An diesem Tag

Petr Bystron

Deutscher Politiker (AfD), MdB

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Petr Bystron [pɛtrˈbɪstrɔn] (* 30. November 1972 als Petr Bystroň in Olmütz, Tschechoslowakei) ist ein rechtsextremer deutsch-tschechischer Politiker (AfD). Er war Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Bayern. Von 2017 bis 2024 war er Mitglied des Deutschen Bundestags. Im Mai 2024 beschloss der Bundestag, seine politische Immunität für ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern und Geldwäsche aufzuheben. Seit 2024 ist Bystron Mitglied des Europäischen Parlaments.

Bystron wuchs in Český Těšín in der Tschechoslowakei und in Thüringen (bis 1990 DDR) auf. Nach eigenen Angaben, die Bystron über Jahre hinweg bereits seit Beginn seiner politischen Karriere bekannt gemacht hatte, will er im Alter von 14 Jahren einen verbotenen Pfadfinderverein gegründet haben und sei mit 15 Jahren beim Vertrieb verbotener Lieder von der tschechoslowakischen Staatssicherheit verhaftet worden. Seine Eltern seien deshalb mit ihm 1988 in die Bundesrepublik Deutschland geflohen, wo er wegen der Verfolgung in der ČSSR Asyl erhalten hat. Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit und einer tschechischen Rechercheplattform von Ende April 2024 lassen diese Aussagen als zweifelhaft erscheinen.

Bystron ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München.

Bystron studierte Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Ökonomie und Internationale Beziehungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie an der Hochschule für Politik in München.

Nach seinem Studium war er Vorsitzender des Fördervereins der privaten Hochschule für Politik München. Das Amt legte er 2016 nach Protesten wegen seines AfD-Engagements nieder.

Er gründete 1994 während seines Studiums eine Kommunikationsagentur, die er später verkaufte. Danach war er nach eigenen Angaben als Berater für Unternehmen und Parteien tätig und arbeitete an Konzepten zu deren Kommunikation und „strategischen Markenführung“.

Laut Handelsregister änderte die von Bystron 1999 gegründete Werbeagentur Bystron GmbH 2004 ihren Namen in Lendvay GmbH und verlegte sich auf „Herstellung, Reparatur und Vertrieb von Lederschuhen“. Er selbst ist geschäftsführender Alleingesellschafter.

Lendvay belieferte die Tschechische Philharmonie mit Konzertschuhen. Die Konzertleitung kündigte im Mai 2024 die Verträge mit Bystron, nachdem die Voice-of-Europe-Affäre begonnen hatte.

Bystron war von 2006 bis 2013 Mitglied in der FDP. 2010 bewarb er sich erfolglos für einen Listenplatz bei der tschechischen Kleinpartei Občané.cz. Im Jahr 2019 soll Bystron an der Gründung der tschechischen Partei Trikolóra hnutí občanů beteiligt gewesen sein, die Václav Klaus jun. nach seinem Ausschluss aus der Demokratischen Bürgerpartei gegründet hatte. Beide Parteiaktivitäten in Tschechien fanden demnach gemäß der gemeinsamen Recherche des Nachrichtenportals HlídacíPes.org und der Zeit statt, während er Mitglied in deutschen Parteien war.

Der AfD trat er im Frühjahr 2013 bei und kandidierte bei der Bundestagswahl 2013 auf Listenplatz 17. Bystron war Vorstand im Landesfachausschuss „Europa und Außenpolitik“. Auch trat er für die AfD bei der Europawahl 2014 an. Nachdem André Wächter zu Bernd Luckes ALFA gewechselt war, wurde Bystron im Oktober 2015 dessen Nachfolger als Landesvorsitzender der bayerischen AfD.

Anfang April 2017 wählten ihn die Delegierten des Landesparteitags in Greding auf den vierten Listenplatz für die Bundestagswahl 2017. Bei der Wahl zum Spitzenkandidaten der bayerischen AfD war er zuvor Martin Hebner in einer Kampfabstimmung unterlegen.

Bystron war im Bundestag Obmann (und ordentliches Mitglied) im Auswärtigen Ausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Er war Mitglied im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik.

Bezugnehmend auf eine Äußerung des damaligen AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland, der 2017 gesagt hatte, man werde die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoğuz „dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können“, sagte Bystron Ende 2017 in einer Rede, sein „Freund Dr. Gauland“ habe „100-prozentig Recht – solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen“.

Von März bis September 2017 wurde Bystron vom Bayerischen Verfassungsschutz gerichtlich bestätigt beobachtet, weil er „Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen“ gebe.

Im September 2018 zeichnete die Trump-nahe „Phyllis Schlafly Stiftung“ Bystron und den Abgeordneten der polnischen PiS-Partei Dominik Tarczyński mit dem Eagle Award aus. Zu den Gästen zählten der Ex-Trump-Wirtschaftsberater Stephen Moore, der Kongressabgeordnete Steve King sowie Stefan Molyneux, ein mutmaßlicher Antisemit.

Laut einer T-Online-Recherche war der Autor Collin McMahon als ehemaliger Mitarbeiter Bystrons sein „Türöffner“ in „rechte Netzwerke in den USA“.

Im Oktober 2018 gratulierte Bystron dem rechtsextremen brasilianischen Politiker Jair Bolsonaro zum Wahlsieg. Bystron schrieb, er freue sich auf die „Zusammenarbeit“; die „konservative Revolution [habe] damit auch Südamerika erreicht“.

Bystron kandidierte zur Bundestagswahl 2021 als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis München-Nord und zog über seinen Landeslistenplatz 4 der AfD Bayern erneut in den Bundestag ein.

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