An diesem Tag

Petr Čech

Tschechischer Fußball- und Eishockeytorwart

Anúncio

Petr Čech (* 20. Mai 1982 in Pilsen, Tschechoslowakei) ist ein ehemaliger tschechischer Fußballtorwart, derzeitiger Eishockeytorwart und Sportfunktionär. Er gilt als einer der besten Torhüter seiner Generation und erlangte internationale Bekanntheit vor allem durch seine erfolgreiche Zeit beim FC Chelsea (2004–2015), mit dem er unter anderem viermal die Premier League, die UEFA Champions League sowie die Europa League gewann. Anschließend spielte er bis 2019 für den FC Arsenal.

Für die tschechische Nationalmannschaft bestritt Čech 124 Länderspiele und ist damit Rekordnationalspieler seines Landes. Aufgrund einer Kopfverletzung trug Čech seit 2006 einen markanten Schutzhelm. Nach seinem Karriereende als Fußballer arbeitete er als technischer Berater beim FC Chelsea und ist zudem im britischen Eishockey aktiv.

Petr Čech stammt aus der westböhmischen Stadt Pilsen und begann als Siebenjähriger beim FC Viktoria Pilsen mit dem organisierten Jugendfußball. Daneben begeisterte er sich auch für Eishockey, allerdings konnten sich seine Eltern die teure Schutzausrüstung nicht leisten. Zunächst als Feldspieler aktiv, wechselte er nach einem Beinbruch im Alter von zehn Jahren auf die Torwartposition und war ab 1997 Junioren-Nationalspieler. Im Juni 1999 schloss sich Čech dem Aufsteiger FK Chmel Blšany an und gab am 17. Oktober 1999 bei einer 1:3-Niederlage gegen Sparta Prag sein Debüt in der tschechischen Gambrinus-Liga. Bereits in der Folgesaison (2000/01) schaffte er mit nur 18 Jahren den Sprung zum Stammtorhüter und erhielt die Auszeichnung als Tschechiens Talent des Jahres

Zur Saison 2001/02 verpflichtete ihn Tschechiens Rekordmeister Sparta Prag und zahlte umgerechnet 600.000 Euro Ablöse. Bei seinem neuen Verein verdrängte Čech den wesentlich erfahreneren Jaromír Blažek und stellte während der Hinrunde einen Ligarekord auf, indem er 903 Minuten ohne Gegentor blieb. Obwohl Sparta mit nur 19 Gegentreffern die beste Defensive der Liga stellte, beendete die Mannschaft die Saison hinter Slovan Liberec nur als Vizemeister. Für Sparta Prag bestritt Čech zudem zwölf Champions-League-Einsätze und sammelte internationale Erfahrung. Seine erste Partie war ein 0:0 beim Titelverteidiger FC Bayern München am 18. September 2001. Nach seinen Leistungen bei der U-21-Europameisterschaft galt er als einer der gefragtesten Nachwuchstorhüter Europas und erhielt unter anderem Angebote vom FC Arsenal und Werder Bremen.

2002 wechselte Čech zum französischen Erstligisten Stade Rennes in die Ligue 1. Der Verein aus der Bretagne zahlte für den Neuzugang rund fünf Millionen Euro Ablöse. Čech wurde umgehend die Nummer eins im Tor und in seiner ersten Saison (2002/03) sicherte die Mannschaft erst durch ein 0:0 gegen Paris Saint-Germain den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Spielzeit (2003/04) verbesserte sich Rennes auf den neunten Tabellenplatz und beendete die Saison im gesicherten Mittelfeld. Das Fachmagazin France Football zeichnete Čech mit dem Étoile d’Or als besten Torhüter der abgelaufenen Saison aus. Für Stade Rennes absolvierte er insgesamt 78 Pflichtspiele.

Bereits am 9. Februar 2004 hatte der FC Chelsea die Verpflichtung Čechs für die kommende Saison bekanntgegeben. Die Ablösesumme betrug 13 Millionen Euro, und der Torhüter unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag. Der Oligarch Roman Abramowitsch hatte den Londoner Klub kurz zuvor übernommen und verfolgte das Ziel, ihn durch umfangreiche Investitionen zu einem internationalen Spitzenverein zu entwickeln. Der neue Trainer José Mourinho machte Čech sofort zur ersten Wahl im Tor, während der bisherige Stammtorhüter Carlo Cudicini auf die Ersatzbank rückte. In seiner ersten Saison übertraf Čech die Erwartungen und stellte mehrere Rekorde auf: In 35 Premier-League-Partien kassierte er lediglich 13 Gegentore, blieb 24-mal ohne Gegentreffer und 1.025 Spielminuten in Folge unbezwungen (12. Dezember 2004 bis 5. März 2005). Chelsea galt unter Mourinho als defensiv äußerst stabil und stellte in der Saison 2004/05 mit nur 15 Gegentoren die beste Abwehr der Premier-League-Geschichte. Am Ende der Spielzeit gewann der Verein die erste englische Meisterschaft seit 50 Jahren. Čech erhielt zahlreiche individuelle Auszeichnungen. Er wurde unter anderem zu Tschechiens Fußballer des Jahres sowie zum besten Torwart der Premier League (PL Golden Glove) gewählt; zudem zeichnete ihn die IFFHS als Welttorhüter des Jahres aus. 2005/06 gelang dem FC Chelsea die erfolgreiche Titelverteidigung, wobei man mit nur 22 Gegentoren erneut die beste Defensive stellte.

