Peter Kettenfeier Rosegger (vor 1870 Roßegger oder Rossegger; * 31. Juli 1843 in Alpl, Herzogtum Steiermark, Kaisertum Österreich; † 26. Juni 1918 in Krieglach, Herzogtum Steiermark, Cisleithanien) war ein österreichischer Schriftsteller.
Die Schreibweise seines Namens Roßegger änderte er in Rosegger, als seine ersten Veröffentlichungen erschienen, da es in seiner Heimatgegend fünf Peter Roßegger gab, von denen einige nicht mit ihm verwandt waren und mit denen er nicht verwechselt werden wollte. Bis Mitte 1894 veröffentlichte er unter dem Namen P. K. Rosegger, danach scheint er seinen Rufnamen Peter vorgezogen zu haben. Den Namenszusatz Kettenfeier hatte er mit Bezug auf seinen Tauftag 1. August gewählt (Kirchenfest St. Peter ad Vincula). Für die Erzählung Das Unglück in Rieselwang benutzte er das Pseudonym Hans Malser.
Peter Rosegger wurde am Kluppeneggerhof in Alpl als das Älteste von sieben Kindern des Waldbauern Lorenz Roßegger (1814–1896) und dessen Ehefrau Maria Zeilbauer (1818–1872) geboren. Da in Alpl kein Schulzwang bestand, waren viele Einwohner Analphabeten, darunter auch sein Vater. Peter erfuhr nur einen beschränkten Schulunterricht. Ein Lehrer, der wegen seiner Sympathien für die Märzrevolution vom konservativen Pfarrer von der Schule verwiesen worden war, wurde von den armen Bauern aufgenommen und unterrichtete einige Bauernkinder, darunter auch Peter Rosegger.
Die Eltern wollten den Sohn zwar Pfarrer werden lassen, das Studium erschien aber als zu kostspielig. Weil er körperlich zu schwach war, Bauer zu werden, begann er als 17-Jähriger bei einem Wanderschneider in Sankt Kathrein am Hauenstein die Lehre. Er zog auf seiner Stör von Hof zu Hof und lernte dabei Leute und Bräuche kennen. Jakob Eduard Schmölzer ermunterte den jungen Rosegger, dabei vor allem Volkslieder, die er zu hören bekam, aufzuschreiben. Viele der mündlich tradierten Lieder und Geschichten blieben erhalten. Rosegger hatte als Störschneiderlehrling nur ein schmales Einkommen, mit dem er Bücher zu kaufen begann, anfangs hauptsächlich Dorfgeschichten. Bald darauf begann er selbst zu schreiben.
Roseggers Firmpate namens Schmiedhofer überredete den jungen Schneidergesellen, seine literarischen Versuche einem Redakteur anzuvertrauen, und war bereit, die von Rosegger verfassten Bände selber nach Graz zu bringen. Der Redakteur der Grazer Tagespost, Adalbert Svoboda, erkannte sein schriftstellerisches Talent und vermittelte ihn deshalb an die Grazer Akademie für Handel und Industrie. Von ihm stammte die Bezeichnung Naturdichter, gegen die Rosegger sein Leben lang ankämpfte. Unterstützt wurde er von dem Industriellen Johann Peter von Reininghaus, der in Graz-Reininghaus eine der größten Brauereien Österreichs betrieb.
1865 zog Rosegger nach Graz, in seine erste Wohnung in der Wickenburggasse 5, und besuchte als Gasthörer zusammen mit 15-Jährigen viereinhalb Jahre lang die Schule. Nebenbei arbeitete er als Bibliothekar und absolvierte verschiedene Assistenzdienste. 1869 veröffentlichte Rosegger seine Erzählungen und verließ die Akademie. Er besuchte danach einige Vorlesungen in Philosophie und Germanistik an der Grazer Karl-Franzens-Universität. Ein vom steirischen Landesausschuss bewilligtes Stipendium auf drei Jahre ermöglichte ihm den Aufenthalt in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Italien. Auf einer Bildungsreise im Sommer 1872 über Bologna, Florenz und Rom bis nach Neapel besichtigte er die antiken Ausgrabungen von Pompeji, Renaissance-Kunst.
Am 13. Mai 1873 heiratete er Anna Pichler, die Tochter eines Hartberger Hutfabrikanten, in der Mariagrüner Kirche in Graz. Am 20. Februar 1874 wurde den Eheleuten der Sohn Josef geboren, am 4. März 1875 kam beider Tochter Anna zur Welt, aber seine Frau verstarb am 16. März 1875 im Alter von nur 23 Jahren im Kindbett an einer Bauchfellentzündung. Das Paar lebte im Haus des Schwiegervaters in der Grazer Sackstraße Nr. 31. In dieser Zeit war Rosegger bereits als Schriftsteller bekannt.
