Die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2002 fand am 21. April und 5. Mai statt.
Überraschend errang im ersten Wahlgang der Kandidat der rechtsextremen Partei Front National, Jean-Marie Le Pen, mehr Stimmen als der sozialistische Bewerber, der amtierende Premierminister Lionel Jospin, und zog damit statt Jospin in die Stichwahl gegen den wieder antretenden Amtsinhaber Jacques Chirac aus dem bürgerlich-rechten gaullistischen Lager ein. Um einen Sieg Le Pens zu verhindern, gaben für diesen zweiten Wahlgang auch weite Teile der linken Parteien eine Wahlempfehlung für Chirac; dieser wurde mit 82,21 % der Stimmen in eine zweite Amtszeit gewählt. Durch eine von Chirac selbst veranlasste Verfassungsänderung wurde er – wie seine Amtsnachfolger – dabei nur für fünf Jahre gewählt, während sein erstes Mandat wie diejenigen seiner Vorgänger sieben Jahre gedauert hatte.
Am 4. April 2002 stellte der Verfassungsrat die offizielle Liste der zugelassenen Kandidaten fest. Die Reihenfolge innerhalb dieser Liste wurde durch Los bestimmt.
Bruno Mégret, Mouvement national républicain (rechtsextrem)
Corinne Lepage, Chefin der Cap21, Citoyenneté Action Participation pour le XXIe siècle (grün)
Daniel Gluckstein, Parti des travailleurs (PT) (trotzkistisch)
François Bayrou, Union pour la démocratie française (zentristisch)
der amtierende Präsident Jacques Chirac, Rassemblement pour la République (RPR) (liberal-konservativ)
Jean-Marie Le Pen, Front national-Vorsitzender, trat zum vierten Mal als Präsidentschaftskandidat für die FN an (rechtsextrem)
Christiane Taubira, Parti radical de gauche (linksliberal)
Jean Saint-Josse, Chasse, pêche, nature, traditions (CPNT, deutsch: Jagen, Fischen, Natur, Traditionen) (rechtskonservativ)
Lionel Jospin, Parti socialiste (PS) (sozialdemokratisch)
Christine Boutin, Forum des républicains sociaux (FRS) (christdemokratisch)
Robert Hue, Generalsekretär des Parti communiste (PCF) (eurokommunistisch)
Jean-Pierre Chevènement, Mouvement des citoyens (MDC) (links-souveränistisch)
Alain Madelin, Démocratie libérale (rechtsliberal)
Arlette Laguiller, zum fünften Mal Präsidentschaftskandidatin des Lutte Ouvrière (trotzkistisch)
Olivier Besancenot, Ligue communiste révolutionnaire (LCR) (trotzkistisch)