Philipp Mißfelder (* 25. August 1979 in Gelsenkirchen; † 13. Juli 2015 in Dülmen) war ein deutscher Politiker (CDU).
Mißfelder war ab 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages und ab 2009 außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Von 2008 bis 2014 war er Mitglied des Präsidiums der CDU und von Januar 2014 bis zum 1. April 2014 der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit. Von 2002 bis 2014 war Mißfelder Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands. Im Rahmen des Deutschlandtags 2015 in Hamburg wurde er von den Delegierten einstimmig postum zum Ehrenvorsitzenden der Jungen Union gewählt.
Nach dem Abitur 1999 an der Märkischen Schule im Bochumer Stadtteil Wattenscheid leistete Mißfelder zunächst seinen Wehrdienst ab. Im Jahr 2000 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft und wechselte 2003 zum Studienfach Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Mißfelder schloss im Jahr 2008 sein Geschichtsstudium mit einer Magisterarbeit über den Publizisten Maximilian Harden ab.
Mißfelder trat 1993 in die Junge Union (JU) und 1995 auch in die CDU ein und war von 1998 bis 2000 Bundesvorsitzender der Schüler Union. Er war ab 1998 Mitglied des JU-Bundesvorstandes. Ab 1999 gehörte er dem CDU-Bundesvorstand an. Am 18. Oktober 2002 wurde er zum Bundesvorsitzenden der JU gewählt und zuletzt vom Deutschlandtag 2012 in Rostock mit 86,5 % im Amt bestätigt. Von 2000 bis 2002 war er auch Chefredakteur der JU-Zeitschrift Die Entscheidung.
Ab Anfang 2008 leitete Mißfelder gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Senioren-Union Otto Wulff den Arbeitskreis „Zusammenhalt der Generationen“ der CDU, der sich für ein Miteinander von Jung und Alt einsetzt. Im Rahmen des Initiativkreises fanden gemeinsame Wahlkampfauftritte statt. Ab Dezember 2008 war er gewähltes Mitglied im Präsidium, damit war er das jüngste Mitglied dieses Organs. Zuletzt wurde er auf den Parteitagen im November 2010 und Dezember 2012 mit 57,3 bzw. 55,5 % bestätigt. Auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf am 26. April 2014 wurde Mißfelder mit 68 % zum Schatzmeister der Landes-CDU gewählt.
Mißfelder wurde nach der Bundestagswahl 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei dieser Bundestagswahl sowie 2009 und 2013 verfehlte er jeweils das Direktmandat im Wahlkreis Recklinghausen I, der als sichere SPD-Hochburg gilt, zog aber über die Landesliste der CDU Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein.
Ab 2009 (17. Wahlperiode) war er außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und gehörte dem Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages an. Ab 2013 war er zudem ordentliches Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Nach dem Tode Mißfelders rückte Volker Mosblech für ihn in den Deutschen Bundestag nach.
Mißfelder war neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter ab 2008 als Historiker bei der Verlagsgruppe teNeues beschäftigt und bezog aus dieser Tätigkeit Einkünfte der Stufe 8, was einem Betrag zwischen 100.001 und 150.000 Euro jährlich entspricht. Zu Kritik an seiner Nebentätigkeit sagte Mißfelder: „Das Bundestagsmandat ist auf Zeit und nicht zu verwechseln mit einem Beruf.“
Koordinator im Auswärtigen Amt
Von Januar bis zum 1. April 2014 war Mißfelder als Nachfolger von Harald Leibrecht im Auswärtigen Amt der Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit.
ab 2006 Mitglied der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.
Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag
Stellvertretendes Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn
Mitglied des Parlamentarischen Beirates des Bundesverbands Deutscher Stiftungen e. V.
Mitglied im Exekutivausschuss des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V., Berlin
Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
bis 2008: Kuratorium des Nah- und Mittelost-Vereins