Das oder auch der Pub (/pʌb/, Mehrzahl: die Pubs) ist im Vereinigten Königreich, in Irland und in der französischen Region Bretagne eine Kneipe bzw. Gaststätte. Sie hat dort ihren festen Platz im sozialen Leben. Der Begriff leitet sich von Public House, einem der Öffentlichkeit zugänglichen Haus, ab.
Die Bezeichnung „Pub“ ist eine Erfindung des Viktorianischen Zeitalters und die Kurzform für „Public House“. Die Einrichtung hingegen geht auf die römischen Besatzer der Antike zurück, die ein weitläufiges Straßennetz errichteten, an deren Knotenpunkten sich Gasthäuser für Reisende ansiedelten.
Seinerzeit war es üblich, dass in den Dörfern einer der Bewohner das gesamte Dorf zu sich einlud, dort dann kochte und Getränke ausschenkte. Dadurch entstand der Begriff Public House. Das heutige Interieur verweist immer noch auf das damalige Aussehen: Holzmobiliar, Sofas und Teppiche luden zum gemütlichen Beisammensein ein, was sich im Vereinigten Königreich bis heute nicht verändert hat. Damit sich die Pub-Gesellschaften nicht durch hineinschauende „Gaffer“ gestört fühlten, wurden dunkel gefärbte Fensterscheiben verbaut.
Im siebten Jahrhundert nach Christus wurde erstmals von König Æthelberht von Kent eine Regelung hinsichtlich der Anzahl der Alehouses, wie sie damals hießen, und der Trinkgefäßgröße getroffen.
Drei Jahrhunderte später wurde von König Edgar ein spezielles Trinkgefäß mit einer Skala auf der Innenseite eingeführt. Dieses wurde herumgereicht und gemeinsam daraus getrunken. Jeder trank bis zum nächsten Strich (engl. Peg) und reichte dann das Gefäß weiter. Hatte er über den Strich hinaus getrunken, so nahm er dem nächsten das Bier weg. Daher die Redewendung „taking someone down a peg or two“.
Die nachfolgende Christianisierung übernahm viele Trinkrituale der heidnischen Kultur, und es wurde sogar extra Bier für kirchliche Feste, so genanntes „scot ale“, gebraut. Heimlich gebrautes Bier, für das die Abgaben an die Kirche hinterzogen wurden, wurde „scot free“ genannt. Im Mittelalter nahm die Trinkwasserqualität rapide ab (Seuchen, Abwässer von Gerbereien etc.), so dass Ale – wegen des Kochens der Würze während des Brauens – zum einzig sicheren Getränk wurde und so Alehouses eine noch wichtigere Rolle erhielten.
Mit der Zunahme des Handels und vor allem auch der Pilgerfahrten wurden immer mehr Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende gebraucht (siehe auch Gasthof und Geschichte des Reisens).
Alehäuser, vor allem jene von Mönchen geführten, boten bald auch Übernachtungsmöglichkeiten an. Das Inn war erfunden. Das älteste noch bestehende Inn in London ist das The George Inn in Southwark. Es wurde im Jahre 1542 erbaut, jedoch 1676 Opfer des Feuers, das in Southwark wütete. Im selben Jahr wurde es wieder aufgebaut. Das benachbarte Tabard, ebenfalls ein Inn, wird bereits im Jahre 1388 in den Canterbury Tales erwähnt. Dieses Pub wurde 1874 trotz massiver Proteste der Bevölkerung abgerissen. Eine Gedenkplakette in der Tabard Street weist auf das ehemalige Gasthaus hin.
Für Kirchenbauleute wurden oft von der Kirche eigene Übernachtungsstätten betrieben, welche danach nicht selten als öffentliche Inns weiterbetrieben wurden. Sie wurden vielfach nach der Kirche, die die Bauleute erstellten, benannt.
Unter Elisabeth I. (1558–1603) erlebte England einen Aufschwung des Handels und der militärischen Macht. Die Bevölkerung wuchs und die Städte nahmen an Zahl und Größe zu.
