Gruppe ist durch große stilistische Vielfalt gekennzeichnet; alle vier Bandmitglieder waren wesentlich am Songwriting beteiligt und steuerten erfolgreiche Titel bei. Zu Queens bekanntesten Songs zählen das von Freddie Mercury komponierte We Are the Champions, Brian Mays We Will Rock You sowie The Show Must Go On, John Deacons Another One Bites the Dust sowie I Want to Break Free und Roger Taylors Radio Ga Ga sowie A Kind of Magic. Die Mercury-Komposition Bohemian Rhapsody belegte sowohl 1975 als auch 1991 viele Wochen lang die Spitze der britischen Singlecharts. Für diesen Titel, der Ballade und operettenhaft überzeichnete Gesangskapriolen sowie Hardrock in einem Song vereint, produzierte die Band eines der frühesten und stilprägenden Musikvideos.
Queen war kontinuierlich international erfolgreich: Sämtliche nach ihrem Durchbruch im Jahr 1974 veröffentlichten Studioalben erreichten Platz eins der Charts. Mit rund 200 Millionen verkauften Alben ist Queen eine der weltweit kommerziell erfolgreichsten Bands. In ihrer Heimat Großbritannien wurde allein ihr erstes Greatest-Hits-Album mehr als fünf Millionen Mal verkauft, was dort bislang unübertroffen ist. Mit mehr als 31 Millionen verkauften Exemplaren zählt es auch zu den weltweit meistverkauften Alben. Mit einem Verkauf von über sieben Millionen Einheiten ist Another One Bites the Dust die meistverkaufte Single der Band. Queen spielte in 16 Jahren mehr als 700 Konzerte.
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Im August 1963 begann Brian May zusammen mit seinem Vater seine erste E-Gitarre „Red Special“ zu bauen. Sie prägte später den typischen, unverwechselbaren Gitarrenklang von Queen. 1966 freundeten sich Tim Staffell und Farrokh Bulsara – der sich damals Freddie Bulsara und ab Anfang der siebziger Jahre Freddie Mercury nannte – an, beide studierten damals am Ealing College of Art.
1968 gründeten May (Gitarre, Gesang), Staffell (Leadgesang, Bass) und Roger Taylor (Schlagzeug, Gesang) die Gruppe Smile. Währenddessen schloss sich Mercury der Band Ibex aus Liverpool als Sänger an. Über seinen Freund Tim Staffell lernte er Smile kennen und wurde ein Fan der Band.
Im Februar 1969 nahm Smile an einem Festival in der Royal Albert Hall teil. Sie spielten dabei u. a. den späteren Queen-Titel See What a Fool I’ve Been. Mit Produzent John Anthony, der später Queens Debütalbum koproduzierte, nahm die Band in den Trident Studios die Titel Doin’ Alright, Earth und Step on Me auf. Die Single mit den beiden letztgenannten Titeln erschien im August bei Mercury Records in den USA. Das Label ermöglichte noch weitere Aufnahmen in den De Lane Lea Studios in London. Hier entstand u. a. das Stück Blag mit einem Vorgriff auf Mays späteres Brighton-Rock-Gitarrensolo.
Während May für Studienzwecke einige Monate auf Teneriffa war, verließ Staffell die Band Smile und ging zu Humpy Bong von Colin Petersen. Daraufhin schlossen sich May, Taylor und Freddie Mercury zur gemeinsamen Band mit dem Namen Queen zusammen.
Mit Mike Grose am Bass gab diese Formation, aufgrund der bereits erfolgten Werbung noch unter dem Namen Smile, am 27. Juni 1970 ihr Live-Debüt in Truro. Am 18. Juli trat die Band bei einem Konzert im Imperial College London erstmals als Queen live auf. Groses Nachfolger Barry Mitchell bestritt ab August einige Auftritte als Bassist von Smile, trennte sich allerdings Anfang des nächsten Jahres wieder von der Gruppe. Es folgte ein kurzes Gastspiel von Doug Bogie bis Februar 1971. Nach langem Suchen nach einem Bassisten komplettierte schließlich John Deacon das Line-up von Queen, das sich bis zu Mercurys Tod 20 Jahre lang nicht mehr änderte. Noch im selben Jahr nahm die Gruppe in den De Lane Lea Studios die ersten Demoaufnahmen mit fünf Titeln auf, die später auf ihrem ersten Album erschienen.
