Die PlayStation 4 (kurz PS4) ist eine stationäre Spielkonsole von Sony Interactive Entertainment LLC (bis April 2016: Sony Computer Entertainment Inc.). Sie wurde als Nachfolger der PlayStation 3 am 20. Februar 2013 auf einer Pressekonferenz von Sony vorgestellt. Die Markteinführung erfolgte am 15. November 2013 in Nordamerika und am 29. November 2013 in Europa, Südamerika und Australien. Die PlayStation 4 steht in direkter Konkurrenz zu Microsofts Xbox One sowie Nintendos Wii U und Nintendo Switch. Die PlayStation 4 ist die insgesamt sechste Spielkonsole der Marke PlayStation, ausgenommen Hardware-Revisionen. Am 8. Oktober 2019 wurde der Nachfolger PlayStation 5 angekündigt, die schließlich im November 2020 erschien.
Die PlayStation 4 sieht einen umfangreichen Austausch mit sozialen Netzwerken vor und zielt außerdem auf eine verstärkte Interaktion mit anderen Endgeräten und Dienstleistungen ab, was unter anderem die Möglichkeit beinhaltet, stationäre Konsolenspiele offline auf der PlayStation Vita zu spielen („Remote Play“) sowie die Funktion, sein Gameplay online für Freunde zu streamen („Share Play“). Erstmals erfuhr auch der Controller der PlayStation-Konsolenreihe ein neues Design und erhielt zahlreiche neue Funktionen, unter anderen verbesserte Steuerungsknöpfe, einen „Share“-Button, der es Spielern ermöglicht, Screenshots und Gameplay-Aufzeichnungen zu tätigen und ein interaktives Touchpad, welches in einigen Spielen beispielsweise zum Heranzoomen der Karte fungiert.
Die Kritiken aus der Fachpresse zur PlayStation 4 waren äußerst positiv, so wurde Sony vor allem für die zahlreichen Umsetzungen von Kundenwünschen, das Unterstützen von kleineren Drittherstellern sowie das weniger strenge Digital Rights Management im Vergleich zu dem von Microsoft gelobt.
Am 7. September 2016 gab Sony bekannt, dass es zwei neue Versionen der PlayStation 4 geben wird; eine schlankere, stromsparendere, leisere und leichtere Variante namens PlayStation 4 Slim (kurz: PS4 Slim), die das Ur-Modell der PS4 ersetzen soll, erschien am 15. September 2016 zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299,99 Euro (100 Euro weniger als die PS4). Eine kostenintensivere und leistungsstärkere Variante der PS4 bzw. PS4 Slim namens PlayStation 4 Pro (kurz: PS4 Pro) erschien am 10. November 2016 zu einem Preis von 399,99 Euro, welche sowohl über einen stärkeren Grafikprozessor als auch eine höhere Taktfrequenz der CPU verfügt, was neben weiteren meist visuellen Features auch das Spielen von einigen Titeln in UHD-Auflösung (3840 × 2160 Pixeln) ermöglicht. Die PS4 Pro soll laut Sony nicht die PS4 Slim ersetzen, sondern lediglich die Produktpalette des Konzerns erweitern.
Mit weltweit über 106 Millionen verkauften Einheiten (Stand: 31. Dezember 2019) und 108,9 Millionen ausgelieferten Einheiten (Stand: 4. Februar 2020) gilt die PlayStation 4 in der letzten Konsolengeneration momentan als die Konsole mit der größten Anwenderbasis und ist die fünftmeistverkaufte Spielkonsole.
Die Entwicklung der Konsole mit dem offiziellen Codenamen „Jedai“ begann bereits im Jahr 2008. Die Funktion des leitenden Architekten übernahm der US-amerikanische Spielentwickler und Programmierer Mark Cerny. Zwei Jahre zuvor, 2006, brachte Sony die PlayStation 3 aufgrund von Lieferschwierigkeiten im Vergleich zur konkurrierenden Xbox 360 von Microsoft mit einem Jahr Verzögerung in den Handel. Dies hatte bei der Veröffentlichung einen Rückstand von über zehn Millionen verkauften Einheiten zur Folge. In einem Interview aus dem Jahr 2011 bezeichnete Jim Ryan, CEO von Sony Computer Entertainment Europe, den verspäteten Marktstart als Fehler und betonte, ein solches Szenario zukünftig vermeiden zu wollen. Insgesamt war die PlayStation 3 trotz über 77 Millionen verkauften Einheiten zum Zeitpunkt der Ankündigung der PlayStation 4 im Januar 2013 deutlich weniger erfolgreich als die beiden Vorgängerkonsolen PlayStation und PlayStation 2 mit 102,49 bzw. über 155 Millionen verkauften Einheiten.
