Pieter Arie Hendrik de Boer (* 14. Juni 1910 in Woubrugge; † 5. August 1989 in Oegstgeest) war ein niederländischer reformierter Theologe.
Pieter Arie Hendrik war der Sohn des Hendrik de Boer (* 1872 in Workum) und Maria Maat (* 1873 in Koudekerk). Er hatte das städtische Gymnasium in Leiden besucht und 1928 an der Universität Leiden ein Studium der Theologie und semitische Literatur begonnen. Am 16. August 1936 wurde er reformierter Pfarrer in dem Dorf Berkenwoude und promovierte am 20. Mai 1938 unter Bernardus Dirks Eerdmans mit dem Thema Research into the text of I Samuel I-XVI. A contribution to the study of the Books of Samuel (deutsch: Erforschung im Text von Samuel 1-14. Ein Beitrag zum Studium der Bücher Samuel) zum Doktor der Theologie. Am 5. August 1938 wurde er auf die Leidener Professur des alten Testaments, der jüdischen Geschichte und Literatur berufen, welche Aufgabe er am 10. Januar desselben Jahres antrat und am 11. November des Jahres die Einführungsrede Het Koningschap in Oud-Israel (deutsch: Das Königtum im alten Israel) übernahm.
In der Phase der deutschen Besetzung der Niederlande (1940–1945) im Zweiten Weltkrieg, legte er am 1. Juni 1942 seine Professur nieder, welche er nach Beendigung desselben am 4. September 1945 wieder erhielt. Im Mittelpunkt de Boers Arbeiten standen Studien zum Alten Testament. 1939 wurde aufgrund seiner Initiative die Oudtestamentisch Werkgezelschap in Nederland (OTW) gegründet, seit 1942 arbeitete er als Redakteur der Zeitschrift Oud-Testamentische Studiën und seit 1951 als Redakteur der internationalen Zeitschrift Vetus Testamentum. Im Akademiejahr 1956/57 wurde er Rektor der Alma Mater, wozu er am 8. Februar 1957 die Rektoratsrede Jeremia's twijfel (deutsch: Jeremias Zweifel) hielt. De Boer wurde Ritter des Ordens vom niederländischen Löwen, er wurde Ehrendoktor der University of St Andrews und der University of Cambridge. Am 1. Oktober 1978 wurde er aus seiner Professur emeritiert und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Oegstgeest.
De Boer verheiratete sich am 3. August 1936 in Woubrugge mit Johanna Anthonia Kroes (* 30. August 1912 in Woubrugge; † 20. Dezember 1991 in Oegstgeest), die Tochter des Frederik Kroes und dessen Frau Anthonia Kwakernaak. Aus der Ehe stammen Kinder. Von diesen kennt man:
W. Marjo J. de Boer verh. April 1966 in Oegstgeest mit Hans Gerhard Avé Lallemant (* 2. Mai 1938)
Lietje A. W. J. de Boer verh. mit Rein Leijen
Ruurd M. de Boer verh. Trees Moll
Piet J. de Boer verh. mit Leny M. C. Hoogteiling
Wies J. L. de Boer verh. mit Gerard Bottenheft
Gedenken und Gedächtnis in der Welt des Alten Testaments. Stuttgart 1962
Research into the text of I Samuel I-XVI. A contribution to the study of the Books of Samuel. Amsterdam 1938
Het koningschap in oud-Israel. Amsterdam 1938
De boodschap van het Oude Testament. Assen 1940; 1946
Genesis II en III. Het verhaal van den hof in Eden. Leiden 1941
Kain en Abel, Genesis IV 1-16. Haarlem 1942
De voorbede in het Oude Testament. Leiden 1943
Onze spelregels. 2. Aufl. Leiden 1951
Gods beloften over land en volk in het Oude Testament. Delft 1955