An diesem Tag

Peter von Biron

(1724-1800) Reichsgraf sowie Herzog von Kurland und Sagan

Anúncio

Peter von Biron (* 15. Februar 1724 in Mitau, Kurland; † 13. Januar 1800 in Gellenau, Grafschaft Glatz) war Reichsgraf und ab 24. November 1769 Herzog von Kurland und Semgallen sowie ab 6. April 1786 Herzog von Sagan. 1792 erwarb er die große Herrschaft Nachod in Ostböhmen.

Seine Eltern waren Herzog Ernst Johann von Biron aus dem Hause Biron von Curland und Benigna, geb. von Trotta gen. Treyden. Im Alter von 16 Jahren musste er zusammen mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Karl in die Verbannung nach Sibirien und – auf Veranlassung von Zarin Elisabeth I. – ein Jahr später nach Jaroslawl im Osten Russlands. 1762 hob Zar Peter III. die Verbannung auf und Zarin Katharina II. setzte 1763 Peters Vater Ernst Johann wieder zum Herzog von Kurland ein. Nach dessen Abdankung im Jahre 1769 wurde Peter sein Nachfolger.

Peter von Birons Amtszeit von 1769 bis 1795 war von der Unzufriedenheit der kurländischen Stände geprägt. Deshalb begann er, sich nach Preußen und Böhmen zu orientieren. Zu der von seinem Vater ererbten Freien Standesherrschaft Wartenberg im späteren Kreis Groß Wartenberg erwarb er

1785 das Schloss Friedrichsfelde bei Berlin,

1786 das Herzogtum Sagan in Schlesien, dessen Schloss er 1792–1796 umfangreich renovieren ließ,

1787 die Herrschaft Deutsch Wartenberg im Herzogtum Glogau,

1788 die Herrschaft Nettkow in der Neumark, Mark Brandenburg,

1792 das Schloss und die Herrschaft Nachod in Böhmen.

Durch die Dritte Teilung Polens 1795 entfiel die Lehnshoheit des polnischen Königs August Poniatowski, und Kurland wurde dem Russischen Kaiserreich einverleibt. Peter von Biron wurde von Zarin Katharina zur Abdankung gezwungen, wobei ihm eine jährliche Rente von 25.000 Dukaten und ein Wittum für seine Gemahlin zugesprochen wurde. Für seine kurländischen Besitzungen erhielt er zwei Millionen Rubel. Anschließend begab er sich mit seiner Familie auf sein Schloss Sagan. Im gleichen Jahr verkaufte er das Schloss Friedrichsfelde und erstand

1796 das Palais Czernin in Prag,

1798 die Herrschaft Hohlstein mit dem Schloss Hohlstein im Herzogtum Schweidnitz-Jauer und ebenfalls

1798 die Herrschaft Chvalkovice, die er mit der Herrschaft Nachod vereinte.

Seine böhmischen Besitzungen wurden in die Landtafel eingetragen.

Am 26. Oktober 1785 wurde Peter von Biron vom preußischen König Friedrich II. mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet.

Peter von Biron war musik- und kunstliebend. In seinen Schlössern besaß er umfangreiche Gemälde- und Kupferstichsammlungen. 1790 gab er bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin den Auftrag für ein vielteiliges Tafelservice. Das später mit „Kurland“ bezeichnete Tafelservice wird bis heute produziert.

Im Verhältnis zu seinen Untertanen war er fortschrittlich; in Mitau errichtete er auf Anregung von Friedrich Wilhelm von Raison die Academia Petrina, ein Akademisches Gymnasium, in seiner Herrschaft Nachod unterstützte er die Einrichtung von Dorfschulen und schaffte Erleichterungen beim Frondienst. Um 1795 bestätigte er seinen Nachoder Untertanen die Privilegien des böhmischen Königs Georg von Podiebrad.

Als er sich im Dezember 1799 krank fühlte, begab er sich von Nachod aus in das nahe gelegene Gellenau bei Kudowa, um sich von dem Arzt von Mutius, dessen Familie das Schloss Gellenau gehörte, behandeln zu lassen. Dort besuchte ihn die Herzogin Dorothea mit den vier Töchtern. Am 6. Januar 1800 verfasste Peter von Biron sein Testament und starb am 13. Januar 1800 auf dem Schloss Gellenau. Sein Leichnam wurde nach Sagan überführt und in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche, von der nur noch der Turm erhalten ist, beigesetzt.

Peter von Biron heiratete mehrfach. Seine erste Frau wurde 1765 Karoline Louise Waldeck-Pyrmont (1748–1782), eine Tochter von Karl August Friedrich zu Waldeck-Pyrmont. Die kinderlose Ehe wurde 1772 geschieden.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Peter von Biron | World in Stories