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Peter Schneider (Schriftsteller)

Deutscher Schriftsteller

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Peter Schneider (* 21. April 1940 in Lübeck; † 3. März 2026 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.

Peter Schneider war der Sohn des Dirigenten und Komponisten Horst Schneider (1911–1978) und seiner Frau Anneliese, geb. Rademacher (1907–1948), der ältesten Tochter des Industriellen und Politikers Walther Rademacher (1879–1952). Er hatte drei Geschwister, Jost, Michael (* 1943) und Barbara, und verbrachte seine frühe Kindheit in Königsberg und in Sachsen. Von 1945 bis 1950 lebte die Familie in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen im Haus des Großvaters von Anneliese Schneider. Nach dem frühen Tod der Mutter und der erneuten Heirat seines Vaters zog die Familie 1950 nach Freiburg im Breisgau.

Nach seinem Abitur im Jahre 1959 studierte Schneider an den Universitäten Freiburg und München Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1962 wechselte er zur Freien Universität Berlin. Vor der Bundestagswahl 1965 kam er mit einer Reihe namhafter Schriftsteller im „Wahlkampfkontor“ der SPD zusammen und wirkte als Redenschreiber im Wahlkampfteam von Willy Brandt mit.

Im Laufe der 1960er Jahre machte Schneider eine politische Radikalisierung durch, die ihn zu einem der Wortführer und Organisatoren der Berliner Studentenbewegung werden ließ. 1967 war er an der Vorbereitung des „Springer-Tribunals“ beteiligt. Er war Mitglied einer „Projektgruppe Elektroindustrie“, die das Ziel des Aufbaus einer proletarischen Linkspartei verfolgte und die Mobilisierung der Arbeiterschaft anstrebte. Schneider arbeitete daher zeitweise als Hilfsarbeiter in den Bosch-Werken. Später unterrichtete er an einer Privatschule und arbeitete als freier Rundfunkmitarbeiter. 1972 legte er sein Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Wegen seiner politischen Aktivitäten verweigerte ihm 1973 der Berliner Schulsenator die Anstellung als Referendar. Diese Maßnahme wurde erst 1976 durch einen Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts aufgehoben.

Da er sich inzwischen eine Existenz als freier Schriftsteller aufgebaut hatte, verzichtete Schneider auf das Referendariat. Seine Erzählung Lenz war ab 1973 zum Kultbuch der enttäuschten Linken geworden, da es ihr Lebensgefühl nach dem Scheitern ihrer Utopie und Revolte beschrieb. Schneider verfasste seitdem Romane, Erzählungen und Drehbücher, die häufig Schicksale von Angehörigen seiner Generation zum Thema haben; daneben entstanden Werke über die Situation Berlins vor und nach der Wiedervereinigung. Seine 1982 erschienene Erzählung Mauerspringer brachte ihm auch international Bekanntheit und Anerkennung. Mit dem Roman um Antonio Vivaldi Vivaldi und seine Töchter (2019) schlug der Autor den Bogen zurück zu einem musikalischen Heros seiner Kindheit.

Schneider war auch ein bedeutender Essayist. Er hielt sich mehrmals als Gastdozent an der Stanford University, der Georgetown University und der Princeton University in den Vereinigten Staaten auf. 2008 hielt er die Göttinger Poetikvorlesungen. Er lebte in Berlin.

Peter Schneider war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und Mitgründer des PEN Berlin.

Er erhielt u. a. 1979 ein Villa-Massimo-Stipendium und 1983 den Förderpreis für Literatur des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 2009 wurde er mit dem Schubart-Literaturpreis ausgezeichnet. 2015 erhielt er das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds als Writer in Residence (Frühling 2016) an der Queen Mary University of London.

Schneider starb Anfang März 2026 im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Kulturrevolution. ’s Gravenhage 1973 (zusammen mit Walter Kreipe).

Schon bist du ein Verfassungsfeind. Berlin 1975.

Atempause. Reinbek bei Hamburg 1977.

Die Wette, Berlin 1978, ISBN 978-3-88022-186-4.

Messer im Kopf. Berlin 1979. (als Film 1978: Messer im Kopf)

Die Botschaft des Pferdekopfs und andere Essais aus einem friedlichen Jahrzehnt. Darmstadt u. a. 1981.

Der Mauerspringer. Erzählung. Darmstadt u. a. 1982 (von Reinhard Hauff als der Der Mann auf der Mauer verfilmt).

Ratte – tot. Darmstadt u. a. 1985 (zusammen mit Peter-Jürgen Boock).

Totoloque. Darmstadt u. a. 1985.

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