Peter Thom (* 6. Februar 1935 in Berlin; † 23. September 2005 in München) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.
Peter Thom wuchs in Berlin und Hannover auf. Nach dem Erreichen der Mittleren Reife begann er 1952 eine Bäckerlehre, die er aber nach einem halben Jahr abbrach, um die Schauspielschule Hannover zu besuchen. Sein erstes Engagement erhielt er 1954 an der Landesbühne Hannover. Von 1957 bis 1958 trat er am Niedersächsischen Staatstheater Hannover auf. Anschließend war er in seiner Geburtsstadt Berlin tätig. Zunächst an der Tribüne Berlin (1959) und von 1962 bis 1969 an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Ab 1979 war er am Bayerischen Staatsschauspiel in München unter Vertrag und ab 1983 zudem am Münchener Volkstheater.
Nächstes Jahr in Jerusalem von Arnold Wesker,
Alle meine Söhne von Arthur Miller (Tournee von 1974 mit René Deltgen),
Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht, mit Ruth Drexel und
Der Hauptmann von Köpenick (als Kalle) von Carl Zuckmayer, mit Hans Jürgen Diedrich, unter der Regie von Horst Sachtleben.
Zum Film kam er Ende der 1950er Jahre. Schon 1959 konnte man ihn in seiner ersten Hauptrolle erleben. Er spielte den Esel in dem Märchenfilm Die Bremer Stadtmusikanten. Weitere Filme folgten, wie Der Jugendrichter mit Heinz Rühmann, Die junge Sünderin mit Karin Baal und Heute kündigt mir mein Mann mit Gert Fröbe. Auch beim Fernsehen konnte er schnell Fuß fassen. Seine erste größere Rolle spielte er in zwei Folgen des fünfteiligen Straßenfegers Am grünen Strand der Spree nach dem Buch von Hans Scholz. Er verkörperte den noch minderjährigen Hans Wratislaw von Zehdenitz, der im August 1939 die Chance dem drohenden Krieg zu entkommen nicht wahrnimmt und im April 1945 kurz vor Berlin fällt. In dem dreiteiligen Krimi-Klassiker Die Schlüssel von Francis Durbridge spielte er das Mordopfer Phil Martin. Daneben sah man ihn in vielen Fernsehserien wie Kommissar Freytag, Das Kriminalmuseum und Hamburg Transit, sowie in Fernsehspielen wie Brille und Bombe – Bei uns liegen Sie richtig und Der Tod des Handlungsreisenden.
Auch als Hörspielsprecher war Thom tätig. In den ersten Jahren sprach er meistens Hauptrollen, wie 1960 in Durchgebrannt, 1972 in Zeitklippe oder 1971 in Horst M.: Lebenslänglich. Als viel beschäftigten Synchronsprecher kennt man seine Stimme aus vielen ausländischen Fernsehserien, darunter Die Simpsons, Task Force Police und Muppet Show. Häufig sprach er auch kleinere Nebenrollen, wie in der Synchronfassung des Spielfilms Casablanca von 1975 mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman.
Wegen gesundheitlicher Probleme wurden seine Rollen in den späteren Jahren zunehmend kleiner. Um 1998 gab er seine Arbeit vor der Kamera auf, etwa drei Jahre später auch seine Synchrontätigkeit. Thom, der seit vielen Jahren in München lebte, war seit 1958 verheiratet und hatte eine Tochter. Am 23. September 2005 nahm er sich im Alter von 70 Jahren mit einem Sprung aus dem 9. Stockwerk seines Wohnhauses das Leben. Er soll anonym auf dem Münchner Waldfriedhof beerdigt worden sein.
1960: Durchgebrannt (McTigue, genannt Tiger) – Regie: Rolf von Goth, mit Thomas Piper, Josef Sieber, Edith Schultze-Westrum
1963: Die Harakiri-Serie (von Herbert Asmodi) (Reporter) – Regie: Hans Dieter Schwarze, mit Hans Karl Friedrich, Claus Biederstaedt, Anne Kersten
1971: Horst M.: Lebenslänglich (Horst) – Regie: Günter Siebert, mit Friedhelm Ptok, Ursula Burg, Inken Sommer
1971: Gewinnen eines Einzelgrabes (Tilse) – Regie: Günter Bommert, mit Balduin Baas, Andreas Mannkopff, Marga Maasberg
1972: Zeitklippe (Der Boxer) – Regie: Günther Sauer, mit Alf Marholm
1973: Reine Luft (Piquet) – Regie: Günter Siebert, mit András Fricsay, Wolfgang Giese, Ernst-August Schepmann
1975: Goodby GI – Ein Song für Frank (Brooke) – Regie: Günther Sauer, mit Michael Thomas, Manfred Seipold, Marianne Mosa
1976: Stau (Kriminalobermeister) – Regie: Günther Sauer, mit Elisabeth Wiedemann, Gernot Duda, Gert Haucke
1981: Der Job vom November (Bilo) – Regie: Günther Sauer, mit Joachim Tennstedt, Hans-Helmut Dickow, Jochen Striebeck