Pfizer Inc. (Aussprache: [ˈfaɪzəɹ]) ist ein US-amerikanischer, international aufgestellter und börsennotierter Pharma- und Biotechnologiekonzern mit Hauptsitz in New York. Pfizer war 2025 mit 62,6 Mrd. US-Dollar – nach Roche und Merck & Co. – das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt. Während Pfizer 2022 noch circa 100 Milliarden US-Dollar Umsatz generierte, sind die Zahlen in den Folgejahren deutlich gesunken. Der Rückgang ist in erster Linie auf die beiden COVID-19-Präparate Comirnaty und Paxlovid zurückzuführen. Das Unternehmen bleibt eines der umsatzstärksten Pharmaunternehmen der Welt.
Das Kerngeschäft des Konzerns ist das Erforschen, Entwickeln, Produzieren und Vertreiben von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Dabei ist es aktuell besonders auf Seltene Krankheiten, die Innere Medizin, Entzündungskrankheiten, die Immunologie, Impfstoffe, die Onkologie und Antiinfektiva fokussiert.
Daneben entwickelt das Unternehmen auch Medikamente für zahlreiche weitere medizinische Fachgebiete, produziert Nahrungsergänzungsmittel und hat mit GlaxoSmithKline und Shionogi ein Joint Venture im Bereich HIV namens ViiV Healthcare, das auf dem Markt zu den führenden gehört. Zuvor war Pfizer bis 2013 jahrzehntelang über seine ehemalige Tochterfirma Zoetis auch im Bereich Tierarzneimittel tätig und war dort Marktführer. Vor dessen Verkauf brachte Pfizer Zoetis an die New Yorker Börse, was damals der größte Börsengang seit Facebook war.
Neben seinem Sitz in New York City, zehn Produktionsstätten, zwei Distributionszentren sowie zahlreichen Distributoren in den Vereinigten Staaten hat der Konzern weltweit 69 Niederlassungen, über 35 weitere Produktionswerke, 11 Distributionen und über 300 Zulieferer, wodurch über 130 Pfizer-Produkte in mehr als 180 Staaten erhältlich sind. Die Deutschlandzentrale befindet sich in Berlin, die für Österreich in Wien und die der Schweiz in Zürich.
Pfizer ist seit 1942 an der New Yorker Börse gelistet und war von 2004 bis 2020 Bestandteil des Dow-Jones-Index, ist aktuell Teil des S&P 100 sowie S&P 500, und wird auf der Liste der Fortune 500, Forbes Global 2000 und Fortune Global 500 geführt. Das Unternehmen kam Ende 2023 auf einen Börsenwert von 164,36 Milliarden US-Dollar, womit Pfizer zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehört.
Seit 2020 steht der Konzern wegen seines COVID-19-Impfstoffs namens Tozinameran, der mit BioNTech und Fosun entwickelt wurde, im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit; damit ist das Unternehmen derzeit einer der weltweit führenden Produzenten eines Impfstoffes gegen COVID-19. Besonders der Verkauf von Tozinameran bescherte dem Unternehmen 2022 einen Rekordumsatz und brachte Pfizer ab 2021 zurück an die Spitze der Pharmawelt.
Das Unternehmen wurde von Charles Pfizer
(eigentlich Karl Pfizer, [ˈpfɪtsɐ]) und dessen Cousin Charles F. Erhart aus Ludwigsburg als Charles Pfizer & Company 1849 in Brooklyn, New York City, gegründet. Das erste Produkt war Santonin, ein Mittel gegen Parasiten. Die Firma war sehr erfolgreich und erweiterte sich in den folgenden Jahren um weitere Produktionsstätten, Verwaltungs- und Lagerhäuser in New York City. 1951 wurden weltweit neue Werke aufgebaut; unter anderem in Belgien, Brasilien, Puerto Rico, Kanada, Kuba und England. 1952 folgte Pfizer mit dem Aufbau einer Agrarsparte und spezialisierte sich ab 1953 durch Übernahme der J. B. Roerig & Co. auf Nahrungsergänzungsmittel. 1971 erfolgte die Übernahme des deutschen Pharmaherstellers Heinrich Mack in Illertissen.
1996 wurden neue Antibiotika an Kindern in Nigeria während einer schweren Meningitis-Epidemie getestet, ohne dass hierfür ausreichende Genehmigungen vorlagen; elf von ihnen starben. Pfizer wurde nach dem Bekanntwerden in New York 2007 von der nigerianischen Provinz Kano verklagt. Die außergerichtliche Einigung 2009 wurde von den Familien der Opfer wegen der Gentests, mit denen ermittelt werden sollte, wer Anspruch auf Entschädigung hat, abgelehnt. Nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Juni 2010 einen Einspruch von Pfizer abwies, wurde der Weg für einen Prozess in den Vereinigten Staaten frei.
