An diesem Tag

Postauto

Öffentlicher Bus der Schweizer Post

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Als Postauto werden hauptsächlich in der Schweiz die motorisierten Nachfolger der Postkutsche bezeichnet. In anderen Ländern ist der Ausdruck Postbus gebräuchlich.

War früher die Verbindung von Post- und Personentransport üblich, liessen sich diese Bedürfnisse immer schlechter aufeinander abstimmen, sodass die Posttransporte gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend vom öffentlichen Verkehr getrennt wurden. Dies galt nicht nur für die Postautos, sondern auch für andere konzessionierte Buslinien und ebenfalls für die Eisenbahn. Bereits etwas früher wurde auch der Expressgut- und Stückguttransport aus dem öffentlichen Verkehrssystem herausgelöst. Diese Trennung zeigte sich auch in der rechtlichen Ausgestaltung der PostAuto AG als 100-prozentige Konzerngesellschaft der Schweizerischen Post. Nach wie vor werden in peripheren Regionen Poststellen durch Postautos mit Post beliefert.

Das erste Postauto verkehrte am 1. Juni 1906 von Bern nach Detligen. Aus Armeebeständen wurden nach dem Ersten Weltkrieg 100 Lastwagen beschafft. Diese wurden mit Postautokarosserien (Cars alpins) versehen. 1919 folgten am Simplon die Fahrten über die Alpenpässe. Die Schweizerische Reisepost, wie der Postautodienst bis in die 1990er Jahre hiess, ersetzte nach und nach die Pferdeposten durch Postautos, erschloss aber dank des Monopols (Postregal, siehe oben) auch zahlreiche neue Gebiete. 1930 war die Pferdepost fast bedeutungslos geworden. Auf 94 Linien vom 596 km Gesamtlänge wurden nur noch 0,6 % der Reisenden befördert. Die letzte Pferdepost verkehrte bis 1961 zwischen Cresta und Juf im Kanton Graubünden.

Die Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe (PTT) hielten einen Teil der Fahrzeuge selbst. Diese Busse trugen wie alle der Post gehörenden Autos Kontrollschilder mit dem Vermerk «P» anstelle der üblichen Kantonsabkürzung. Mehrheitlich vergaben die PTT den Transportauftrag privaten Busunternehmern, den Postautohaltern. Diese Geschäftspolitik wird noch heute aufrechterhalten. Die Postautos hatten grösstenteils am Heck eine Tür, damit das Transportgut der Post einfacher ein- und ausgeladen werden konnte. Sie waren zumeist Schweizer Fabrikate von Saurer, Berna und FBW. Dazu kamen ähnliche Busse von Mercedes und Volvo. Sie wurden in den 1990er Jahren flächendeckend von moderneren Bussen abgelöst.

Infolge der COVID-19-Pandemie verzeichnete Postauto im Jahr 2020 einen Einbruch im Personenverkehr von rund 25 Prozent.

Ein Postauto ist charakterisiert durch seine gelbe Lackierung. Die Detailgestaltung des Anstrichs und der Aufschriften variierte über die Jahrzehnte. Derzeit besteht sie aus gelbem Fahrzeugrumpf, roter, umlaufender Linie an der Fensterunterkante, weissem Dach und einem grossen, stilisierten Posthorn an den Seitenflächen.

Stark mit dem Postauto in Verbindung gebracht wird auch das charakteristische Dreiklanghorn, dessen Tonfolge aus dem Andante der Ouverture zu Rossinis Wilhelm Tell stammt und die Töne cis-e-a in A-Dur umfasst. Das Dreiklanghorn wird im Linienverkehr auf Bergpoststrassen zur Signalgebung oder Warnung benutzt, zum Beispiel vor unübersichtlichen Kurven; auch Busse anderer konzessionierter Unternehmen dürfen es für diesen Zweck verwenden. Im Dreiklanghorn lebt die Tradition des Posthorns weiter. Die Postautos und anderen Busse auf Bergpoststrassen sind neben Polizei- und Rettungsfahrzeugen die einzigen Motorfahrzeuge in der Schweiz, für die Mehrklanghörner zugelassen sind. Im Verkehr dürfen Posthörner nur auf den Strassen mit dem gelben Horn auf blauem Grund zum Einsatz kommen, wobei nicht klar ist, wie viele dieser Strassen es gibt. Statistiken dazu gibt es nicht.

Mit dem Einbruch in neue Märkte, zum Beispiel den Betrieb von Ortsbussen, gab es auch Postautos in anderen Farben. Eine neue Entwicklung setzte ein, als der Kanton Aargau von allen Bus- und Schmalspurbahnunternehmen verlangte, ihren Fahrzeugen ein einheitliches weisses Erscheinungsbild mit schwarz-rot-blauen Streifen zu verpassen, um die Zugehörigkeit zum Tarifverbund A-Welle zu dokumentieren. Dieses neue Farbkonzept löste allerdings bei vielen Aargauern Empörung aus. Durch die Kompetenzübertragung vom Kanton Aargau an den A-Welle Rat wird es neu den Transportunternehmungen überlassen, entweder das A-Welle-Design oder ihr eigenes Erscheinungsbild (mit A-Welle Signet) anzuwenden. PostAuto beschafft demnach die neuen Fahrzeuge wieder im traditionellen Postgelb.

PostAuto (französisch CarPostal, italienisch AutoPostale, rätoromanisch AutoDaPosta) ist ein Konzernbereich der Schweizerischen Post. Dieser ist wie folgt strukturiert:

Markt Schweiz mit den Regionen Bern, Nordschweiz, Wallis, Westschweiz, Graubünden, Ostschweiz, Tessin, Zentralschweiz, Zürich sowie die PostAuto Liechtenstein Anstalt

Markt International, umfassend zehn Tochtergesellschaften in Frankreich, eine in Liechtenstein

Kommunikation und Public Affairs

Das Schweizer Geschäft des Konzernbereichs, der ebenfalls für die Führung der Gesellschaften in Frankreich und im Fürstentum Liechtenstein verantwortlich ist, läuft seit Februar 2005 unter eigener Rechtspersönlichkeit als PostAuto Schweiz AG (seit 2019: PostAuto AG) mit Sitz in Bern.

PostAuto betreibt als konzessioniertes Transportunternehmen in der Schweiz aktuell 869 Postautolinien mit 2193 Postautos. Auf dem Liniennetz von 11'869 km werden jährlich rund 141 Millionen Passagiere befördert. Die Linien werden entweder durch eigenes Personal der PostAuto AG (Regiebetriebe) oder durch die rund 150 Auftragnehmer die sogenannten PostAuto-Unternehmen mit eigenem Personal betrieben. Die PostAuto AG beschäftigt 2287 Personen/FTE (administratives Personal und Fahrpersonal), die nach privatrechtlichem Gesamtarbeitsvertrag angestellt sind. Bei den PostAuto-Unternehmen sind 1628 Personen (FTE) beschäftigt.

PostAuto bietet umfassende Dienstleistungen im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Personenverkehr an:

PostAuto: Linienverkehr (Ortsverkehr, Regionalverkehr, Fernverkehr, Ausflugsverkehr)

PubliCar: Rufbussystem für schwach besiedelte Gebiete

PubliRide: PubliRide ist das gemeinsame regionale Mitfahrnetzwerk von PostAuto und flinc AG. Es vereint Fahrgemeinschaften und den öffentlichen Verkehr.

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