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Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1940

Wahl

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Die 39. Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten fand am 5. November 1940 statt. Der amtierende Präsident Franklin D. Roosevelt von den Demokraten brach mit der Tradition und kandidierte für eine dritte Amtszeit. Er wurde von dem Wirtschaftsanwalt und politischen Quereinsteiger Wendell Willkie herausgefordert, der überraschend von den Republikanern nominiert wurde. Willkie, der dem liberalen Parteiflügel zuzurechnen war und eine internationalistische Ausrichtung der Außenpolitik forderte, setzte sich innerparteilich gegen eine Reihe konservativer und isolationistischer Republikaner durch.

Während die Amerikaner aufgerufen waren, einen neuen Präsidenten zu wählen, erholte sich das Land allmählich von der Großen Depression; in Europa war unterdessen der Zweite Weltkrieg ausgebrochen, in den die Vereinigten Staaten jedoch erst über ein Jahr nach der Wahl eintraten. Hauptthemen des Wahlkampfes waren daher die sich zuspitzende Situation in Europa und mögliche Auswirkungen auf die USA, die wirtschaftliche Lage des Landes sowie Roosevelts Bestrebung, ein drittes Mal gewählt zu werden. Trotz einer energischen Wahlkampagne Willkies siegte der Amtsinhaber am Ende mit komfortablem Vorsprung. In den folgenden Jahren führte Roosevelt sein Land durch den Zweiten Weltkrieg. Der unterlegene Herausforderer Willkie unterstützte den außenpolitischen Kurs des Präsidenten und unternahm während der Kriegsjahre in dessen Auftrag eine Reihe diplomatischer Missionen, was ihm (auch nach seinem frühen Tod am 8. Oktober 1944) großen Respekt einbrachte.

Der Demokrat Franklin D. Roosevelt war erstmals 1932 zum Präsidenten gewählt worden. Der republikanische Amtsinhaber Herbert Hoover erhielt nur 39,7 Prozent der Stimmen und 59 der 531 Wahlmänner. Roosevelts Wahlerfolg war in erster Linie der Unfähigkeit der republikanischen Regierung geschuldet, die als Große Depression bekannt gewordene Wirtschaftskrise zu beenden. Roosevelt setzte nach seinem Wahlsieg unter dem Schlagwort New Deal umfassende Wirtschafts- und Sozialreformen um. Dies umfasste eine weitgehende Regulierung der Finanzmärkte, Programme zur Linderung der humanitären Not, die Einführung einer Sozialversicherung sowie eines Mindestlohns und öffentliche Beschäftigungsprogramme. Im November 1936 wurde Roosevelt mit 60,8 % der Stimmen sowie den Wahlmännern von allen Bundesstaaten außer Maine und Vermont erdrutschartig wiedergewählt. Trotz der Reformen, die in der Bevölkerung großen Zuspruch erfuhren, erholte sich das Land ökonomisch nur schleppend und erlitt von Mitte 1937 bis Herbst 1938 sogar eine Rezession; die Arbeitslosenquote stieg von 14 auf etwa 17 Prozent. In Roosevelts zweiter Amtszeit nahmen die innerparteilichen Konflikte zu, da vor allem der konservative Flügel aus den Südstaaten die Politik des Weißen Hauses als zu liberal empfand. Unmut gab es vor allem über den Plan des Präsidenten, die Zahl der Richter am Supreme Court aufzustocken. Hintergrund war, dass der Gerichtshof, bis Ende der 1930er vorwiegend mit konservativen Richtern besetzt, eine Reihe von New-Deal-Initiativen gekippt hatte. Roosevelt beabsichtigte deshalb, das Stimmenverhältnis am Gericht durch Ernennung zusätzlicher liberaler Richter zu verändern.

Bei der Senatswahl 1938 gewann die Demokratische Partei sieben Sitze hinzu, bei der Wahl zum Repräsentantenhaus 81 Sitze (169 nach 88 bei der Wahl 1936) und baute ihre überwältigende Mehrheit in beiden Kammern damit noch weiter aus.

