An diesem Tag

Peter Heywood

Britischer Seeoffizier

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Peter Heywood (* 6. Juni 1772 in Douglas auf der Isle of Man; † 10. Februar 1831 in Highgate) war ein Marineoffizier der britischen Royal Navy, der als junger Fähnrich Bekanntheit durch seine Verwicklung in der Meuterei auf der Bounty erlangte.

Peter Heywood wurde am 6. Juni 1772 als dritter Sohn und sechstes von elf Kindern von Peter John Heywood, Esq. (1738–1790), aus dessen 1762 geschlossener Ehe mit Elizabeth Spedding (1743–1808) auf dem familieneigenen Anwesen The Nunnery bei Douglas auf der Isle of Man geboren. Sein Geburtshaus ist nicht mehr existent, da dieses von einem nachfolgenden Besitzer zugunsten des heute an seiner Stelle stehenden Herrenhauses abgerissen wurde. Fünf ältere Geschwister wurden in der Pfarrkirche St. Matthew’s zu Douglas getauft, bzw. in die dortige Kirchengemeinde aufgenommen. Peter selbst wurde am 8. Juni 1772 in seinem Elternhaus getauft und am 19. Dezember desselben Jahres in die Gemeinde von St. James zu Whitehaven, Cumberland, aufgenommen, wohin die Familie zwischenzeitlich umgezogen war. Auch seine fünf jüngeren Geschwister wurden hier getauft.

Die Familie Heywood gehörte dem landbesitzenden niederen Adel (Gentry) an. Sie kann bis ins 11. Jahrhundert nach Heywood Hall, Lancashire, zurückverfolgt werden. Ein frühes prominentes Mitglied war Peter „Powderplot“ Heywood von Heywood Hall, der am 5. November 1605 bei der Vereitelung des Gunpowder Plot und Verhaftung von Guy Fawkes beteiligt war. Der auf Man sitzende Familienzweig wurde von dessen gleichnamigen Neffen (Peters Ur-Ur-Urgroßvater) im 17. Jahrhundert begründet, dessen Angehörige hier nachfolgend Ämter bekleideten und hohes Ansehen genossen. Der Vater amtierte zeitweilig als Second Deemster und die Mutter war die Tochter und einziges Kind eines wohlhabenden Kaufmannes, der auf dem Festland bei Whitehaven begütert war. In finanzielle Nöte geraten, musste der Vater 1773 The Nunnery verkaufen, worauf die Familie auf das Anwesen der Speddings auf dem Festland zog. Doch 1780 konnte sie auf die Insel zurückkehren und ein Haus in Douglas beziehen, nachdem der Vater die Stellung eines Verwalters (Seneschal) der Ländereien des Duke of Atholl auf der Insel angenommen hatte.

Ab dem Alter von elf Jahren wurde Peter auf die Schule nach Nantwich, Cheshire, geschickt. Nach einigen Jahren wechselte er auf die weiterführende Grammar School in St Bees, ganz in der Nähe von Whitehaven. Doch auf dieser blieb er nicht lange, da er von seinem entfernten Vetter James Modyford Heywood von Maristow protegiert im Oktober 1786 im Alter von vierzehn Jahren in Portsmouth der königlichen Marine beitrat.

Auf Man standen die Heywoods in Bekanntschaft mit Richard Betham, dem Schwiegervater von Lt. William Bligh, der im Sommer 1787 von der Admiralität das Kommando über die HMS Bounty mit dem Auftrag die Brotfrucht von Tahiti nach Jamaika zu transportieren erhalten hatte. Von Betham mit einer entsprechenden Empfehlung versehen, sollte dies die erste Fahrt des jungen Heywood werden. Von seinem Vater bis nach Liverpool begleitet und dort verabschiedet, reiste er auf dem Landweg weiter nach London. In den Dockyards von Deptford trug sich Peter Heywood im Alter von fünfzehn Jahren am 27. August 1787 zunächst als einfacher Matrose (Able Seaman) in die Musterungsrolle der Bounty ein. Doch dank seiner Empfehlung wurde er während der Verlegung in den Spithead vor Portsmouth von Bligh zum Fähnrich (Midshipman) ernannt. Von hier aus stach die Bounty am 23. Dezember 1787 in See.

Mit dem gleichaltrigen Fähnrich John Hallett und wahrscheinlich mit dem Matrosen Thomas Ellison, war der fünfzehnjährige Heywood einer der jüngsten Seemänner an Bord. Nur der Schiffsjunge Robert Tinkler war noch jünger. Insgesamt gehörten der Besatzung fünf Fähnriche an, wobei Hallet und Thomas Hayward von der Admiralität abkommandiert waren, während Heywood, George Stewart und Edward Young nur aufgrund des Ermessens von Bligh in diesen Rang erhoben wurden, weil sie als junge Gentlemen an eine Offizierslaufbahn herangeführt werden sollten. Mittschiffs unter Deck auf der Backbordseite nebst des Hauptaufstieges teilte sich Heywood eine Koje mit den sechs Jahre älteren Stewart und Hayward, zu denen er bald ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Besonders Stewart wurde von ihm als Vorbild angesehen, da dieser bereits über seemännische Erfahrung verfügte. Eine weitere Freundschaft gewann er zum ersten Steuermannsmaat Fletcher Christian, der nicht nur auch aus Cumberland stammte, sondern dessen Familie eine entfernte Verwandtschaft mit den Heywoods teilte. Auch Bligh war mit Christian nach gemeinsamen Fahrten freundschaftlich verbunden, weshalb er ihn am 2. März 1788 zu seinem Stellvertreter in der Schiffsführung (Acting Lieutenant) ernannte.

