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Qiu Jin

Chinesische Revolutionärin (1875–1907)

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Qiū Jǐn (chinesisch 秋瑾; * 8. November 1875 in Xiamen, Bezirk Minhou, Provinz Fujian; † 15. Juli 1907 in Shaoxing, Provinz Zhejiang) war eine Ikone der chinesischen Revolution zum Ende der Qing-Zeit, Dichterin und frühe Feministin. Sie wurde nach einem fehlgeschlagenen Aufstand exekutiert. Sie gilt vielen als Märtyrerin und ist als „chinesische Jeanne d’Arc“ bekannt.

Ehrennamen: Xuánqīng (璿卿) und Jìngxióng (競雄)

Spitzname: Jiànhú Nǚxiá (鑑湖女俠)

Qiu Guijin wurde am 8. November 1875 in einer angesehenen, aber im Abstieg befindlichen Adelsfamilie in der südlichen Hafenstadt Xiamen geboren (einige Forscher gehen von 1877 aus). Sie war das jüngste Kind und einzige Tochter einer Beamtenfamilie aus Shaoxing (Zhejiang). Als ihr Großvater Qiū Jiā Hé einen hohen Beamtenposten (長官) in Xiamen erhielt, zog die gesamte Familie um. Da Xiamen zu dieser Zeit ein britischer Vertragshafen war, hatte ihr Großvater ständig mit den Briten zu tun und war deren Demütigungen ausgesetzt. Seine Verbitterung übertrug sich auch auf die junge Qiu Jin. Ihr Vater, Qiu Shounan, war Regierungsbeamter. Ihre Mutter, mit Nachnamen Shan, stammte ebenfalls aus einer angesehenen literarischen und regierungsnahen Familie. Mit ihrem älteren Bruder und ihrer jüngeren Schwester wuchs Qiu in Xiamen und ihrer Familie in Shaoxing in der östlichen Provinz Zhejiang auf. Allen Berichten zufolge hatte sie eine behütete Kindheit.

Zum Zeitpunkt ihrer Kindheit war China durch eine tief verwurzelte patriarchalische Gesellschaft geprägt, die den Platz einer Frau auf das Haus festlegte. Sie wurde gezwungen, ihre Füße zu binden, Näharbeiten zu lernen und – in Qius Augen am schlimmsten – sich einer arrangierten Ehe zu unterwerfen. Ihre Mutter Dāntài (單太), eine wohlhabende und gebildete Frau, brachte ihr das Lesen und Schreiben bei. Bereits als Mädchen schrieb sie Gedichte und studierte chinesische Kampfheldinnen wie Hua Mulan, wobei sie davon träumte, eines Tages ihren eigenen Namen in den Geschichtsbüchern zu finden. Mit elf Jahren lernte sie die klassischen Dichter kennen und war besonders von Du Fu fasziniert. Im Elternhaus ihrer Mutter trainierte sie auch das Reiten, den Schwertkampf sowie Hoch- und Weitsprung. Auf Fotos ließ sie sich gern mit einem japanischen Schwert abbilden. Ihr Leben lang empfand sie tiefe Dankbarkeit ihrer Mutter gegenüber und ließ nach deren Tod mit 62 Jahren einen Maler ein Bild von ihr anfertigen.

Im Alter von 21 Jahren wurde sie mit Wang Tíngjūn verheiratet. Er wurde durch Qius Vater für sie ausgewählt und war der Sohn eines reichen Kaufmanns aus der Provinz Hunan. 1903, sieben Jahre nach der Hochzeit, zog das junge Paar mit seinen zwei Kindern von Hunan nach Peking. Ihr Ehemann stellte sich als Alkoholiker heraus.

Für Qiu war das Leben in der kaiserlichen Hauptstadt entschieden weniger langweilig. Sie schloss Freundschaften mit gleichgesinnten Frauen und begann sich für Chinas politische Angelegenheiten zu interessieren. Sie unterließ das Füßebinden, trank reichlich Wein und experimentierte mit geschlechtsunkonformer Bekleidung und Schwertkampf.

Unbeirrt stieg Qiu zu einer frühen und erbitterten Verfechterin der Befreiung chinesischer Frauen auf, indem sie sich den vorherrschenden konfuzianischen Geschlechter- und Klassennormen widersetzte, indem sie sich dem Füßebinden und den für Frauen vorgesehenen Bekleidungskonventionen widersetzte und ihre junge Familie verließ, um eine Ausbildung im Ausland anzustreben.

Folgender Ausschnitt aus einem Gedicht Qius aus dem Jahr 1903 dokumentiert ihre Wahrnehmung der Stellung der Frau im alten China:

Mein Körper erlaubt mir nicht,

Mich unter die Männer zu mischen,

Aber mein Herz ist viel mutiger

Zur Zeit der Niederschrift des Gedichts war China ein in Nöte geratenes Reich; die Qing-Regierung befand sich in den letzten Zügen und litt unter dem Gewicht des internen bürokratischen Verfalls und des äußeren Drucks ausländischer Mächte. Doch die Frustration ihrer Ehe forderte einen tiefen Preis für ihre Psyche. Ihr Ehemann, so fühlte sie sich, sei unkultiviert und habe kein Interesse an Poesie oder Bildung. Mit der Unsicherheit der Zeit kamen Möglichkeiten für gebildete chinesische Frauen wie Qiu. Dadurch befand sich Qiu bald an der Spitze einer neuen Welle neuer Feministinnen, die glaubten, dass Frauenrechte und politische Revolution auf natürliche Weise Hand in Hand gingen.

Im Sommer 1904 traf Qiu, damals 28, eine mutige Entscheidung: Sie verließ ihren Ehemann und ihre beiden Kinder, verkaufte ihren Schmuck und segelte nach Japan (Aus diesem Grund nennen Forscher sie manchmal „Chinas Nora“, nach der Figur in Henrik Ibsens Stück Ein Puppenheim aus dem Jahr 1879). Sie fasste ihr Leben in einem Gedicht von 1904 mit dem Titel Bedauern: Zeilen, die auf dem Weg nach Japan geschrieben wurden zusammen:

Sonne und Mond haben kein Licht mehr, die Erde ist dunkel,

Unserer Frauen Welt ist so tief gesunken, wer kann uns helfen?

Den Schmuck verkauft, um diese Reise über die Meere zu bezahlen,

Abgeschnitten von meiner Familie verlasse ich mein Heimatland.

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