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Peter Concorz

Deutsch-österreichischer kaiserlicher Kammerbildhauer, Hofsteinmetzmeister, Hofbaumeister und Hofbauschreiber des Barock

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Peter Concorz (* 1605 in Trier; † 10. April 1658 in Wien) war kaiserlicher Kammerbildhauer, Hofsteinmetzmeister, dann Hofbauschreiber und 1656/57 Hofarchitekt. In manchen Quellen wird er auch als Concord, Conchort, Chonchartz oder Khonkhortz bezeichnet.

Peter wurde in der kreisfreien Stadt Trier im Heiligen Römischen Reich geboren.

Erste Informationen über Concorz findet man ab 1622 in Nikolsburg. Kardinal Franz Xaver von Dietrichstein ließ die Loretokapelle zur Pfarrkirche ausbauen. Er beauftragte den Architekten Giovanni Giacomo Tencalla, für die Steinmetzarbeiten Pietro Maderna und für die bildhauerische Ausgestaltung Peter Concorz.

Peter Concorz heiratete am 20. Jänner 1630 im Stephansdom Maria Reischin, Witwe des Handelsmannes Wilhelm Reisch.

Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein (1611–1684) beauftragte 1632 seinen Baumeister Giovanni Giacomo Tencalla, die Parkanlage von Schloss Eisgrub mit Wasserkünsten auszugestalten. Die Durchführung oblag dem Hof-Steinmetzmeister Pietro Maino Maderno gemeinsam mit seinem jüngeren Kollegen Peter Concorz.

1637 erfolgte seine Ernennung zum Kammerbildhauer mit Hoffreiheit und Hofquartier, aber ohne Besoldung. In einem Schreiben an die Meister der Wiener Bauhütte verweist Peter Concorz auf seine besonderen Rechte als Hofhandwerker. Diese Rechte stellten für die zünftigen Meister ein großes Ärgernis dar. Siehe auch Elias Hügel.

Konflikt Steinmetz – Bildhauer

Die Wiener Steinmetzmeister beschuldigten Peter Concorz, niemals das Handwerk gelernt zu haben. In mehreren Schreiben an den Wiener Stadtrat forderten sie seine Bestrafung. Diesen Bildhauer, der von unserer Hantierung nicht abläßt, die er nicht kann, noch weniger gelernt hat, bestrafen und zu arrestieren. Seine, von uns gewarnten Gesellen zum kaiserlichen Stadtgericht in Verhaftung zu nehmen und das mitgebrachte Steinwerk hinweg geben zu können. Ein weiteres Argument ist das Steinmetzzeichen. Ihm und seinen Gesellen soll es verboten sein, ein solches zu verwenden. Denn – dann könnten wir Steinmetzen auch Goldschmied-Gesellen ausbilden.

1638 kaufte er mit Frau Maria das Haus auf der Freyung Nr. 157, an der Ecke Renngasse und Freyung liegend, mit dem Schildernamen „Zum goldenen Strauß“. Heute ist dort die Kunsthalle des Kunstforums Wien.

Großauftrag Wiener Schottenkirche

Am 21. Mai 1634 kam es zu einem Vorkommnis, als Kaiser Ferdinand II. mit Gemahlin Eleonora Gonzaga und Töchtern die Schottenkirche besuchte. Steinchen, die sich vom Kirchengebäude losgelöst hatten, gaben Anlass zu einer wilden Panik, wobei der Kaiser selbst zu Boden geworfen wurde. Man meinte, die Kirche stürze ein. Das war der Anfang vom Ende des alten Gebäudes. Im nächsten Jahr brannte der Turm vom Blitz getroffen ab, wurde zwar 1636 wieder aufgebaut, brach aber am 3. Februar 1637 abermals zusammen, ... weil er nur auf die alte Runzen gebauet war worden.

Hofsteinmetzmeister Peter Concorz hatte sich schon an den Arbeiten am Turm des alten Gotteshauses beteiligt und bei dessen Einsturz selbst in große Lebensgefahr geraten. Diese Steinmetzarbeit am Turm erregte den Ärger der bürgerlichen Steinmetzen der Haupthütte Wien. Sie hielten ihm vor, niemals das Handwerk gelernt zu haben und forderten in einigen Schreiben an den Stadtrat zu Wien seine Bestrafung.

Im Juli 1638 schloss Abt Johann Walterfinger des Schottenstiftes mit Markus Spätz und Antonio Carlone, Maurer und Baumeister in Wien, einen Vertrag. Der erstere hatte die Bauleitung inne, der andere die Bauaufsicht. Krankheitshalber musste Carlone zurücktreten.

Abt Johann starb während der Bauarbeiten, am 2. März 1642 vergab der neue Abt Anton Spindler den Auftrag an Andrea Allio den Älteren und dessen Neffen Andrea Allio den Jüngeren, wonach die alte Kirche abgerissen und die neue samt zwei Türmen und Gruft aufgebaut werden sollte. Sämtliche Steinmetzarbeiten wurden Peter Concorz, kaiserlicher Kammerbildhauer und Hofsteinmetz, übertragen. Ging man beim Chor noch etwas rücksichtsvoller vor (daher existieren noch romanische Reste), so kannte man beim Hauptschiff keine Schonung. In den Jahren 1642/43 begann der Wiederaufbau der Schottenkirche. Die Frage nach den verwendeten Steinen wurde durch den Kauf eines Steinbruchs in Kaisersteinbruch beantwortet.

Über die Errichtung des Hauptturmes schloss man einen eigenen Vertrag ab. Etwas verfrüht, lange vor ihrer eigentlichen Vollendung, wurde die Kirche am 31. Mai 1648 durch Fürsterzbischof Philipp Friedrich Graf von Breuner konsekriert. Anlässlich dieser Feierlichkeiten bekam Meister Peter Concorz vom Stift einen Ackergrund in Hernals.

Tätigkeit in der kaiserlichen Favorita

In den Hofzahlamtsbüchern ist Concorz Mitwirkung bei dieser Hofarbeit ab 1639 verzeichnet. Diese ausgedehnte, mehrhöfige kaiserliche Lustschlossanlage wurde 1615 zum Sommersitz von Kaiser Matthias und Kaiserin Anna ausgebaut. Die Bezeichnung Favorita besteht seit 1623. Danach erfolgte die Anlage des Lustgartens durch Giovanni Battista Carlone und bauliche Erweiterungen.

1642 Kauf eines Steinbruchs im kaiserlichen Steinbruch

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