1999 hatte Pfizer zum 150-jährigen Firmenjubiläum einen Umsatz von 16,2 Milliarden US-Dollar und 46.000 Beschäftigte auf der Payroll. Sieben Medikamente brachten einen Umsatz von je mehr als einer Milliarde US-Dollar pro Jahr, darunter die Potenzpille Viagra und der Cholesterin-Hemmer Lipitor. 2000 übernahm Pfizer in einer der bis dahin größten Unternehmensübernahmen der Geschichte den Mitbewerber Warner-Lambert für 90 Milliarden US-Dollar. Pfizer wurde dadurch zum größten Pharmakonzern der USA, und dem damals zweitgrößten weltweit nach GlaxoSmithKline. Teil des Deals war auch der Fertigungsstandort Gödecke in Freiburg. Mit 87.000 Mitarbeitenden, die 28 Mrd. US-Dollar umsetzten, bemaß sich das Forschungsbudget auf 4,7 Mrd. US-Dollar, der Börsenwert auf 230 Mrd. US-Dollar. Der Anteil der Pfizer-Aktonäre am neuen Unternehmen betrug 61 %, derjenige der Warner-Lambert Inhaber 39 %. Die Aquaristiksparte wurde 2002 durch den Verkauf von Tetra abgestoßen. Nach weiteren Übernahmen wurde Pfizer zum weltgrößten Pharmaunternehmen, bis es 2012 von Novartis an der Spitze abgelöst wurde. Nach der Übernahme von Pharmacia 2003 wurde 2006 die Consumersparte an Johnson & Johnson verkauft.
Zur Einsparung von bis zu 1,5 Milliarden Euro wurde am 21. Januar 2007 der Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Am 7. Juni 2008 folgte die Ankündigung der Verlegung der Deutschlandzentrale von Karlsruhe nach Berlin.
Es folgten weitere Übernahmen (2009: Wyeth, 2010: Whitehall-Much, 2015: Hospira), Verkäufe (2012: die Babynahrungssparte an den Nestlé-Konzern, 2013: die Tiergesundheitssparte (seither Zoetis)) und die Gründung eines Joint-Ventures für HIV-Medizin mit GlaxoSmithKline 2009.
Im November 2015 kündigten Pfizer und Allergan ihren Zusammenschluss zur Pfizer plc mit neuem Hauptsitz in der steuerlich deutlich günstigeren irischen Hauptstadt Dublin an (tax inversion). Pfizer sollte für die Übernahme durch die kleinere Allergan (reverse takeover) im Wege eines Aktientauschs rund 160 Milliarden Dollar zahlen, was die bis dahin größte Übernahme in der Geschichte der Pharmabranche dargestellt hätte. Mit einem Umsatz von dann 60 Milliarden Dollar wäre Pfizer wieder der größte Arzneimittelhersteller der Welt geworden. Im April 2016 gab Pfizer jedoch bekannt, dass man die beabsichtigte Fusion aufgrund stark verschärfter US-Steuergesetze doch nicht weiterverfolge. Obwohl die ursprünglichen Vereinbarungen für diesen Fall eine Vertragsstrafe von 400 Millionen USD vorsahen, einigte man sich auf eine Zahlung von 150 Millionen USD von Pfizer an Allergan. Weil Pfizer ein Epilepsie-Medikament in Großbritannien 2600 % zu teuer verkauft hatte, wurde der Konzern 2016 zu einer Strafe von 100 Millionen Euro verurteilt. Pfizer kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Während der COVID-19-Pandemie startete das deutsche Biotech-Unternehmen Biontech eine Partnerschaft mit Pfizer zur Herstellung und Bereitstellung eines SARS-CoV-2-Impfstoffes. Im Dezember 2020 war das Vakzin BNT162b2 der erste COVID-19-Impfstoff, welcher eine Zulassung in den USA, in der Europäischen Union und vielen anderen Ländern erhielt. Der Impfstoff wird unter anderem von Pfizer hergestellt. Im Februar 2021 wurde bekannt, dass Anwälte von Pfizer in mehreren südamerikanischen Ländern mit äußerst rüden bis erpresserischen Methoden den Versuch machten, das Interesse von Pfizer an hohen Impfstoff-Einkaufspreisen durchzusetzen, eine Befreiung von Haftungen zu erzwingen sowie künftige Zahlungen durch die Sicherungsübertragung ausländischer Werte frei von der jeweiligen Justiz zu bezwecken. Mehrere Länder verzichteten in der Folge darauf, von Pfizer Impfstoff zu beziehen, und entschieden sich für andere Lieferanten.
Durch seine COVID-19-Präparate hat Pfizer allein 2021 seinen Umsatz fast verdoppelt. Seitdem hat Pfizer einige Verträge geschlossen, um sein Produktportfolio und seine „Pipeline“ zu stärken. Im Mai 2022 gab Pfizer bekannt, das biopharmazeutische Unternehmen Biohaven Pharmaceuticals für 11,6 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Das Portfolio von Biohaven umfasst das von der FDA zugelassene Nurtec (Rimegepant) zur akuten und präventiven Behandlung von Migräne (von der EMA als Vydura zur akuten Behandlung von Migräne bedingt zugelassen) sowie eine breite „Pipeline“ von Produktkandidaten im Spätstadium der klinischen Entwicklung. Zuvor hatte Pfizer auch Arena Pharmaceuticals für 6,7 Milliarden Dollar gekauft und angekündigt, den privaten Hersteller von Medikamenten gegen Atemwegsviren, ReViral, zu übernehmen. Pfizer verkündete im August 2022 die Übernahme des Sichelzellenanämie-Medikamentenherstellers Global Blood Therapeutics (GBT) für 5,4 Milliarden Dollar.