An diesem Tag

Pittsburgh

Stadt im Südwesten des US-Bundesstaates Pennsylvania

Anúncio

Pittsburgh [ˈpɪtsbɝɡ] ist eine Großstadt im Südwesten des US-Bundesstaates Pennsylvania. Sie liegt im Bereich des Appalachen-Plateaus rund 45 Kilometer von der Grenze zu Ohio entfernt in einem Talkessel am Zusammenfluss des Monongahela River und des Allegheny River zum Ohio River. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 302.971 ermittelt. Sie ist die größte Stadt in der Industrieregion der Appalachen und nach Philadelphia die zweitgrößte Stadt in Pennsylvania.

Pittsburgh ist Sitz des Allegheny County und wirtschaftlicher, politischer und kultureller Mittelpunkt der Pittsburgh Metropolitan Statistical Area, des wiederum nach Philadelphia zweitgrößten Ballungsraums in Pennsylvania mit rund 2,36 Millionen Einwohnern (2010).

Die Geschichte der Stadt begann 1758 zur Zeit des Siebenjährigen Krieges, als hier ein britisches Fort unter dem Namen Fort Pitt, benannt nach William Pitt, 1. Earl of Chatham, erbaut wurde. Aufgrund der günstigen Lage an den Flüssen und der nahegelegenen Erz- und Kohlevorkommen wuchs die Stadt im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Standort der US-Stahlindustrie heran, die die Stadt bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägte.

Seit der Stahlkrise der 1970er Jahre durchlief Pittsburgh eine anhaltende Phase des Strukturwandels, die von erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekennzeichnet war. Der Versuch, die negativen Folgen zu begrenzen und die Stadt auf eine neue ökonomische Basis zu stellen, verlief im Vergleich zu anderen Industriestädten im Rust Belt überdurchschnittlich erfolgreich, sodass Pittsburgh in den USA heute als Musterbeispiel für gelungenen Strukturwandel gilt.

2009 fand in Pittsburgh der G20-Gipfel statt.

Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Flüsse Allegheny und Monongahela im Südwesten Pennsylvanias, die hier den Ohio River bilden. Durch Stauwehre und Schleusen sind alle drei ganzjährig schiffbar. An der Stelle des Zusammenflusses kommt zudem der unterirdische Strom Wisconsin Glacial Flow zutage und speist eine Fontäne. Wichtige Rohstoffe der Region sind Steinkohle (überwiegend historisch) und Erdgas.

Die ersten europäischen Bauwerke entstanden im Zusammenhang mit den britischen und französischen Hegemonialbestrebungen in der Mitte des 18. Jahrhunderts während des Franzosen- und Indianerkriegs (Siebenjähriger Krieg) (1756–1763). Das französische Fort Duquesne wurde 1754 am Zusammenfluss der Flüsse Allegheny und Monongahela errichtet, nachdem die Franzosen dort britische Soldaten vertrieben hatten, die mit dem Bau einer Befestigung begonnen hatten. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Position spielte Fort Duquesne in diesem Krieg eine Schlüsselrolle und war mehrfach umkämpft. Nachdem die Franzosen noch 1754 einen ersten Angriff von britischen Soldaten unter George Washington und 1755 eine zweite großangelegte Offensive in der Schlacht am Monongahela hatten abwehren können, räumten und zerstörten sie das Fort 1758, als eine britische Übermacht anrückte. Das Camp der Briten wurde nach dem damaligen britischen Premierminister William Pitt Pittsburgh benannt und das Fort wiederaufgebaut als Fort Pitt. Während des Pontiac-Aufstands (1763–1764) widerstand das Fort erfolgreich einer Belagerung durch ein Indianerheer.

Die Siedlung wuchs schon bis 1816 zur Stadt. Vom frühen 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg war die größte Gruppe von Einwanderern deutschsprachig; unter ihnen viele Auswanderer aus dem Rheinland, aus Hessen-Darmstadt (s. bspw. Pferdsbach) und aus Schwaben. Es gab in der Zeit bis zu vier deutschsprachige Tageszeitungen in der Stadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine verstärkte Industrialisierung ein und bis zum Ende des Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zum Schwerpunkt der Stahlerzeugung der USA. US Steel war zeitweise das größte Industrieunternehmen und der größte Stahlerzeuger der Welt. Indes organisierten sich die Arbeiter in der Gewerkschaft Knights of Labor. Ihre Local Assembly 300 setzte closed-shop durch. So durften Glasfabrikanten nur noch Gewerkschafter beschäftigen. Damit das so blieb, regelten sie auch die Einwanderung durch Partnergewerkschaften in Europa, so etwa in Charleroi.

