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Pu der Bär

Name einer literarischen Figur und eines Kinderbuchs

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Pu der Bär (englisch Winnie-the-Pooh) ist der Name einer literarischen Figur und eines Kinderbuchs des Autors Alan Alexander Milne. Milne entwickelte die Figur – einen Bären „von sehr geringem Verstand“ –, zwischen den Jahren 1924 und 1926, basierend auf einem Stofftier seines Sohnes. Das am 14. Oktober 1926 bei Methuen & Co. Ltd. (London) mit Illustrationen von E. H. Shepard mit dem Titel Winnie-the-Pooh erschienene Buch war ein sofortiger Erfolg. Bereits Anfang der 1930er Jahre war Pu der Bär international bekannt. Die Markenrechte wurden 1961 an die Walt Disney Company verkauft, welche mit ihrer Adaption Winnie Puuh ein Franchise aufbaute.

Alle Werke Milnes, in denen Pu der Bär und seine Freunde auftreten, wurden durch die Stofftiere seines Sohnes Christopher Robin Milne (* 21. August 1920; † 20. April 1996) inspiriert. Milne war bereits für seinen Kriminalroman Das Geheimnis des roten Hauses und regelmäßige Texte im Satiremagazin Punch bekannt, als er sich entschloss, Kinderreime zu schreiben. In der Punch-Ausgabe vom 13. Februar 1924 erschien das Gedicht „Teddy Bear“ – der erste Auftritt des noch „Mr. Edward Bear“ genannten Bären, der noch ohne seine fiktive Umgebung auskam. Es folgte die Kurzgeschichte „The Wrong Sort of Bees“, abgedruckt ab 24. Dezember 1925 in der Londoner Zeitung The Evening News. Sie gilt als erster „offizieller“ Auftritt von Pu dem Bären und wurde von Milne als erstes Kapitel des Buches wiederverwendet.

Das 1926 erschienene Buch Winnie-the-Pooh ist in zehn episodische Kapitel unterteilt, deren Handlung unabhängig voneinander ist. Im Mittelpunkt steht Winnie der Pu alias Pu der Bär – ein gutmütiger, etwas langsamer und vergesslicher Zeitgenosse –, der im Hundertsechzig-Morgen-Wald lebt, gern Honig nascht und kleine lustige Lieder singt:

Singt Ho! Der Bär soll leben! / Es ist mir egal, ob Schnee oder Regen, / Meine Nase riecht Honig auf allen Wegen! […] Singt Ho! Leben soll Pu! / Er braucht einen kleinen Mundvoll ab und zu! (Pu der Bär, Hamburg 1989, S. 111)

Pus bester Freund ist „Ferkel“ (englisch Piglet), ein ängstliches, niedliches Schweinchen. In und um den Hundertsechzig-Morgen-Wald leben außerdem:

Die altkluge Eule „Oile“ oder „Eule“ (englisch Owl)

Der depressive und schnell gelangweilte Esel „I-Aah“ (englisch Eeyore)

Kaninchen (englisch Rabbit), ein Kaninchen mit harter Schale, aber ausgesprochen weichem Kern

Die Kängurumutter „Känga“ (englisch Kanga) und ihr Junges „Klein-Ruh“ (englisch Roo) (stoßen in Kapitel 7 hinzu)

Der kleine Junge „Christopher Robin“, der ursprüngliche Adressat der Geschichten (basierend auf Milnes Sohn Christopher Robin Milne)

Unter dem Eindruck des großen Erfolgs des ersten Buches drängte Milnes Herausgeber ihn, eine Fortsetzung zu schreiben. Diese kam unter dem Namen „Pu baut ein Haus“ (englisch The House at Pooh Corner) im Jahr 1928 auf den Markt. Von ihrem Vorgänger unterscheidet sie sich vor allem durch die Einführung der Figur „Tiger“ bzw. „Tieger“ (englisch Tigger), der ungestüm – aber harmlos – ist. Im sechsten Kapitel des Buches wird das Spiel „Pustöcke“ (englisch „Poohsticks“) erfunden, bei dem Spieler Stöcke von einer Brücke werfen, um zu beobachten, wessen Stock schneller auf der anderen Seite zum Vorschein kommt. Das Spiel wurde in den folgenden Jahrzehnten so populär, dass ein lokaler Rotary Club in Abingdon seit 1984 jährlich Poohsticks-Weltmeisterschaften mit über 500 Teilnehmern an der Themse ausrichtet.

Über das Buch verstreut häufen sich Hinweise, dass Christopher Robin älter wird. Diese kulminieren im letzten Kapitel, als die Einwohner des Hundertsechzig-Morgen-Waldes erfahren, dass der Junge sie bald verlassen wird. Das Buch endet mit einer Abschiedsfeier, bei der indirekt klar wird, dass der Schulinternatseintritt Christopher Robins bevorsteht und er seine frühe Kindheit hinter sich lässt.

Weitere Werke und Übersetzungen

Vom selben Autor erschienen die Kindergedichtbände When we were very young (1924) und Now we are six (1927), die zum Teil auf demselben Figurenkosmos basieren. Alle vier Bände wurden von Ernest Shepard illustriert.

Die Geschichten um Pu wurden mit großem Erfolg in zahlreiche Sprachen übertragen; auf Deutsch, übersetzt von E. L. Schiffer, erschien Band 1 als Pu der Bär bereits 1928 im Verlag Williams & Co., Berlin, Band 2 als Wiedersehen mit Pu, übersetzt von Ursula Lehrburger erstmals im Verlag Dressler, Berlin 1954. 1987 erschien eine Neuübersetzung von Harry Rowohlt. Die beiden Gedichtbände wurden 1999 in einem gemeinsamen Band unter dem Titel Ich und Du, der Bär heißt Pu übersetzt.

2009 erschien ein von David Benedictus verfasster Folgeband mit dem Titel Return to the Hundred Acre Wood, der von A. A. Milnes Nachlassstiftung autorisiert ist. Er wurde von Harry Rowohlt ins Deutsche übersetzt und erschien als Pu der Bär – Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald beim Dressler Verlag. Die Fortsetzungsrechte liegen bei der Stiftung.

Der Autor A.A. Milne benannte den Bären nach einem Teddy seines Sohnes Christopher Robin Milne. Dieser nannte seinen Teddy Winnie-the-Pooh (was in der deutschen Version des Kinderbuches mit Pu der Bär übersetzt wird, in späteren filmischen Adaptionen durch Disney mit Winnie Puuh). In Milnes Kinderbuch Winnie-the-Pooh werden für den Namen und seine Bestandteile Winnie und Pooh verschiedene Erklärungen angegeben.

In der Einleitung zu Winnie-the-Pooh schreibt Milne, dass der Teddy eigentlich Edward Bear heiße, aber einen aufregenderen Namen für sich selbst wollte. Christopher Robin schlägt daraufhin Winnie-the-Pooh vor. Der zweite Namensbestandteil, Pooh, wird von Milne in der Einleitung zunächst auf einen Schwan zurückgeführt, den Christopher Robin einmal gehabt haben soll:

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