Während der Fahrt und des mehrmonatigen Aufenthalts auf Tahiti wird über Heywood kaum etwas berichtet. Spätere Äußerungen lassen darauf schließen, dass er während des Halts in Santa Cruz und Kapstadt die Gelegenheit hatte, private Korrespondenz an seine Familie zu adressieren. Nach der Ankunft auf Tahiti wurde er mit Christian, dem Kanonier Peckover und vier Seemännern zur Bewachung des Botanikers Nelson und dessen Assistenten Brown abkommandiert, weshalb er die meiste Zeit auf der Insel verbracht haben dürfte. Bereits in dieser Zeit hatte er sich, der einheimischen Sitte annehmend, erste Tätowierungen stechen lassen. Am 4. April 1789 ging die Bounty mit Kurs auf Jamaika wieder auf See.

In der Wacheinteilung gehörte Heywood der ersten von Steuermann Fryer geführten Wache an, die am 27. April 1789 um 20:00 Uhr ihren Dienst begann und um Mitternacht auf den 28. April von der zweiten Wache abgelöst wurde, wobei Heywood seinen Posten an Fähnrich Young übergab. In seiner Hängematte schlafend wurde er zusammen mit Stewart nach etwas mehr als fünf Stunden von dem Matrosen Matthew Thompson geweckt, der sich mit einem Entermesser bewaffnet auf die im Zwischengang unmittelbar neben ihrer Koje untergebrachte Waffenkiste gesetzt hatte. Von ihm erfuhren sie, dass eine Schiffsübernahme angeführt von Christian im Gange sei, der Bligh seines Kommandos enthoben habe. Kurz darauf erschien Corporal Churchill, der die Waffenkiste öffnete und die darin gelagerten Musketen an sich nahm, um sie an Deck zu bringen. Während Stewart vorzog, in der Koje zu bleiben, begab sich Heywood neugierig geworden über den Hauptaufstieg auf das Hauptdeck, was er später als einen schwerwiegenden Fehler beschrieb. Er fand das Deck besetzt mit nahezu der gesamten Mannschaft vor, von denen die meisten bewaffnet waren, während einige wenige sichtlich mit ihrer Verzweiflung rangen. Der gefesselte Bligh wurde auf dem Achterdeck am Besanmast von Christian und mehreren Meuterern in Schach gehalten, während auf dem Hauptdeck Bootsmann Cole, Zimmermann Purcell und einige andere gerade dabei waren, unter der Aufsicht Churchills die Barkasse zum Abfieren vorzubereiten. Nach Aufforderung Coles beteiligte sich Heywood daran, nach eigener und anderer Aussage in einem Zustand der Verunsicherung und Konfusion, zumal kein Mitglied der Schiffsführung einen erkennbaren Widerstand gegen die Meuterer leistete und man deren Anweisungen widerspruchslos ausführte. Noch bevor die Bemannung der Barkasse begann, wurde er auf Weisung Christians zurück in seine Koje unter Deck befohlen. Hier habe er gegenüber Stewart zunächst noch seine Absicht erklärt, auf dem Schiff bleiben zu wollen, habe doch Steuermann Fryer ebenfalls diese Absicht verfolgt, um eine spätere Rückeroberung unternehmen zu können. Doch nach der Ermahnung des älteren und erfahreneren Stewart, wonach ein Verbleib auf dem Schiff als Solidarisierung mit den Meuterern ausgelegt werden könne, habe er sich umentschieden, worauf sich beide Fähnriche unter Mitführung ihrer persönlichen Sachen auf das Deck zum Besteigen der Barkasse begeben wollten. In diesem Moment wurden sie von dem mittlerweile eine Pistole führenden Thompson, der noch immer unter Deck Wache stand, am Betreten eben dieses gehindert, nach mehreren Aussagen auf ausdrücklicher Weisung von Churchill. Von diesem nahmen sie das Versprechen ab, dem Kapitän ihr Verbleiben auf der Bounty gegen ihren Willen mitzuteilen, was er aber unterließ. Nach der Beobachtung des Bootsmannsmaats James Morrison wurden die beiden Fähnriche auf Weisung Christians erst dann zu ihm auf das Achterdeck beordert, als die mit den meisten Loyalisten besetzte Barkasse bereits auf einige Distanz achtern zur Bounty gegangen war, worauf er ihnen hier seine Gründe zur Schiffsübernahme dargelegt habe.

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