Für einen kurzen Zeitraum von 1891 bis 1911 wurde der Name der Stadt offiziell ohne h geschrieben. Einen Eindruck von der Bedeutung der Stadt bereits am Beginn des Aufstiegs der USA zur mächtigsten Industrienation der Welt vermittelt ein Lexikoneintrag von 1910:

„Pittsburg [sic], Stadt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Pennsylvania, Hauptort des County Alleghany, am Zusammenfluss des Alleghany und Monogahela, welche hier den Namen O h i o erhalten, nordwestlich von Washington, in günstiger Handelslage, einem reichen Kohlenrevier und an der Südgrenze des Petroleumdistrikts, 321.616 Einwohner. Post. Telegraph. Eisenbahnstation. Petroleumraffinerien, über 60 Eisengiessereien, viele andere großartige Eisenwerke, viele Walzwerke und große Fabriken für Nägel, Glas, Papier, Bleiweiss, Baumwollspinnereien und -weberei, Brauereien, Gerbereien, Kanonengiesserei, Kupferwalzwerk und -schmelzerei, Dampfmaschinenbauwerkstätten, überhaupt ist P. als Fabrikstadt eine der bedeutendsten der North American United States und wird das „Birmingham der Vereinigten Staaten“ genannt. Im Umkreis sind über 140 Kohlengruben in Betrieb. Westernuniversität von Pennsylvania (1819 gegr.), theolog. Seminar (1828 gegr.). Dampfschifffahrt auf dem Ohio und Mississippi. Banken, beträchtlicher Handel.“

Pittsburgh erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg eine umfassende Stadterneuerung, die als Renaissance I bekannt ist. Die zuvor für ihre industrielle Produktivität und starke Luftverschmutzung bekannte Stadt wurde durch umfangreiche städtebauliche Maßnahmen umgestaltet. Die Initiative zur Modernisierung der Stadt wurde maßgeblich von Bürgermeister David L. Lawrence, Richard K. Mellon (Vorsitzender der Mellon Bank) und John P. Robin vorangetrieben. Bereits 1946 begann Renaissance I, der Housing Act von 1949 schuf die finanzielle Grundlage für viele Projekte. Ein zentrales Projekt war die Errichtung des Gateway Centers auf einem großflächig abgerissenen Areal in der Nähe des Point. Bis 1950 wurden in diesem Bereich zahlreiche Gebäude abgerissen. 1953 wurde das neue Terminal des Greater Pittsburgh Municipal Airport eröffnet, das später wieder abgerissen wurde.

In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren wurden mehrere Stadtviertel im Rahmen der Stadterneuerung stark verändert:

Lower Hill District: Das überwiegend von Afroamerikanern bewohnte Viertel wurde fast vollständig abgerissen. Im Zuge der Maßnahmen wurden 95 Acres (ca. 38,5 Hektar) Fläche geräumt und über 8.000 Menschen (darunter 1239 schwarze und 312 weiße Familien) umgesiedelt. Auf dem Gelände wurde unter anderem die Civic Arena (1961) errichtet, während viele der ursprünglich geplanten Gebäude nicht realisiert wurden.

East Liberty: Auch dieser Stadtteil war in den 1960er Jahren von Abrissen betroffen. Mehr als 125 Acres (ca. 50,6 Hektar) wurden zerstört, um Platz für Gartenwohnungen, Hochhäuser mit Sozialwohnungen und eine neue Straßenführung mit Fußgängerzone zu schaffen. Diese Maßnahmen führten jedoch zu einem wirtschaftlichen Niedergang des Viertels: Die Zahl der Geschäfte sank von 575 im Jahr 1959 auf 292 im Jahr 1970 und schließlich auf 98 im Jahr 1979.

Allegheny City: Während einige historische Viertel wie die Mexican War Streets, Allegheny West und Manchester durch den Widerstand von Denkmalschutzorganisationen erhalten werden konnten, wurde das Zentrum der ehemaligen Stadt Allegheny (heute Teil von Pittsburgh) weitgehend zerstört. Nur das alte U.S. Post Office, die Carnegie Library und das Buhl Planetarium blieben erhalten. An ihrer Stelle entstand die Allegheny Center Mall mit angrenzenden Wohngebieten.

Die industrielle Basis Pittsburghs blieb in den Nachkriegsjahren stabil und wurde durch die Gründung der Regional Industrial Development Corporation (RIDC) weiter gefördert. Große Unternehmen wie Jones and Laughlin Steel Company, H.J. Heinz, Pittsburgh Plate Glass, Alcoa, Westinghouse und U.S. Steel expandierten in den 1950er und 1960er Jahren. 1970 wurden mit dem U.S. Steel Tower und dem Three Rivers Stadium die letzten großen Bauprojekte der Renaissance I fertiggestellt. 1974 folgte der Point State Park mit seinem markanten Springbrunnen.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Pittsburgh | World in Stories