1874 erhielt er nach Voranfrage beim Minister für Unterricht und Kultus, Karl von Stremayr, mehrmals Förderungsbeiträge, welche über Anfangsschwierigkeiten hinweghalfen. Außerdem konnte der Minister als „Schützer und Förderer der Volksschule“ zur Widmungsübernahme des Romanes Die Schriften des Waldschulmeisters (1875) gewonnen werden.
Ab 1869 stand Rosegger in freundschaftlicher und geschäftlicher Beziehung zu dem Verleger Gustav Heckenast aus Pest, die bis zu dessen Tod 1878 andauerte. Für Rosegger war Heckenast ebenso Förderer wie väterlicher Freund, der dem jungen Schriftsteller Bücher zukommen ließ und ihn auch in privaten Belangen unterstützte. Heckenast bot Rosegger auch die Herausgabe seiner Schriften an. Rosegger nahm das Angebot an – seitdem erschienen seine Publikationen bei Heckenast (insgesamt neun). Heckenast bewog Rosegger zur Herausgabe eines Kalenders, der in volksaufklärerischer Tradition auf Belehrung und moralische Bildung seiner Landsleute setzte und unter dem Titel Das neue Jahr im Jahre 1873 erstmals erschien. 1876 gründete Rosegger in Graz die volkstümliche Monatsschrift Heimgarten (die nach seinem Tod u. a. von Josef Friedrich Perkonig weitergeführt wurde).
1877 konnte sich Rosegger seinen Traum von der „Waldheimat“ erfüllen, nachdem seine Eltern 1868 wegen großer finanzieller Schwierigkeiten gezwungen gewesen waren, den Kluppeneggerhof zu verkaufen. Nach den ersten finanziell erfolgreichen Jahren als Schriftsteller wurde nach seinen eigenen Entwürfen in Krieglach das Haus erbaut, und bereits im Herbst zogen er und seine Kinder ein. Dieses Haus ist inzwischen ein Museum.
Am 1. Mai 1879 heiratete Rosegger in Krieglach seine zweite Frau Anna Knaur, die Tochter des Besitzers von Schloss Feistritz an der Mürz, der 1876 den Kluppeneggerhof gekauft hatte. Mit Anna Knaur hatte er drei Kinder: den späteren Schriftsteller Hans Ludwig Rosegger (1880–1929) sowie die Töchter Margarete (1883–1948) und Martha (1890–1948).
Ab 1878 unternahm Rosegger Lesereisen, die ihn u. a. nach Dresden, Leipzig, Weimar, Berlin, Hamburg, Kassel, Karlsruhe und München führten. In der Darstellung Meine Vorlesereisen berichtet er über seine Erlebnisse während dieser Zeit.
Nach Heckenasts Tod wurde Adolf Hartleben aus Wien sein neuer Verleger. Dort erschien 1883 der Roman Der Gottsucher, eines der bedeutendsten Werke Roseggers. In diesem Werk ist eine Begebenheit aus dem Jahr 1493 in Tragöß verarbeitet, bei der ein missliebiger Priester von Angehörigen des eigenen Pfarrvolkes ermordet worden war. Das Buch war außerordentlich beliebt; 13 Jahre nach Erscheinen wurde schon die 24. Auflage verlegt und im Jahre 1926 die 76. Auflage.
Aufgrund von Differenzen bei Honorarfragen und Editionsproblemen nahm Rosegger das Angebot des Leipziger Verlagsbuchhändlers Ludwig Staackmann an. Bei der Zusammenarbeit mit Staackmann entwickelte sich eine sehr persönliche und gute Beziehung. Nach Staackmanns Tod hielt Rosegger den guten Kontakt mit dessen Sohn aufrecht.
Ein Großneffe Peter Roseggers war der Politiker Anton Peltzmann.
Peter Rosegger verstarb am 26. Juni 1918 in seinem Landhaus in Krieglach im Alter von 74 Jahren.
Sein Grabmal befindet sich auf dem Friedhof in Krieglach. Er selbst wollte
Rosegger unterstützte auch den Deutschen Schulverein, so etwa 1909 durch den Spendenaufruf „2.000 Kronen mal 1.000 sind 2 Millionen Kronen“.