An diesem Tag

Pinatubo

Vulkan auf den Philippinen

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Der Pinatubo ist ein aktiver Vulkan auf den Philippinen im Westen der Insel Luzon. Der heute 1486 m hohe Berg (vor dem Ausbruch von 1991 war er 1745 m hoch) liegt 93 km nordwestlich von Manila und 26 km westlich von Angeles City. Er befindet sich im Grenzdreieck der Provinzen Zambales, Bataan und Pampanga, in den Zambales-Bergen. Bis zum Jahr 1991 galt der Vulkan als erloschen. Die letzte große Eruption des Pinatubo ereignete sich am 15. Juni 1991 nach einer rund 550-jährigen Ruhezeit und war eine der gewaltigsten des 20. Jahrhunderts.

Die Vorhersage des bevorstehenden Ausbruches führte zur Evakuierung der umliegenden Gebiete, wovon zehntausende Menschen betroffen waren. Trotzdem starben durch den Ausbruch und seine Folgen mindestens 875 Menschen. Darüber hinaus wurde das umliegende Land durch pyroklastische Ströme, Ascheschichten und später auch durch Lahare zerstört.

Die Auswirkungen dieser plinianischen Eruption waren weltweit spürbar. Sie bewirkte eine größere Freisetzung von Aerosolen in die Stratosphäre als irgendein anderer Vulkanausbruch seit dem Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883. Das führte in den folgenden Monaten zu einer globalen Schicht aus schwefelsäurehaltigem Nebel. Weiterhin waren ein Temperaturabfall um 0,5 °C und eine erhöhte Ozonreduktion zu verzeichnen.

Der Pinatubo und das umliegende Gebiet

Der Pinatubo ist Teil einer Vulkankette, die sich entlang der westlichen Spitze der Insel Luzon erstreckt. Es handelt sich dabei um Vulkane einer Subduktionszone, welche durch das Absinken der philippinischen Platte unter die eurasische Platte entlang des Manilagrabens und das dabei aufsteigende Magma gespeist werden.

Das Wort „Pinatubo“ bedeutet in der Sprache der Sambal und Tagalog „es wachsen lassen“, was mit dem Wissen über einen Ausbruch um 1500 in Zusammenhang stehen könnte, obwohl Berichte von den früheren Eruptionen nicht überliefert wurden. Stattdessen könnte „Pinatubo“ auch als Platz zu verstehen sein, an dem Getreide besonders gut gedeiht. Vor der Katastrophe von 1991 war der Berg ein unauffälliger Vulkan, dessen Existenz den meisten Menschen in den umliegenden Gebieten unbekannt war. Sein höchster Punkt lag zwar 1745 m über dem Meeresspiegel, jedoch nur 600 m höher als die umgebenden Ebenen und nur 200 m höher als die umliegenden Gipfel, die ihn eher verdeckten. Am Hang des Vulkans lebten seit Jahrtausenden, also auch vor und nach vorangegangenen Ausbrüchen, Jäger und Sammler der Ureinwohner-Volksgruppe der Aeta. Nach dem Ausbruch im Jahr 1991 wurden durch die Regierung viele in Gebiete umgesiedelt, die vom Ausbruch nicht oder weniger betroffen waren. Insgesamt lebten ungefähr 30.000 Menschen an den Hängen in Dörfern und kleineren Ansiedlungen.

Der dichte Dschungel, der den größten Teil der vielen umliegenden Berge bedeckte, brachte den Jägern einen Vorteil. Dagegen waren die flacheren Gebiete aufgrund der monsunbedingt starken Niederschläge von insgesamt zirka 4000 mm pro Jahr und dem fruchtbaren vulkanischen Boden eher für Agrarwirtschaft geeignet. So leben heute im Radius von 40 km um den Vulkan wieder eine halbe Million Menschen, wobei die großen Bevölkerungszentren Angeles (150.000) und Clark Air Base (20.000) mit einberechnet wurden.

Viele wichtige Flüsse haben ihren Ursprung am Pinatubo. Unter anderem der Bucao, Santo Tomas, Maloma, Tanguay und der Kilengfluss. Vor der Eruption von 1991 waren diese Flüsse ein bedeutendes Ökosystem, aber die Eruption überschüttete viele Täler mit pyroklastischen Schichten. So sind die Flüsse heute mit Sediment blockiert und in den Tälern ereignen sich des Öfteren Lahare. Studien haben gezeigt, dass das Flusssystem nach der Eruption noch viele Jahre brauchen wird, um sich zu erholen.

Die letzten Überreste der ehemals bis zu 200 m hohen Laharablagerungen werden durch die starken Niederschläge der Regenzeit und mit der Überwucherung durch die üppige Vegetation bald verschwunden oder dem menschlichen Auge verborgen sein.

