Pino Presti (eigentlich: Giuseppe Prestipino Giarritta; * 23. August 1943 in Mailand) ist ein italienischer Orchesterleiter, Arrangeur, Bassist, Komponist, und Musikproduzent.
Pino Presti begann früh mit der Musik, zuerst als Bassist, dann als Arrangeur, Komponist, Orchesterleiter, Musikproduzent. Unter seiner Zusammenarbeit in verschiedenen Musikgenres wie Jazz, Pop, Funk, Soul finden sich Namen wie: Mina, Gerry Mulligan, Astor Piazzolla, Quincy Jones, Wilson Pickett, Shirley Bassey, Maynard Ferguson, Stéphane Grappelli oder Aldemaro Romero.
Pino Presti, Sohn von Arturo Prestipino Giarritta, der ein anerkannter Violinist war, beginnt seine musikalische Ausbildung im Alter von sechs Jahren, welche er seither weiterverfolgt. Seine Musikerkarriere startet er mit 17 Jahren als Sänger und Bassist in Nachtclubs, ebenso als Instrumentalist in Aufnahmestudios. Als seine Engagements als Musiker zu zeitaufwendig werden, trotz eines Vertrags als Sänger im Durium von Milano, fällt Presti die Entscheidung, sich auf seine Lieblingsmusik zu konzentrieren. Er nahm hunderte von Titeln mit u. a.: Mina, Giorgio Gaber, Ornella Vanoni, Gino Paoli, Bruno Lauzi, Fabrizio De André, Sergio Endrigo, Mia Martini, Franco Battiato, Adriano Celentano, Milva, Pino Donaggio, Gigliola Cinquetti, Caterina Caselli, Bobby Solo, Fausto Leali, Michele, Ivan Graziani, Loredana Bertè auf.
Nach seiner langjährigen Karriere als Bassist in Aufnahmestudios, ebenso wie auf Tourneen, machte Presti sich einen Namen als Arrangeur und Orchesterchef (bis hin zu seinen letzten öffentlichen Vorstellungen im Theater Bussoladomani, 1978), ebenso wie für Mina. Zwischen 1971 und 1978 arrangiert und dirigiert er 86 Musiktitel, u. a. die Hits, wie: Grande grande grande (Never Never Never), E poi… (Und dann…/Liebe am Sonntag), L’importante è finire (Take me), Città vuota (Version von 1978), Lamento d’amore, Domenica sera, und weitere Songs in vielen Alben.
Für die Sängerin hat er vier Titel selbst komponiert: Tentiamo ancora im Album Frutta e verdura, L’amore è un’altra cosa, für Mina®, Amante amore für Mina con Bignè, Bignè für Ridi Pagliaccio.
Zwischen den 1970er und 1980er Jahren arbeitet er mit z. B. Wilson Pickett, Shirley Bassey, Quincy Jones, Gerry Mulligan, Astor Piazzolla, Maynard Ferguson, Shirley Bunnie Foy, Stéphane Grappelli, Severino Gazzelloni, Franco Cerri, Enrico Intra, Bruno De Filippi, Gianni Bedori, Tullio De Piscopo, Aldemaro Romero, Eartha Kitt, Brian Auger, Caterina Valente, Bill Conti, George Aghedo und Maurice Vander zusammen.
Für die Aufnahme von Libertango, zusammen mit Astor Piazzolla und Summit von Gerry Mulligan und Astor Piazzolla, erscheint er unter seinem bürgerlichen Namen Giuseppe Prestipino, ebenso wie in den Alben La Onda Màxima und Onda Nueva Instrumental von dem Pianist-Komponist Aldemaro Romero.
Im April 1975, während seiner Europa-Tournee mit Mulligan und Piazzolla, spielt er ebenfalls im Olympia (Paris) und beim World Music Festival in Palma. Die Band-Besetzung ist folgende: Gerry Mulligan (Baritonsaxophon), Astor Piazzolla (Bandoneon), Tom Fay (Klavier), Pino Presti (E-bass), Tullio De Piscopo (Schlagzeug), Waldo de los Rios (orgel), Sergio Farina (Gitarre). Das Vorkonzert gibt Gerry Mulligan; es folgt Astor Piazzolla und das gemeinsame Konzert zur Interpretation einiger Titel dem Album
1976 realisiert und produziert er für das Label Atlantic Records das erste italienische Album dance-funk 1st Round mit „Ohrwürmern“‚ wie: Smile, Funky Bump, L’estate di Laura und Sunny.
1977 unterzeichnet Pino Presti einen Vertrag mit Rai 2 als Orchester-Direktor und Komponist von Original-Soundtracks der Fernseh-Show ‚Auditorio A‘, unter der Leitung von Stefano De Stefani. Dies bietet ihm die Gelegenheit ein großes Orchester mit 56 Musikern und folgenden Interpreten zu dirigieren: Gino Paoli, Sergio Endrigo, Milva, Pino Daniele, Maynard Ferguson, Angelo Branduardi, Rino Gaetano, Fausto Leali, Banco del Mutuo Soccorso und Giorgio Baiocco. Es folgen ‚C’era due volte’ (1980), geleitet von Enzo Trapani und ‚Il Cappello sulle Ventitré’ (1983) geleitet von Fernanda Turvani.
Von 1980 bis heute, abgesehen von den Kompositionen zu Fernsehproduktionen von Fernsehserien realisiert und produziert er Alben unter diversen Pseudonymen für Labels, wie: Polydor, Polygram, Baby Records, Barclay, Edizioni Curci, Durium, Ricordi, Joker, Saar; ebenso wie für die unabhängigen Labels: Emergency, Soul Xpression, Level One, Self.
Pino Presti lebt seit 2004 in Frankreich. Er realisiert und produziert 2009 das Album A la Costa Sud – La Musique de La Côte d’Azur (Herausgeber: Curci), mit 28 Sängern und Musikern aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten, welche häufig an der Côte d’Azur auftreten.
2011 kreiert und komponiert er exklusiv für die ‚Grand Héritage Hôtel Group’ (und alle ihr zugehörigen Medien) den fünfstündigen Original Soundtrack, welcher unterschiedliche Musikstile integriert: von Klassik zu Jazz, über und Weltmusik bis hin zu Ambient Music.
2013 Presti realisiert und produziert das Album Shirley Bunnie Foy (60th Anniversary).
2016 komponiert und produziert er den Original Soundtrack für die Werbekampagne des italienischen Unternehmens Scavolini.
Im Mai 2023 wurde das Vinylalbum Pino Presti & Garden Planet – Sharade auch in digitaler Form auf den wichtigsten Download-Plattformen veröffentlicht.
Am 6. Februar 2025 wurde die Kollektion mit dem Titel Soulful Touches, realisiert und produziert von Pino Presti.
Am 25. März 2025, zeitgleich mit dem Geburtstag von Mina, wurde das Projekt Mina Arranger Pino Presti – Finali Strumentali auf den wichtigsten digitalen Plattformen veröffentlicht.