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Philipp I. (Savoyen)

Graf von Savoyen; Pfalzgraf von Burgund; Bischof von Valence; Erzbischof von Lyon

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Philipp I., Graf von Savoyen († 15. August 1285 in La Rochette) war ein Adliger und Geistlicher aus dem Königreich Arelat. Ab 1240 war er Bischof von Valence und dazu ab 1245 auch Erzbischof von Lyon. Als Bischof war er zunächst ein enger Unterstützer der Päpste. Bis 1267 legte er aber seine geistlichen Ämter nieder. Durch Heirat wurde er im selben Jahr Pfalzgraf von Burgund und als Erbe seines Bruders 1268 Graf von Savoyen. Als Graf wurde er in Kriege mit mehreren Nachbarn verwickelt, in denen er sich nur mühsam behaupten konnte.

Philipp entstammte dem Haus Savoyen. Er wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts als achter und jüngster Sohn von Thomas I. von Savoyen und dessen Frau Margarete von Genf geboren, wobei wie bei seinen Geschwistern keine gesicherten Angaben für ein Geburtsjahr oder Geburtsort überliefert sind. Sein Vater war Graf von Savoyen, einer Grafschaft im zum römisch-deutschen Reich gehörenden Königreich Arelat.

Frühe Karriere als Geistlicher

Erwerbung von mehreren Pfründen

Wie mehrere seiner Brüder sollte Philipp als jüngerer Sohn Geistlicher werden. Er wird erstmals am 26. Februar 1231 in Pierre-Châtel erwähnt, als er zusammen mit seiner Mutter und seinen Brüdern eine Schenkung an Kloster Hautecombe bestätigte. Nach dem Tod seines Vaters 1233 erbte sein ältester Bruder Amadeus die Grafschaft Savoyen. Philipp begleitete vermutlich 1236 seinen Bruder Wilhelm und seine Nichte Eleonore von der Provence nach England. Eleonore heiratete dort König Heinrich III., und auf Veranlassung des Königs erhielt Philipp zwischen August 1236 und Januar 1237 die einträglichen Benefiziate von Hillingdon, Oxney und Geddington. Er blieb aber nicht in England, sondern kehrte nach Savoyen zurück.

Im Mai 1239 wurde Wilhelm von Papst Gregor IX. zum Bischof des Bistums Lüttich ernannt. Der Papst legte offenbar großen Wert auf die Unterstützung durch Wilhelm, denn er bedachte auch Philipp mit weiteren Pfründen. Auf Druck des Papstes wurde Philipp 1239 zum Kanoniker an der Kathedrale von Lyon ernannt. Wenig später wurde er zum Dekan der Kathedrale von Metz ernannt, nachdem der bisherige Dekan Jacques zum Bischof von Metz gewählt worden war. Wilhelm von Savoyen starb aber bereits Anfang November 1239, ohne dass er zum Bischof geweiht worden war. Philipps Bruder Thomas, der Graf von Flandern und der an Lüttich angrenzenden Grafschaft Hennegau war, versuchte vergeblich, einen seiner Brüder, vermutlich Philipp, als neuen Bischof von Lüttich vorzuschlagen. Stattdessen wurde im März 1240 Robert de Turotte, der bisherige Bischof von Langres, zum neuen Bischof gewählt.

Die sogenannte Schlacht von Lausanne

Bereits zuvor wurde Philipp aber als Kandidat für das Amt des Bischofs von Lausanne gehandelt. Bischof Bonifatius von Lausanne hatte offenbar aufgrund seiner Gegnerschaft mit dem Kathedralkapitel im Sommer 1239 auf sein Amt verzichtet. Die meisten Mitglieder des Kathedralkapitels entstammten den Adelsfamilien der Region. Von diesen waren eine Reihe Gegner des Hauses Savoyen, vor allem Amadeus, ein Sohn des mit Philipps Bruder Peter verfeindeten Grafen Wilhelm II. von Genf. Sie schlugen Jean de Cossonay, einen Adligen aus der Region als neuen Bischof vor. Eine Mehrheit des Kathedralkapitels war jedoch mit dem Haus Savoyen verbündet und wählte Philipp zum neuen Bischof. Diese umstrittene Bischofswahl führte zur sogenannten Schlacht von Lausanne, in der die Grafen von Genf und die Grafen von Savoyen um die Vormacht in der Region der heutigen westlichen Schweiz kämpften. Papst Gregor IX. war bereits davon ausgegangen, dass die Wahl umstritten sein würde. Am 18. Juli 1239 hatte er Erzbischof Gottfried von Besançon und Bischof Robert de Turotte von Langres beauftragt, einen neuen Bischof auszuwählen, falls das Kathedralkapitel sich nicht innerhalb von drei Monaten auf einen neuen Bischof einigen könne. Tatsächlich hatte Philipp bei der Wahl zwar eine Mehrheit, aber nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Stimmen erreicht. Die Unterstützer von Philipp protestierten nun aber gegen die Entscheidung des Papstes, die Entscheidung an zwei andere Bischöfen zu übertragen. Dabei beriefen sie sich erfolgreich auf die alten Privilegien des Kathedralkapitels. Daraufhin bestimmte der Papst am 29. November 1239, dass eine Neuwahl unter der Aufsicht der beiden Bischöfe stattfinden solle. Erzbischof Gottfried lud nun das Kathedralkapitel zur Wahl nach Autrey-lès-Gray ein. Dies lehnten die Unterstützer von Philipp ab, während die Unterstützer von Jean de Cossonay erschienen und ihn unter der Aufsicht der beiden Bischöfe zum neuen Bischof wählten. Während die Unterstützer von Philipp gegen diese Wahl beim Papst Einspruch einlegten, baten die Unterstützer von Cossonay den Papst um die Bestätigung der Wahl. Gregor IX. befand sich nun in einer schwierigen Lage, da er versuchte, im Konflikt mit Kaiser Friedrich II. die Unterstützung des Hauses Savoyen zu gewinnen.