Obwohl es kein Wissen über frühere größere Eruptionen in dem Gebiet um Pinatubo gab, berichten einige Aeta, dass deren Älteste sich an einige kleine Explosionen in der Vergangenheit erinnern können. Pinatubo war bereits vor der Eruption 1991 als geothermales Gebiet bekannt und kleinere Explosionen sind in solchen Gebieten nichts Besonderes. Erst nach 1991 begannen die Geologen, die Eruptionsgeschichte im Detail zu untersuchen. Man kann sie in die zwei Zeitalter, alter und moderner Pinatubo einteilen.

Vieles vom felsigen Gebiet um den heutigen Vulkan stammt aus Überresten des alten Pinatubo. Dieser Vulkan war ungefähr dort, wo der heutige Pinatubo jetzt ist. Die Aktivität scheint bereits vor 1,1 Millionen Jahren angefangen zu haben. Der alte Pinatubo könnte eine Größe von ungefähr 2300 m über dem Meeresspiegel erreicht haben, das geht aus dem Profil des übrig gebliebenen niedrigeren Hangs hervor.

Viele Berge in der Nähe des modernen Pinatubo sind alte Satellitenschlote des alten Pinatubo. Sie entstanden durch Schlotpfropfen und Lavadome. Einige Berge sind auch Überreste des alten Pinatubo. Sie blieben erhalten, weil es erosionsresistente Teile des alten Berghanges waren, während die weniger resistenten Teile durch den Wettereinfluss erodiert sind.

Die Bildung des heutigen Pinatubo begann vor 35.000 Jahren durch die stärkste Eruption seiner Geschichte. Bis zu 100 m dicke Schichten mit pyroklastischem Material wurden in alle Richtungen des Berges geworfen. Die Gesamtmenge des ausgeworfenen Materials betrug 25 km³. Das Verschwinden dieser enormen Materialmenge aus der darunterliegenden Magmakammer führte zur Bildung einer großen Caldera.

Am 16. Juli 1990 kam es zu einem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala im Zentrum Luzons. Das Epizentrum lag 100 km nordöstlich des Pinatubo. Laut führenden Vulkanologen könnte das die Ursache für den Ausbruch im Jahr 1991 sein, obwohl das heute nicht mehr eindeutig nachzuweisen ist. Zwei Wochen später begann der Vulkan zu dampfen. Wissenschaftler, die daraufhin den Vulkan untersuchten, waren jedoch eher der Meinung, dass kleinere Erdrutsche und nicht etwa Eruptionsaktivitäten dafür verantwortlich waren.

Anfang 1991 konnten Dorfbewohner ein kleines Erdbeben an der Nordwestseite des Vulkans wahrnehmen. In den nächsten zwei Wochen folgten weitere Erdbeben steigender Intensität, wodurch klar wurde, dass vulkanische Aktivität bevorstand. Am 2. April kam es zum Ausbruch. Zuerst traten phreatische Eruptionen in der Nähe des Gipfels entlang einer 1,5 km langen Spalte auf. In den nächsten zwei Wochen hielten die kleineren Eruptionen an, die die umliegenden Gebiete mit Asche bedeckten. Seismographen registrierten jeden Tag hunderte Erdbeben.

Wissenschaftler begannen sofort Analysen zu betreiben, um Hinweise auf frühere Eruptionen zu erhalten. Die Radiokohlenstoffmethode an Holzkohle, die in alten vulkanischen Schichten gefunden wurde, brachte drei Haupteruptionen in früheren Jahrtausenden zutage. Sie fanden vor 5500, 3500 und 500 Jahren statt. Geologische Karten zeigen, dass viele der umliegenden Ebenen durch Schichten von Laharen während früherer Eruptionen entstanden sind. Die vulkanische Aktivität stieg während der Monate April und Mai. Messungen des Schwefeldioxid-Ausstoßes zeigten ein Ansteigen der Werte von 500 Tonnen am 13. Mai auf 5000 Tonnen pro Tag am 28. Mai. Die Menge an ausgestoßenem Schwefeldioxid wurde danach schlagartig weniger. Man befürchtete, dass das Ausgasen des Magmas blockiert worden war, was zu einem Druckanstieg in der Magmakammer führen und eine explosive Eruption wahrscheinlich machen würde.

Am 3. Juni kam es zur ersten Magmaeruption und am 7. Juni zur ersten großen Explosion mit einer 7 km hohen Aschesäule. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) brachte eine Warnung vor einer Haupteruption in den nächsten zwei Wochen heraus.

Da alle Anzeichen darauf hindeuteten, dass eine große Explosion unmittelbar bevorstand, arbeitete PHIVOLCS mit dem US Geological Survey zusammen, um die Ortsansässigen von der Ernsthaftigkeit zu überzeugen. Eine falsche Warnung hätte zur Wirkungslosigkeit späterer Warnungen geführt, während das Warten Tausenden den Tod gebracht hätte. Die Vulkanologen standen also unter Druck, eine rechtzeitige und genaue Einschätzung des Ausbruchrisikos zu erarbeiten.

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