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Pietro Maino Maderno

Schweiz-österreichischer fürst-liechtensteinscher und kaiserlicher Hofbildhauer der Renaissance, Richteramt in Kaisersteinbruch

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Pietro Maino Maderno (auch Peter Matterny, Matern, Materna, * um 1592 in Bissone am Luganersee; † 15. März 1653 in Moosbrunn) war kaiserlicher Hofbildhauer der Renaissance, Sohn des Architekten Andrea. 1649 erhob Ferdinand III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Pietro Maino Maderno und seine Familie für seine künstlerischen Arbeiten in Österreich und Ungarn in den Adelsstand als Landgespan-Ritter.

Mitglied der Schweizer Künstlerfamilie Maderno mit Architekten (Carlo Maderno), Bildhauern (Stefano Maderno) und Steinmetzen.

Pietro Maino Maderno wurde in Bissone geboren, von wo auch der nur ein paar Jahre jüngere römische Architekt Francesco Borromini, die sizilianischen Bildhauer Gaggini und die in Österreich berühmt gewordenen Künstlerfamilien Tencalla und Bussi stammten.

Das Steinmetzhandwerk erlernte Pietro im Kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg, dem Zentrum schweizerisch-italienischer Baukünstler in der Nähe Wiens. Beim kaiserlichen Meister Antonius Tencalla wurde er 1605 Lehrling. Als Geselle der Kaisersteinbrucher Bruderschaft zog es ihn 1610 zur prominentesten Baustelle seiner Zeit, zum Petersdom in Rom. Carlo Maderno, ein naher Verwandter Pietros, vielleicht Vater/Onkel?, wurde 1588 von Papst Paul V. die Oberaufsicht zum Weiterbau des Domes übertragen, die Fassade war 1614 vollendet.

Nach Rudolfs II. Tod in Prag verlegte der neue Kaiser Matthias im Juni 1612 die Residenz wieder nach Wien. Nach den Wanderjahren kam Pietro zurück in den kaiserlichen Steinbruch, die Meister Andre Ruffini und Antonius Bregno arbeiteten im Amalientrakt der Wiener Hofburg, vormals Cillierhof. 1616 begann Pietro eine zusätzliche Ausbildung zum Bildhauer. Sein Lehrmeister wurde der Wiener Bildhauer Antonius Crivelli, der sich in den Steinbruch verfügt und ein kleines Gut erworben hatte.

Gesuch, einen Steinbruch zu pachten

In einem Ansuchen vom 27. September 1616 schrieb Pietro …„wäre ich bedacht zur Beförderung meines Handwerks ein Ort im Steinbruch daselbst, welcher Euer Gnaden Gottshaus unterworfen, …aus gedachtem Steinbruch Stein daraus zu brechen.“

Er berichtete darin der Obrigkeit, dass er nunmehr fertig ausgebildet sei und über die finanziellen Mittel verfüge, die Pacht für einen Steinbruch zu zahlen und ein Haus zu kaufen. Einen Steinbruch erhielt er nicht, aber das Haus der Margaretha Weingradin konnte er käuflich erwerben.

1617 heiratete Pietro in Kaisersteinbruch Victoria Bregnin, Witwe von Stefano Bregno, Maurermeister, vor Jahren von Osteno zugewandert. Er war 25, sie 29 Jahre alt.

Maderno verlässt den Steinbruch

Ab 1621 arbeitete Maderno unter der Leitung des Architekten Giovanni Giacomo Tencalla beim Aufbau der Loretokapelle zur St. Anna-Kirche in Nikolsburg (Stuckaturen von Giovanni Tencalla, Bildhauerarbeiten von Peter Concorz). Auftraggeber war Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein. Steinmetzmeister Pietro Maderno nahm 1624 Johann, Sohn von Meister Mathias Lorentisch als Lehrling auf. 1627 wurde Paul Cleritz sein Lehrjunge, 1629 Giorgio Regondi und 1631 Heinrich Freywiller, der von Zürich gekommen war. Nach fünf Jahren erfolgte die Freisprechung zum Gesellen.

Fürst Liechtensteinischer Hofbildhauer

Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein beauftragte am 6. Dezember 1632 Baumeister Giovanni Giacomo Tencalla für die Parkanlage seines Schlosses in Eisgrub Wasserkünste zu planen. Er berief seinen Hofbildhauer Pietro Maino Maderno zur Gestaltung von Venezianerbrunnen mit 4 Ebenen für die Wasserspiele, „laut Kontrakt führte er sechs Brunnen in Hrubschitzer Stein aus, weiters Balustraden und Piedestale.“ In den Rechnungsbüchern von 1610/1611 wird „Domenico Maderno, Ihro Fürstliche Gnaden Baumeister“ erwähnt.

Laut Arbeitsvereinbarung vom 15. Januar 1635 „soll er die Postamente für die Steinskulpturen im Garten zu Eisgrub verfertigen .. aufs sauberste und zierlichste allerley Figuren und Früchte auf Bildhauerarbeit…“ Der einzige noch erhaltene Brunnen, von insgesamt 6, befindet sich heute in den ab 1890 angelegten „Neuen Parkanlagen“ vor dem Schloss von Eisgrub.

1635 kam der Kaisersteinbrucher Besitz des Antonius Crivelli an Maderno.

Monumentaler Bacchus-Brunnen im Schloss Bučovice

1635 erteilte Fürst Maximilian von Liechtenstein den Auftrag, im Arkadenhof seines Schlosses Bučovice einen monumentalen Bacchus-Brunnen zu errichten. Giovanni Giacomo Tencalla zeichnete den Plan, den Pietro Maino Maderno, Wiener Hofbildhauer, in Eggenburger Stein ausführte. Über einem großen Becken fesselte der Künstler auf Delphinen sitzende und geflügelte Seejungfrauen zum Säulenschaft und wölbte über ihnen, in den Köpfen der sich volutenartig ringelnden Drachenungeheuer, kleine Becken aus. Diese ganze, phantastisch verwachsene Druse krönte er mit einer durchbogenen muschelartigen Schüssel mit Maskaronen und der Figur eines Bacchanten, der aus dem altgriechischen Spiel Askalia übernommen war.

Am 18. November 1636 pachtete er erstmals einen eigenen Steinbruch im Kaisersteinbrucher Gebiet.

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