Pierre-André Bovey (* 17. Oktober 1942 in Lausanne) ist ein Schweizer Komponist und Flötist.
Bovey besuchte das Kollegium St. Michael in Freiburg. Nach der Matura studierte er von 1958 bis 1963 Flöte bei André Bosshard, dem Solo-Flötisten des Berner Symphonieorchesters. Ausserdem studierte er von 1959 bis 1963 Musiktheorie bei Lucie Dikenmann am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern. Im Jahr 1963 erlangte er ein Diplom des Schweizerischen Musikpädagogischen Verbandes (SSPM). Bei André Jaunet erlangte er 1969 ein Konzertdiplom am Zürcher Konservatorium. Von 1969 bis 1972 folgte ein Kontrapunkt- und Kompositionsstudium bei Rolf Looser am Konservatorium Biel.
Mehrere Konzerte gab er in der Schweiz und Frankreich. Darüber hinaus leitet er seit 1990 das Flötenensemble Intercity Flute Players und ist Mitglied im Trio Coriolan. Er ist Mitglied im Schweizer Tonkünstlerverein und im Schweizerischen Musikpädagogischen Verband. Bovey komponierte mehr als 100 Werke, vor allem Kammermusik. Sein Kompositionsstil ist mit dem von Albert Roussel, Charles Koechlin und Willy Burkhard zu vergleichen. Von 1963 bis 2007 unterrichtete er am Konservatorium Biel. Zu seinen Schülern gehört Markus Hofer. Er gehört zum Team des Festivals L’art pour l’Aar in Bern.
Seine Werke wurden u. a. vom Huttwiler Kammerorchester, dem ensemble bern modern und dem Ensemble Sortisatio uraufgeführt.
Xiphos (1982) für Bassklarinette und Streichorchester
Periple (1990) für Violine und Streichorchester
3 Nocturnes sur des fragments de Sappho (1977) für Sopran und Klavier
3 Epigrammes d’André Chénier (1980) für Flöte und Stimme
4 Lieder von Mascha Kaléko (1983) für Chorstimme und Klavier
Silberne Zeit (1987) für Stimme, Flöte, Violoncello und Klavier
Chor der Toten (1990) für gemischten Chor und Klavier. Text: Conrad Ferdinand Meyer
Les saisons de la flûte (1995–2001) für Sprecher, Sopran und Flötenensemble
Un dolcissimo sonno (2001) für Sopran, 4 Altflöten, 3 Bassflöten und 1 Kontrabassflöte
Lettre à Léonard sur les oiseaux (2010) für Blockflöte, Sopranino und Sprecher. Text: Leonardo da Vinci
2006: Festival l’art pour l’Aar. Januar 2003 (Müller & Schade)
2010: Rolf Looser (Grammont Portrait)
Création – Interprétation – Réception. In: Musique et humanisme. 1998, S. 151–162.
Jean-Louis Matthey: Le flûtiste suisse Pierre-André Bovey. In: Cahiers suisses de pédagogie musicale 1/1996, 35–37.