Im Februar 1973 nahm sie ihre erste BBC-Sitzung für John Peels Radiosendung Sounds of the ’70s auf (die 1989 auf dem Album At the Beeb veröffentlicht wurde). In den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen weiteren BBC-Sessions von Queen. Am 9. April 1973 fand die Pressevorstellung der Gruppe Queen im Londoner Marquee Club statt.
Der Trident-Produzent Robin Cable lud die Band zu Studio-Aufnahmen ein, was den Tontechnikern die Erprobung von Möglichkeiten erlaubte, den Phil-Spector-Sound nachzuahmen. Dabei entstand (ohne John Deacon) eine Cover-Version des Beach-Boys-Hits I Can Hear Music, die zusammen mit dem Dusty-Springfield-Titel Goin’ Back als Single veröffentlicht wurde. Da sich der Stil der Aufnahmen völlig von dem der Band unterschied, erschien diese drei Wochen vor Queens Debütalbum unter dem Pseudonym Larry Lurex, einer humorvollen Anspielung auf Gary Glitter.
Am 6. Juli 1973 wurde als Vorabauskopplung des ersten Albums die Single Keep Yourself Alive veröffentlicht, die keine Chartplatzierung erreichte. Eine Woche danach erschien das erste Album Queen, das Queens Musik der vergangenen drei Jahre repräsentiert. Im folgenden Monat begannen die Aufnahmen für das zweite Album. Im Herbst tourte Queen als Vorgruppe von Mott the Hoople durch Großbritannien und 1974 dann auch durch die USA. Im Oktober 1973 gab die Band außerdem ihr erstes eigenständiges Live-Konzert außerhalb Großbritanniens im Underground in Bonn-Muffendorf.
Die im Februar 1974 veröffentlichte zweite Single Seven Seas of Rhye erreichte in den britischen Charts Platz zehn und war Queens erster Hit. Im März unternahm die Band ihre erste große Tournee als Headliner durch Großbritannien. Im selben Monat wurde das zweite Album Queen II veröffentlicht. Die Band stellte damit ein Konzeptalbum mit einer weiten Auswahl verschiedener Arten von Musik vor: von Stücken im Stil der britischen Music Hall bis hin zu Heavy-Metal-Titeln und Balladen. Das Album erreichte Platz fünf der britischen Charts. Im September 1974 erhielt die Band ihre erste Silberne Schallplatte für mehr als 100.000 verkaufte Exemplare von Queen II.
Mit der vorab veröffentlichten dritten Single Killer Queen, in der das theatralische britische Varieté mit Brian Mays Gitarrensound verschmilzt, hatte die Band erstmals auch internationalen Erfolg. Die Platte erreichte in den US-amerikanischen Billboard-Charts Platz zwölf. In Großbritannien verfehlte die Single mit Rang zwei nur knapp die Spitze der Charts. Im November 1974 erschien das dritte Album Sheer Heart Attack, das in den britischen Charts ebenfalls Platz zwei erreichte.
Die im Oktober 1975 veröffentlichte Vorabsingle Bohemian Rhapsody wurde zum Weihnachts-Nummer-eins-Hit des Jahres und belegte neun Wochen lang Platz eins der britischen Charts; damit wurde Paul Ankas 1957 mit Diana aufgestellter Rekord eingestellt. Der von Freddie Mercury geschriebene Song unterscheidet sich durch seinen musikalisch ungewöhnlichen Aufbau und seine Länge von 5:55 Minuten von anderen Singles dieser Zeit. Bohemian Rhapsody gilt auch als Beginn einer neuen Ära der Musikvideos. Da die Band für einen Live-Auftritt bei der BBC keine Zeit hatte, wurde ersatzweise ein Kurzfilm gedreht, in dem die Band vielfach gespiegelt einen großen Chor für die Rhapsody darstellt. Das im November 1975 veröffentlichte A Night at the Opera erreichte als erstes Queen-Album die Spitze der britischen Charts. In den Vereinigten Staaten erhielt es dreimal Platin und brachte für Queen den kommerziellen Durchbruch.
Die beiden Alben A Night at the Opera und das im Dezember 1976 erschienene A Day at the Races, das ebenfalls Platz eins in den britischen Charts erreichte, können als Schwesterwerke betrachtet werden. Beide Titel beziehen sich auf Filmtitel der Marx Brothers, die Gestaltung der beiden Plattenhüllen ist komplementär: das erste weiß, das zweite schwarz, bei beiden erscheint als Titelbild das Queen-Logo. Auch in der Auswahl der Musik-Stile lassen sich Parallelen feststellen. Die Singleauskoppelungen waren das von der Gospelmusik beeinflusste Somebody to Love und der Hardrock-Song Tie Your Mother Down.