Die offizielle Vorstellung der PlayStation 4 erfolgte weiterhin vor dem Hintergrund, dass ein Nachfrageeinbruch im TV-Segment sowie ein starker Yen Sony seit 2008 große Verluste beschert hatten. Der Konzern hatte darauf mit mehreren Umstrukturierungsmaßnahmen und Mitarbeiterentlassungen reagiert, am 1. April 2012 trat der langjährige PlayStation-Leiter Kazuo Hirai die Nachfolge des scheidenden Konzernchefs Howard Stringer an. Trotzdem senkte die Ratingagentur Fitch im November 2012 die Bonitätsnote des Unternehmens auf „BB“, eine Kennzeichnung für spekulative, möglicherweise verlustbehaftete Anleiheninvestments. Dem Erfolg der neuen Konsole wurde daher eine große Bedeutung für die weitere Zukunft des gesamten Konzerns zugesprochen.
Anfang 2013 gelangten über einen Leak die genauen technischen Daten ins Internet. Die Daten wurden später weitgehend bestätigt. Auch die ungefähre Form des Controllers war seit dem 14. Februar 2013 bekannt, wobei es sich bei dem aufgetauchten Bildmaterial um die Aufnahme eines noch nicht finalen Prototypen handelte. Zuvor hatten sich Gerüchte um einen Nachfolger der PlayStation 3 bereits zunehmend verdichtet.
Ankündigung und Enthüllung auf der E3
Am 31. Januar 2013 stellte Sony im offiziellen PlayStation-Blog einen Teaser unter dem Namen „See the Future“ online, der ein PlayStation Meeting für den 20. Februar 2013 ankündigte. Die Konferenz fand im Manhattan Center in New York City statt. Obwohl der eigentliche Anlass der Veranstaltung bis zu Beginn unbekannt blieb, rechnete die Presse fest mit der Ankündigung von Sonys nächster Heimkonsole. Sony und weitere Third-Party-Entwickler zeigten Technikdemos, welche die Physik- und Grafikleistung der Konsole unter Beweis stellen sollten, als auch zukünftige Spieletitel. Was viele Menschen überraschend fanden, war die angekündigte Verwendung von 8 Gigabyte an damals kostspieligem GDDR5-Speicher. Zuvor war von Experten ein solches Szenario aus Kostengründen noch ausgeschlossen worden. Man zeigte den DualShock-4-Controller, nicht jedoch das Design der stationären Hardware, da dieses zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt war. Der Release der Konsole wurde für das 4. Quartal 2013 angekündigt.
Nach der Ankündigung sank die Sony-Aktie geringfügig um etwa 1,77 Prozent. Die Ratingagentur Fitch bezweifelte öffentlich, ob die Konsole den aktuellen Rating-Status des Unternehmens verändern könnte. In der Presse wurde insbesondere kritisiert, Sony hätte nicht das Gehäuse der PS4 und somit auch nicht die eigentliche Konsole präsentiert. Im Gegensatz dazu zeigte sich das Finanz- und Beratungsunternehmen Wedbush Securities beeindruckt von der Präsentation und lobte den Fokus auf Spiele. Insgesamt wurde der Vorstellung eine große mediale Aufmerksamkeit zuteil. So wurde der offizielle PS4-Teaser zum meistangesehenen Video auf der Onlineplattform YouTube im Monat Februar, ein Zusammenschnitt der Konferenz wurde sogar zum meistangesehenen Video des Jahres 2013.
Das Gehäuse der Konsole wurde auf der Electronic Entertainment Expo 2013 in Los Angeles enthüllt. Nur wenige Stunden nach dem Auftritt der Firma Microsoft wurde zudem der Preis der Konsole von 399,99 US-Dollar bekannt gegeben und damit deren konkurrierende Heimkonsole, die Xbox One, um 100 US-Dollar unterboten. Sony nutzte außerdem die Möglichkeit, sich offensiv für die Möglichkeit zum Offline-Betrieb sowie einen freien Handel mit Gebrauchtspielen auszusprechen. Beides sollte zum damaligen Zeitpunkt aufgrund eines DRM-Systems auf der Xbox One nicht beziehungsweise nur sehr eingeschränkt möglich sein. Microsoft verwarf diese Pläne jedoch nur wenige Wochen später aufgrund massiver Kritik.
Die PlayStation 4 wurde schließlich Mitte November 2013 zuerst in den USA veröffentlicht. Europa (Ende November), große Teile Asiens und Australien folgten wenige Wochen später. Sony veröffentlichte damit weitgehend gleichzeitig mit Microsoft.
Der Absatz lag zwei Wochen nach der Markteinführung deutlich über dem der Vorgängerkonsole im selben Zeitraum. Zudem war das Gerät vielerorts vergriffen, da Sony die hohe Nachfrage nicht decken konnte. Eine flächendeckende Vollversorgung erreichte Sony erst im Frühsommer 2014. Der anfängliche Verkaufserfolg wurde vor allem durch den vergleichsweise niedrigen Preis sowie den langen Lebenszyklus der Vorgängerkonsole begründet.