An diesem Tag

Philipp Petzschner

Deutscher Tennisspieler

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Philipp Petzschner (* 24. März 1984 in Bayreuth) ist ein ehemaliger deutscher Tennisspieler. Seine größten Erfolge erreichte er im Doppel, wo er an der Seite von Jürgen Melzer mit Wimbledon 2010 und den US Open 2011 zwei Grand-Slam-Titel gewann.

Petzschner begann seine Karriere beim TC Fichtelgebirge in Weidenberg. Derzeit spielt er in der ersten Tennis-Bundesliga beim amtierenden Deutschen Meister TK Kurhaus Lambertz Aachen. Sein größter Erfolg im Juniorenbereich war der Gewinn des Doppeltitels der French Open im Jahr 2002.

Zu Beginn seiner Profikarriere spielte Petzschner Challenger- und Futureturniere. Dabei erreichte er im Oktober 2001 das Finale eines Schweizer Future-Turniers und gewann ein Jahr später im Dezember seinen ersten Titel in Tschechien.

Seinen ersten Auftritt bei einem Turnier der ATP World Tour hatte Petzschner im Juli 2003 in Stuttgart, schied dort allerdings in der ersten Runde aus. Seine ersten beiden Spiele auf der Tour gewann er im September 2003 in Metz, wo er das Viertelfinale erreichte.

Auf nationaler Ebene gewann er im Jahr 2004 den Deutschen Meistertitel im Einzel.

Dank einer Wildcard konnte Petzschner im Mai 2005 sein erstes Turnier der ATP Masters Series spielen. In Hamburg scheiterte er in der ersten Runde.

Auch im Doppel spielte Petzschner vermehrt Turniere der Challenger- und Future-Kategorie. Der Start seiner Profikarriere im Doppel war umso erfolgreicher. Im Juli 2001 spielte er mit Simon Stadler in Stuttgart sein erstes ATP-Turnier (Erstrundenniederlage). Seinen ersten Sieg bei einem Future-Turnier feierte er im November desselben Jahres in der Schweiz mit dem Schweizer Stéphane Bohli. 2002 gewann er weitere Future-Turniere mit Simon Stadler in Deutschland sowie Tschechien und spielte mit Björn Phau beim ATP-Masters-Turnier von Hamburg in der ersten Runde. Weitere Höhepunkte in der Karriere waren die Siege mit Christopher Kas 2004 bei den Challenger-Turnieren in Mönchengladbach und Eckental 2005 folgten weitere Challenger-Titel mit Christopher Kas in Dresden, Mons und Eckental sowie mit Alexander Peya in Wolfsburg.

Im März 2006 gewann er ein weiteres Future-Turnier in Abu Dhabi und spielte dann vermehrt Challengerturniere. Bei den US Open 2007 qualifizierte er sich erstmals im Einzel für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers und erreichte die zweite Runde durch einen Fünfsatz-Sieg gegen Benjamin Becker. Dort verlor er gegen Tommy Haas in vier Sätzen. Im Davis-Cup-Halbfinale 2007 in Russland feierte er sein Debüt für die deutsche Davis-Cup-Mannschaft. An der Seite von Alexander Waske für den verletzten Michael Kohlmann brachte er die Mannschaft mit einem Viersatzsieg mit 2:1 in Führung. Am folgenden Tag vertrat er den erkrankten Tommy Haas und feierte so sein Einzeldebüt, das er allerdings in vier Sätzen gegen den um 189 Plätze besser platzierten Michail Juschny verlor.

Den ersten Challenger-Titel gewann er im Oktober in Rennes. 2008 spielte Petzschner die Qualifikation zu Wimbledon, wo Petzschner sich für das Hauptfeld qualifizieren und ebenfalls die zweite Runde erreichen konnte. Im Oktober dann sein vorläufiger Karrierehöhepunkt, als er sein erstes Turnier auf der ATP-Tour gewann. Im Finale der Bank Austria TennisTrophy bezwang er den 97 Plätze höher gelisteten Franzosen Gaël Monfils mit 6:4 und 6:4. Petzschner gewann das Turnier, nachdem er sich erst durch die Qualifikation spielen musste. 2009 erreichte er die dritte Runde in Wimbledon und das Achtelfinale des Rogers Cup in Montreal und des Legg Mason Tennis Classic in Washington, D.C. Außerdem spielte er sich beim ATP-Turnier in Metz bis ins Viertelfinale vor. Petzschner beendete das Jahr als 80. der ATP-Weltrangliste.