Die Außenpolitik spielte in den ersten sechs Jahren der Roosevelt-Regierung fast keine Rolle. Er normalisierte jedoch mit seiner „Politik der guten Nachbarschaft“ die Beziehungen zu vielen Staaten in Mittelamerika. Erst das zunehmend aggressive Verhalten des Deutschen Reiches war ab 1938/39 Thema öffentlicher Debatten. Trotz der kriegerischen Rhetorik Hitlers (sowie später seinem Einmarsch in Polen) stand ein Engagement der USA in Europa noch nicht zur Debatte. Roosevelt sprach 1937 davon, das Dritte Reich unter eine Art „politische Quarantäne“ zu stellen. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges waren Bevölkerung und Kongress mehrheitlich dem Isolationismus zugeneigt. Man erkannte in der aggressiven Politik des Dritten Reiches und des Japanischen Kaiserreiches keine Gefahr für das eigene Land. Man glaubte, eine Gefährdung sei allein aufgrund der großen geographischen Entfernung durch zwei Ozeane nicht gegeben. Selbst nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich im Mai und Juni 1940 erklärte Roosevelt, der damals im Wahlkampf der Präsidentschaftswahl am 5. November 1940 stand, öffentlich, die USA würden sich nicht an einem militärischen Konflikt beteiligen. Allerdings erklärte er sich mit dem Vereinigten Königreich solidarisch und sagte zu, dem Verbündeten Hilfe zukommen zu lassen. Vor dieser Präsidentschaftswahl unternahm er aber keine konkreten Schritte.

Während des Winters 1939/40 gab es in der amerikanischen Öffentlichkeit Spekulationen, ob Präsident Roosevelt mit der Tradition brechen und im Herbst 1940 für eine dritte Amtszeit kandidieren würde. Der 22. Verfassungszusatz, der eine gesetzliche Begrenzung auf zwei Wahlperioden vorsieht, wurde erst 1951 erlassen. Dennoch hatte bis 1940 kein Präsident mehr als zwei Amtsperioden absolviert. Roosevelt gab bis zum Frühjahr kein bindendes Statement ab, ob er nochmals antreten werde. Die sich zuspitzende außenpolitische Situation bewog ihn jedoch dazu, eine Bewerbung nicht mehr gänzlich auszuschließen. Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich erklärte der Präsident, die Nominierung der Demokraten anzunehmen, sollte sich seine Partei dazu entschließen, ihn nochmals aufzustellen. Viele Demokraten waren nun nicht nur zu dem Schluss gekommen, dass Roosevelt am besten geeignet sei, das Land in den Zeiten weltpolitischer Spannungen zu führen, sondern dass der beim Volk weiterhin sehr populäre Präsident auch die besten Chancen hatte, seiner Partei erneut zum Sieg zu verhelfen.

Auf dem Nominierungsparteitag am 18. Juli 1940 wurde Roosevelt von seinem eigenen Vizepräsidenten John Nance Garner herausgefordert. Garner war 1932 und 1936 an Roosevelts Seite aufgestellt worden, um das demokratische Wahlticket geographisch und ideologisch zu kompensieren. Der Vizepräsident stammte aus Texas und war ein konservativer Südstaaten-Demokrat. 1932 gab Garner seine eigene Präsidentschaftsbewerbung auf und empfahl seinen Parteitagsdelegierten die Wahl Roosevelts, der seinen vormaligen Rivalen daraufhin zu seinem Running Mate machte. Ab 1937 verschlechterte sich seine zuvor freundschaftliche Beziehung zum Präsidenten, als er dessen angestrebte Justizreform zur Aufstockung der Richterzahl am Supreme Court entschieden ablehnte. Auch mit dem New Deal konnte er sich nie richtig anfreunden. Eine dritte Amtszeit Roosevelts lehnte er entschieden ab und entschloss sich daher, selbst zu kandidieren. Dieses Unterfangen war jedoch zum Scheitern verurteilt, da sich Roosevelt auf dem Konvent mit klarer Mehrheit durchsetzte. Als Konsequenz wählte der Präsident einen neuen Running Mate aus. Er entschied sich gegen heftigen Widerstand aus den konservativen Südstaaten für seinen Landwirtschaftsminister Henry A. Wallace, einen bekennenden Liberalen.

Die Republikanische Partei war mit Beginn des Wahljahres gespalten. Innenpolitisch standen sich ein konservativer und ein liberal-progressiv bis gemäßigter Parteiflügel gegenüber. Die Konservativen forderten eine Rückkehr zur Laissez-faire-Politik wie in den 1920er-Jahren unter den Präsidenten Harding, Coolidge und Hoover sowie eine Revidierung des New Deal, da sie staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben ablehnten. Der liberal-progressive Flügel sprach sich für eine Beibehaltung vieler New-Deal-Programme aus, wollte ihn jedoch effizienter gestalten. In außenpolitischen Fragen waren die Republikaner ebenfalls gespalten. Mehrheitlich waren die führenden Köpfe der Partei Isolationisten, die das außenpolitische Engagement der USA auf ein Minimum beschränken wollten. Sie erteilten Forderungen der Briten unter Premierminister Winston Churchill eine Absage, das Vereinigte Königreich in seinem Krieg gegen das NS-Regime militärisch, etwa in Form von Ausrüstungs- und Waffenlieferungen, zu unterstützen.

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