Čech zeichnete sich durch einen ruhigen und sachlichen Spielstil aus. Bereits als junger Spieler galt er als außergewöhnlich komplett und als Prototyp des modernen Torwartspiels. Er verfügte über eine ausgeprägte Strafraumbeherrschung und agierte häufig als „mitspielender Torwart“ hinter der Abwehrkette. Dank seiner guten Ballbehandlung war er in den Spielaufbau eingebunden und konnte Gefahrensituationen auch mit dem Fuß entschärfen. Effekthascherei gehörte nicht zu seinem Repertoire; seine Körpergröße von 1,96 Metern verlieh ihm zusätzliche Präsenz und Ruhe, während er seine Abwehr in entscheidenden Momenten lautstark organisierte. Durch konstante Leistungen festigte „Mister Perfect“, wie Čech in England genannt wurde, seinen Ruf als einer der besten Torhüter seiner Generation und spielte über Jahre auf höchstem Niveau. Gemeinsam mit John Terry, Frank Lampard und Didier Drogba bildete er das Kernstück einer Spielerachse, die die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte maßgeblich prägte.

Am 14. Oktober 2006 zog sich Čech gegen den FC Reading eine schwere Verletzung zu, die fast seine Karriere beendet hätte. Nach 16 Sekunden prallte er mit dem heranstürmenden Stephen Hunt zusammen und erlitt einen Schädelbasisbruch. Er musste umgehend ins Krankenhaus gebracht und operiert werden. Die Mannschafts-Ärzte räumten ein, dass sie zwischenzeitlich Befürchtungen gehabt hätten, der 24-Jährige könne den Unfall nicht überleben. „Die große Sorge war, dass sein Gehirn zu sehr anschwillt“, wurde ein Mediziner im Daily Mirror zitiert. Nachdem man zunächst mit Čechs Ausfall für mindestens ein halbes Jahr gerechnet hatte, arbeitete er intensiv an seinem Comeback und kehrte bereits nach dreimonatiger Verletzungspause zurück. Am 20. Januar 2007 stand er bei der 0:2-Niederlage gegen den FC Liverpool wieder im Tor und trug erstmals den markanten Schutzhelm, der zu seinem Markenzeichen wurde. Čech fand zu alter Leistungsstärke zurück und erhielt im März 2007 die Auszeichnung als Premier League Player of the Month. Obwohl sich die Abwehr nach seiner Rückkehr wieder stabilisierte, verpassten die Blues die Titelverteidigung, gewannen 2007 jedoch den League- sowie den FA Cup.

Nach mehreren vergeblichen Anläufen erreichte der FC Chelsea am 21. Mai 2008 erstmals das Finale der UEFA Champions League und traf dort auf Manchester United. Nach der Verlängerung stand es im rein englischen Duell 1:1, sodass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste, das zugunsten von United ausging. Čech parierte zwar den Strafstoß von Cristiano Ronaldo, doch John Terry und Nicolas Anelka vergaben ihre Elfmeter für die Blues. Čech genoss an der Stamford Bridge großes Ansehen, weshalb sein Vertrag vorzeitig bis 2013 zu verbesserten Konditionen (ca. acht Millionen Euro pro Jahr) verlängert wurde. Zudem verpflichtete der Klub den Torwarttrainer Christophe Lollichon von Stade Rennes, mit dem Čech die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzte. Unter der Leitung des Italieners Carlo Ancelotti kehrte Chelsea in die Erfolgsspur zurück und gewann 2009/10 mit Meisterschaft und FA Cup das erste Double der Klubgeschichte.

Nach einer sportlich durchwachsenen Spielzeit erreichte Chelsea, für viele Experten unerwartet, das Champions-League-Finale 2012 in München (siehe hier). Die Mannschaft von Interimstrainer Roberto Di Matteo ging als Underdog in die Partie gegen den favorisierten FC Bayern München. Erwartungsgemäß dominierten die Bayern das „Finale dahoam“, scheiterten jedoch mehrfach an dem stark aufgelegten Čech, der seinen Status als einer der weltweit besten Torhüter unterstrich. Nachdem es in der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte, parierte er in der Verlängerung einen Strafstoß von Arjen Robben und rettete seine Mannschaft so in das Elfmeterschießen. In diesem hielt er auch gegen Ivica Olić einen Elfmeter und hatte maßgeblichen Anteil am ersehnten Titelgewinn der Blues. Während der Klub im Folgejahr seine Ziele größtenteils verfehlte, triumphierten sie 2013 durch einen 2:1-Sieg über Benfica Lissabon nun auch in der Europa League und Čech gewann seinen zweiten internationalen Titel.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Petr Čech | World in Stories