In der Stadt Lausanne war die Bevölkerung in der Frage, wer der nächste Bischof sein solle, gespalten. Während die Bewohner der aristokratisch geprägten Oberstadt, in der sich die Kathedrale und die Bischofsburg befand, Philipp unterstützten, unterstützten die Kaufleute und Handwerker aus der Unterstadt Jean de Cossonay, der vermutlich aus der Stadt stammte. Als Peter von Savoyen, ein Bruder von Philipp, von der Wahl erfuhr, zog er im Frühjahr 1240 mit einem Heer nach Lausanne und begann mit einer Belagerung. Sein Schwiegervater Aymon II. de Faucigny hatte bereits als Schutzherr des Bistums eine Besatzung in die Oberstadt geschickt, trotzdem konnten die Savoyer die Stadt nicht erobern. Der Papst delegierte am 10. Juli 1240 die Entscheidung über den neuen Bischof an den Abt und den Propst des Klosters Ainay und an den Sakristan der Kirche Saint Paul de Lyon. Unter ungeklärten Umständen ernannten diese Jean de Cossonay zum Bischof, obwohl der Papst sich offenbar für Philipp ausgesprochen hatte. Philipp erkannte die Entscheidung an und erhob keinen Anspruch mehr auf das Amt des Bischofs von Lausanne.

Am 1. Juni 1240 wurde Philipp zum Dekan der Kathedrale von Vienne ernannt. Nach dem Tod von Franco de Maldegem, dem Kanzler von Flandern und Propst der Sint-Donaaskathedraal in Brügge im Juli 1240 wurde er durch den Einfluss seines Bruders Thomas dessen Nachfolger als Kanzler und Propst. Dazu war er als Nachfolger seines Bruders Wilhelm vor Juni 1240 zum Bischof des südfranzösischen Bistums Valence gewählt worden. Der Papst beauftragte Kardinal Giacomo da Pecorara, die Eignung von Philipp für das Bischofsamt zu überprüfen. Nachdem dieser Philipp als geeignet befunden hatte, wurde die Wahl vermutlich noch von Gregor IX. vor dessen Tod bestätigt.

Dienst für den englischen König

Nachdem Philipps Bruder Bonifatius zum Erzbischof von Canterbury gewählt worden war und sein Bruder Peter nach England gereist und dort von König Heinrich III. reich beschenkt worden war, reiste vermutlich auch Philipp 1241 wieder nach England. Dort erhielt er den Auftrag, zusammen mit Peter in die Provence zu reisen. In der Provence schlossen sie im Juli 1242 in Tarascon den Vertrag für die Heirat ihrer Nichte Sancha mit Richard von Cornwall, dem Bruder des englischen Königs. Philipp sollte die Braut nach England geleiten, was angesichts des Kriegs zwischen England und Frankreich aber eine schwierige Aufgabe war. Philipp reiste mit Sancha und ihrer Mutter Beatrix, der Schwester von Philipp, im Mai 1243 zunächst nach Bordeaux, das in englischen Besitz war. Dort trafen sie den englischen König, der Philipp zum Dank für seine Unterstützung zum Rektor von Reculver ernannte und ihm zwei Monate später 1000 Mark schenkte. Philipp segelte vermutlich im September 1243 mit dem König von der Gascogne aus nach England, wo ihm der König auch noch das Amt des Rektors von Wingham verschaffte. Sancha von der Provence reiste dagegen mit ihrer Mutter erst im November 1243 nach England, wo dann am 23. November die Hochzeit stattfand. Für seine Dienste zur Vorbereitung seiner Hochzeit war Philipp sehr großzügig belohnt worden. Möglicherweise hatte er aus seinen englischen Pfründen inzwischen jährliche Einkünfte von über 1000 Mark.

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