In den Städten dieser Zeit schenkten die Tavernen ursprünglich nur Wein aus. Im Gegensatz zum Alehouse, welches eine Lebensnotwendigkeit bot, waren die Tavernen der Freude und der Entspannung gewidmet. Die Armen der Stadt gingen ins Alehouse, um sich zu wärmen, billiges Essen zu bekommen und etwas nicht Krankmachendes zu trinken. Die Reichen gingen in die Taverne, um zu speisen und dem Wohlleben zu frönen. Die Taverne war aber keineswegs nur der romantisch verklärte gemütliche Ort mit offenem Feuer und gepflegter Unterhaltung. Trunkenheit war zu dieser Zeit nicht verpönt und viele zwielichtige Gestalten und Prostituierte gingen in den Tavernen ihrem Handwerk nach. Trotzdem waren die Tavernen das Herz der urbanen Kultur dieser Zeit.
Im Rahmen der Änderungen der sozialen Strukturen zum Ende des 18. Jahrhunderts begann der Niedergang der Tavernen. Alehouses verkauften nach Ende des Monopols auch Wein und die so genannten „Gin Palaces“ zogen das trinkfreudige Publikum ab. Auch wurde Trunkenheit für die mittleren Schichten zur Schande und war nicht mehr erstrebenswert. Die Oberklasse zog sich in ihre „Gentlemen’s Clubs“ zurück.
Nach dem englischen Bürgerkrieg, welcher 1642 begann und in dem für die Alehäuser, Tavernen und Inns eine Besteuerung eingeführt wurde, veränderten drei Getränke die Gewohnheiten der Briten. Nach Einführung des Kaffees (1650), Kakaos (1657) und Tees (1660) wurde im Jahre 1652 in London das erste Kaffeehaus eröffnet. (Dort in Cornhill steht heute das Jamaica Wine House.)
Im großen Feuer von 1666 gingen viele der historischen Holzhäuser des Mittelalters und der Tudorzeit verloren. Nach dem Brand mussten Häuser in London aus Stein oder Ziegel gebaut werden.
An die Zeit der Postkutschen (1657 wurde die erste regelmäßige Postkutschenverbindung zwischen London und Chester eingerichtet) erinnert man sich in England gerne als goldenes Zeitalter. Relikte aus dieser Zeit sowie Bilder romantischer Szenerien aus diesem Kontext sind auch bei neuen Pubs beliebte Dekorationsmaterialien.
Die geringe Reisegeschwindigkeit, die geringe Reichweite der Pferde (ca. 20 Meilen ~ 30 km) und die Notwendigkeit, die Pferde zu füttern und zu tränken, führten zur Gründung vieler Coaching Inns entlang der Postkutschenrouten. Entweder wurden die Inns entlang der Strecke umgebaut, oder es wurden neue errichtet. Diese boten auch eine gewisse Sicherheit gegen die allgegenwärtigen, heute zu Unrecht romantisch verklärten Räuber und Wegelagerer, welche die Postkutschen häufig überfielen.
Mit der Einführung des Postdienstes wurden die „Coaching Stations“, wie sie auch genannt wurden, dichter aneinander gebaut und die Pferde an diesen gewechselt statt sich auszuruhen, um eine höhere Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Der Postmann war standardmäßig mit einer Muskete und zwei Pistolen bewaffnet, was auch bitter nötig war. Das Betreiben eines solchen Inns war teuer und vor allem die Inns, welche nicht an End- oder Kreuzungspunkten von Strecken lagen, hatten ein hartes Brot. Der Standard der Inns war sehr uneinheitlich und oft beschwerten sich die Reisenden über Schmutz und stinkende Betten. Viele Wirte arbeiteten auch mit den Straßenräubern zusammen und gaben ihnen Tipps, welche Reisenden es sich auszurauben lohnte. Trotz dieser Widrigkeiten wuchsen die Ortschaften entlang der Strecken und die Inns wurden zum Handels-, Gerichts- und Festplatz der Umgebung. Die Inns waren oft mehrere Stockwerke hoch. Sie verfügten über bis zu 60 Betten und Platz für 50 Pferde. Es waren also für diese Zeit große Gebäude.
Während noch bei der Stockton and Darlington Railway die Pubs eine wichtige, wenn auch nicht gern gesehene Rolle im Betrieb spielten, führte dennoch das Aufkommen der Eisenbahn zu einem Wandel, der die Postkutschen mit zunehmender Ausbreitung verschwinden ließ. Daher gibt es nur noch ganz wenige Coaching Inns dieser Zeit. Sie gehören alle dem National Trust.