2010 ist die bisher beste Saison in Petzschners Karriere. Das Jahr begann für ihn mit zwei Erstrundenniederlagen in Brisbane und bei den Australian Open noch holprig. Erst im Februar konnte Petzschner seine Topform erreichen. Er spielte sich in Zagreb bis ins Halbfinale vor, ehe er an Landsmann Michael Berrer scheiterte. Beim selben Turnier gewann Petzschner an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer seinen ersten Doppeltitel. Zwei Wochen später erreichte er im amerikanischen Memphis erneut das Halbfinale, wo er in drei Sätzen John Isner unterlag. Bei den Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami kam Petzschner nicht über die zweite bzw. dritte Runde hinaus. In Indian Wells verlor er gegen Philipp Kohlschreiber, in Miami unterlag er Robin Söderling.

Petzschner startete mit einem weiteren Drittrundeneinzug in Monte Carlo in die Sandplatzsaison. Hier musste er sich nach Siegen über Guillermo García López und seinem Doppelpartner Jürgen Melzer erneut Philipp Kohlschreiber geschlagen geben. Kurze Zeit später drang Petzschner vor heimischer Kulisse in München erneut ins Halbfinale vor. Dabei schlug er u. a. den Tschechen Tomáš Berdych in drei Sätzen (1:6, 6:3, 6:4), bevor Michail Juschny eine Nummer zu groß für ihn war (5:7, 6:7). Beim ATP-Turnier von Madrid wehrte Petzschner in Runde eins gegen Fabio Fognini einen Matchball ab, in Runde zwei musste er gegen Gaël Monfils beim Stand von 1:1 im ersten Satz verletzungsbedingt aufgeben.

In der ersten Runde des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres in Roland Garros verspielte Petzschner eine 2:0-Satzführung gegen den Australier Carsten Ball und verlor mit 7:9 im fünften Satz.

Danach trat Petzschner zur Vorbereitung auf Wimbledon beim Rasenturnier in Halle an, wo er bereits zum vierten Mal in der Saison in ein Halbfinale vorstieß. Nach Siegen über Marcos Baghdatis, Viktor Troicki und Lukáš Lacko unterlag er trotz ausgezeichneter Chancen Roger Federer mit 6:7, 4:6. In Wimbledon feierte Petzschner den größten Erfolg seiner Karriere. Er gewann die Doppelkonkurrenz an der Seite von Jürgen Melzer. Im Endspiel bezwangen die beiden die schwedisch-rumänische Paarung aus Simon Aspelin und Horia Tecău. Im Einzel verpasste Petzschner nur knapp einen großen Coup. Nach Fünfsatzsiegen über Stéphane Robert und Łukasz Kubot führte er bereits mit 2:1 nach Sätzen gegen die Nummer eins der Welt, Rafael Nadal. Doch dieser drehte das Spiel noch zu seinen Gunsten (4:6, 6:4, 7:6, 2:6, 3:6).

In den folgenden fünf Turnieren scheiterte Petzschner jeweils in der ersten Runde. Erst bei den US Open gelang ihm Ende August nach zwei Monaten wieder ein Sieg gegen den Qualifikanten Dušan Lojda. In Runde zwei scheiterte er mit 5:7, 3:6, 6:7 am Serben Novak Đoković. Ende August qualifizierte sich Petzschner im Doppel mit Jürgen Melzer für die World Tour Finals in London. Im September verletzte er sich in einem Spiel der österreichischen Bundesliga am Knöchel und fiel zehn Wochen aus. Er schloss das Jahr als Nummer 57 der Welt ab und erspielte sich dabei 702.058 US-Dollar bei einer Matchbilanz von 21:19.

Petzschner scheiterte 2011 in Runde eins der Australian Open an Jo-Wilfried Tsonga nach 2:0-Satzführung in fünf Sätzen. Zwei Wochen später erreichte er die zweite Runde des Hallenturniers von Zagreb. Nach dreijähriger Abstinenz wurde Petzschner zur Erstrundenpartie im Davis Cup gegen Kroatien wieder berufen.

Mit einem Fünfsatzsieg im Doppel an der Seite von Christopher Kas und einem glatten Dreisatzsieg im entscheidenden fünften Einzel trug Petzschner wesentlich zum 3:2-Sieg der deutschen Mannschaft bei.

Bei den BMW Open in München erreichte Petzschner sein erstes Halbfinale der Saison. Er scheiterte an Florian Mayer, nachdem er unter anderem den topgesetzten Michail Juschny bezwungen hatte. Beim World Team Cup in Düsseldorf half Petzschner der deutschen Mannschaft, als er mit seinem Sieg über Igor Andrejew das Team gegen Russland in Führung brachte. Auch im Finale spielte er das entscheidende Doppel an der Seite von Philipp Kohlschreiber und verhalf Deutschland zum fünften Titel.

Bei den Gerry Weber Open in Halle erreichte Petzschner sein erstes Finale nach seinem Triumph in Wien 2008. Auf dem Weg dahin bezwang er unter anderem den an Nummer zwei gesetzten Tschechen Tomáš Berdych. Im Finale musste er beim Stand von 6:7, 0:2 aufgrund einer Rückenverletzung aufgeben und Philipp Kohlschreiber den Titel überlassen.

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