Die Präsidentschaftswahl in den USA von 1960 markierte das Ende der achtjährigen Präsidentschaft von Dwight D. Eisenhower. Eisenhowers Stellvertreter Richard Nixon, der dem Amt des Vizepräsidenten erstmals politisches Gewicht verliehen hatte, war der unumstrittene Kandidat der Republikaner, nachdem der einzige potentielle Konkurrent, Gouverneur Nelson Rockefeller aus New York, auf eine Kandidatur verzichtet hatte. Die Demokraten nominierten den Senator aus Massachusetts, John F. Kennedy. Bei der Wahl am 8. November 1960 gelang Kennedy dann ein knapper Sieg über Nixon.
Richard Nixon, der das Amt des Vizepräsidenten in den vergangenen vier Jahren politisch relevant gemacht hatte, gewann die Nominierung der Republikaner. Die Republikaner waren seit sechs Jahren im Kongress in der Minderheit, was den Demokraten einen Vorteil verschaffte.
Des Weiteren trat noch Barry Goldwater, ein US-Senator aus Arizona und erfolgloser Präsidentschaftskandidat bei der Wahl vier Jahre später, an.
Nach der Ratifizierung des 22. Amendments im Jahre 1951 konnte Präsident Eisenhower nicht nochmals zur Wahl antreten. Er war 1952 gewählt und 1956 bestätigt worden. 1960 war er weiterhin außerordentlich populär und viele Historiker sind der Meinung, hätte er für eine dritte Amtszeit kandidieren dürfen, hätte er jeden anderen Kandidaten inklusive Kennedy geschlagen.
1959 sah es danach aus, als hätte der bisherige Vizepräsident Richard Nixon in New Yorks Gouverneur Nelson Rockefeller einen ernsthaften Herausforderer. Der Gouverneur war der Anführer des moderat-liberalen Flügels der Republikaner. Nach einer Tour durch die USA zog er jedoch seine Kandidatur zurück, nachdem klar wurde, dass die große Mehrheit der Republikaner sich für Nixon entscheiden würde. Zwar erklärte er, bei einem etwaigen „Ruf“ des Parteitages zur Verfügung zu stehen, dieser erfolgte jedoch nie. Rockefeller hatte sich u. a. durch progressiven Ansichten und seine Warnung vor einer Unterwanderung der Partei durch extreme Gruppen wie die John Birch Society unbeliebt gemacht. Nach seinem Rückzug gab es keine ernstzunehmende Gegenkandidatur für Nixon mehr. Dennoch trafen sich beide Männer, um über ein künftiges Parteiprogramm zu sprechen, wobei Nixon einige der Ideen Rockefellers aufgriff. Auf der Convention der Republikaner 1960 in Chicago wurde Nixon mit überwältigender Mehrheit zum Präsidentschaftskandidaten gekürt, in seinem Grundsatzprogramm wurden die Vereinbarungen mit Rockefeller zum Teil wieder gestrichen. Der konservative Senator Barry Goldwater aus Arizona, der Nixons und Rockefellers Unterredung mit dem Münchner Abkommen verglich, bekam 10 Stimmen, obwohl er selbst nicht offiziell kandidiert hatte. Nixon nahm den früheren Senator für Massachusetts und Botschafter bei den Vereinten Nationen, Henry Cabot Lodge junior, als Vizepräsidentschaftskandidaten an.
Die folgenden demokratischen Politiker waren Kandidaten im Rennen um die Präsidentschaftswahl 1960. Mit Ausnahme von Kennedy, Lyndon Johnson, Hubert Humphrey, Stuart Symington und Adlai Stevenson waren alle anderen Kandidaten ohne realistische Chance auf die Nominierung.
Es bewarben sich ferner Ross Barnett, der Gouverneur von Mississippi, der kalifornische Gouverneur Pat Brown, Michael DiSalle, Gouverneur von Ohio, Paul C. Fisher, ein Geschäftsmann aus Pennsylvania, und New Jerseys Gouverneur Robert B. Meyner.
Anfangs versuchten einige frühere Parteigrößen, darunter Ex-Präsident Harry S. Truman, Kennedy davon zu überzeugen, dass er zu jung und unerfahren sei, um Präsident zu werden; man wollte ihn überreden, sich als running mate an der Seite eines erfahreneren Demokraten zur Verfügung zu stellen. Kennedy durchschaute diese Taktik seiner Kritiker, die ihn damit als Leichtgewicht darstellen wollten, und stellte unmissverständlich klar: „Ich kandidiere nicht für das Amt des Vizepräsidenten – ich will Präsident werden.“
Ein weitaus größeres Problem für Kennedy war die Tatsache, dass er Katholik war. Man erinnerte sich an den demokratischen – und ebenfalls katholischen – Kandidaten Alfred E. Smith, der 1928 ins Rennen um die Präsidentschaft ging und klar verlor. Smith war seinerzeit Opfer anti-katholischer Polemik geworden.
Viele fragten sich, ob Vorurteile gegenüber seiner Konfession Kennedys Chancen auf die Nominierung und die spätere Wahl mindern würden.
Um seine Wählbarkeit unter Beweis zu stellen, forderte Kennedy Hubert Humphrey, einen liberalen Senator aus Minnesota, in den Primarys von Wisconsin heraus. Obwohl Kennedy Humphrey in Wisconsin besiegte, zweifelten nach wie vor Parteigrößen daran, dass er genügend Anziehungskraft auf nicht-katholische Wähler hätte, da sein Sieg in großem Maße in vorwiegend katholisch geprägten Gebieten zustande kam.
Der nächste Wahlkampf, den beide Kontrahenten austrugen, fand im vorwiegend protestantisch geprägten West Virginia statt, in dem große Skepsis gegenüber allem Katholischen vorherrschte – so sagte man. Die Kampagne von Humphrey konnte finanziell nicht mehr aus dem Vollen schöpfen und daher nicht mit dem besser organisierten und finanzstarken Team von Kennedy mithalten. Kennedy ließ seine attraktiven Geschwister in großem Maße in seinen Wahlkampf einbinden, was Humphrey veranlasste zu sagen, er „fühle sich wie ein unabhängiger Kaufmann, der gegen eine Einzelhandelskette antritt“.
Kennedy gewann den Staat in den Vorwahlen erdrutschartig mit über 60 % der abgegebenen Stimmen. Anschließend verabschiedete sich Humphrey aus dem Rennen und Kennedy hatte den Sieg bekommen, den er brauchte, um die Partei davon zu überzeugen, dass ein Katholik in einem nicht-katholischen Staat gewinnen kann. In den kommenden Monaten vor der demokratischen Convention reiste Kennedy durchs Land und versuchte, Delegierte aus verschiedenen Staaten davon zu überzeugen, ihn zu unterstützen. Trotzdem fehlten Kennedy zu Beginn der Convention einige Dutzend Stimmen, um zum Kandidaten der Demokratischen Partei gekürt zu werden.
Staaten, die in den Vorwahlen gewonnen wurden:
von Kennedy: Illinois, Indiana, Maryland, Massachusetts (Heimatstaat), New Hampshire, Nebraska, Pennsylvania, Oregon, West Virginia, Wisconsin
von Humphrey: South Dakota, District of Columbia
von Brown: Kalifornien (Heimatstaat)
von Smathers: Florida (Heimatstaat)