Peter „Cäsar“ Gläser (* 7. Januar 1949 in Leipzig; † 23. Oktober 2008 ebenda) war ein deutscher Rockmusiker. Als Gitarrist, Komponist, Bandleader und Solist durchlebte er eine wechselvolle Karriere und gehörte als Mitglied der Klaus Renft Combo und der Band Karussell zu den bekanntesten Musikern der Rockszene in der DDR. Nach knapp 25-jähriger Auseinandersetzung mit DDR-Behörden wurde Gläser Anfang 1989 nach West-Berlin ausgebürgert. Im Jahr 2007 gab Gläser bekannt, dass er von 1967 bis zu seiner Ausbürgerung als inoffizieller Mitarbeiter (IM) für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hatte.
Peter Gläser nahm als Kind Musikunterricht an der Volksmusikschule Leipzig (Blockflöte, Klavier, Klarinette und Fagott). Sein musikalisches Vorbild war damals Mr. Acker Bilk. Später erlernte er das Gitarrenspiel autodidaktisch. Nach dem Schulabschluss im Jahr 1965 erlernte er den Beruf eines Elektromonteurs. Mit der festen Absicht, Musiker zu werden, suchte er 1966 Klaus Renft auf und konnte diesen von seinen musikalischen Qualitäten überzeugen. Renft hatte zu dieser Zeit bereits die Absicht, eine neue Band zu gründen und probte mit Christiane Ufholz. Kurze Zeit später trat der 17-Jährige gemeinsam mit Renft als Barmusiker in der Leipziger Nachtbar Intermezzo auf. Seinen Künstlernamen Cäsar übernahm er von seinem Spitznamen aus Schulzeiten, da Mitschüler fanden, dass er wie Gaius Iulius Caesar aussähe.
Als sich 1967 das Verhältnis der DDR-Behörden zur Rockmusik wieder zu normalisieren begann, formierte Renft seine Klaus Renft Combo neu und holte Peter Cäsar Gläser als Gitarristen in die Band. Kurze Zeit später musste er seinen Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) ableisten. In dieser Zeit wurde er von Jürgen Matkowitz vertreten. Gläser spielte während seines Wehrdienstes in einer Armeeband gemeinsam mit Thomas Bürkholz und Jochen Hohl. 1969 kehrte er in die Band zurück und gehörte ihr bis 1975 an. Die Renft-Combo entwickelte sich zu einer der führenden Bands in der Rockszene der DDR. Titel wie Wer die Rose ehrt, Zwischen Liebe und Zorn, Cäsars Blues, Apfeltraum und Ketten werden knapper, an deren Entstehen Gläser beteiligt war, wurden zu Hits.
Die Band nannte sich ab 1974 Renft. Gerulf Pannach schrieb Texte, die immer systemkritischer wurden. Gläser hatte inzwischen ein Studium in den Fächern Gitarre, Klavier, Tonsatz und Instrumentation an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig begonnen, da sein vorläufiger Berufsausweis an eine fachliche Qualifizierung gebunden war. Er wurde jedoch 1975 wegen „schlechter Studiendisziplin“ exmatrikuliert. Renft wurde am 22. September 1975 verboten. Gläser wechselte später an die Berufsmusikerklasse der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin und erhielt mit einem Abschluss dort seinen endgültigen Berufsausweis.
Im April 1976 wechselte Peter „Cäsar“ Gläser gemeinsam mit dem Ex-Schlagzeuger von Renft, Jochen Hohl, zur Band Karussell. Die Band etablierte sich bald beim Publikum als die „Nachfolgeband“ von Renft und hatte gefeierte Kompositionen von „Cäsar“ im Repertoire. Mit den Titeln Ehrlich will ich bleiben, Autostop, Whisky, Mc Donald oder Lebe entstanden neue Hits, die dem Lebensgefühl der unangepassten Jugendlichen, insbesondere der Kundenszene entsprachen.
Die Band, welche als Rockband mit Blues-Ambitionen gestartet war, unterlag zunehmend aktuellen Popeinflüssen, erlangte jedoch dadurch stärkere Medienpräsenz. Allerdings versuchten die Medien, besonders das DDR-Fernsehen, die Herkunft der Ex-Renftmusiker zu verschweigen. 1981/1982 tourte Gläser mit der Band durch die Sowjetunion, Polen, Bulgarien und Finnland. Die häufig wechselnde Bandbesetzung sowie der Zwang, sich ständig mit den DDR-Behörden arrangieren zu müssen und dennoch an den Traditionen von Renft festhalten zu wollen, machten Gläser, der das Profil der Band maßgeblich geprägt hatte, „müde“, so dass er 1983 schließlich frustriert die Band verließ.
Anfang Januar 1983 vereinte das DDR-Plattenlabel Amiga für ein einmaliges Bandprojekt bekannte Musiker der Rock- und Bluesszene der DDR in der AMIGA Blues Band. Mit Peter Cäsar Gläser (Gitarre, Gesang) spielten in der Band:
Michael Lefty Linke (Gitarre, Gesang) von Monokel,
Frank Gala Gahler (Mundharmonika, Gesang) von NO 55, ehemals Monokel,
Wolfram Boddi Bodag (Piano, Gesang) von Engerling,
Gerhard Hugo Laartz (Piano, Gesang) von der Modern Soul Band,
Georgi Gogow (Bassgitarre, Violine) von NO 55, ehemals City,
Herbert Junck (Schlagzeug) von der Hansi Biebl Band
Begleitet wurden sie von Helmut Forsthoff (Altsaxofon), Claus-Dieter Knispel (Trompete), Dagobert Darsow (Posaune) und Norbert Jäger (Perkussion). Diese Band nahm die Langspielplatte not fade away auf und gab ihr Live-Debüt am 29. Januar 1983 bei Rock für den Frieden im Ost-Berliner Palast der Republik. Im selben Jahr fanden weitere Konzerte in Städten der DDR statt.
Noch im gleichen Jahr gründete Gläser unter seinem Künstlernamen Cäsar seine erste eigene Band und versuchte einen Neubeginn. Zu Cäsars Rockband gehörten:
Peter Gläser (Gitarre, Flöte, Gesang),
Bernd Herchenbach (Bassgitarre),
Jürgen Paul Dinter (Gitarre, Gesang)