An diesem Tag

Peter Bichsel

Schweizer Schriftsteller

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Peter Bichsel (* 24. März 1935 in Luzern; † 15. März 2025 in Zuchwil) war ein Schweizer Schriftsteller und Kolumnist. Er wurde 1964 mit seinen Kurzgeschichten Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen bekannt. Auch seine 1969 erschienenen Kindergeschichten gehören zum Kanon der deutschsprachigen Literatur. 1971 war er Mitbegründer der Gruppe Olten und 1978 Mitinitiator der Solothurner Literaturtage. Für den SP-Bundesrat Willi Ritschard arbeitete er als persönlicher Berater und Ghostwriter. Der Meister der schnörkellosen Kurzgeschichte gilt als einer der bedeutendsten Autoren der Schweiz.

Peter Bichsel wuchs als Sohn des Willi Bichsel, Malermeisters und Angestellten der Schweizerischen Bundesbahnen, und der Lina Bichsel, geborene Schär oder Bieri, zunächst in Luzern, ab 1941 in Olten auf. Am Lehrerseminar Solothurn liess er sich zum Primarlehrer ausbilden. 1956 heiratete er die Schauspielerin Therese Spörri (1930–2005). Die beiden waren Eltern von Christa und Matthias. 1957 wurde Peter Bichsel Lehrer in Zuchwil.

Im Jahre 1957 trat er der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz bei, aus der er 1995 wieder austrat. Die solothurnische SP war mit dem Slogan «Kussecht und vogelfrei» in den Wahlkampf gezogen. Bichsel mochte diesen Sauglattismus nicht. Er bezeichnete sich selber als Sozialist. Ab 1955 bis 1968 – und ein letztes Mal 1973 – arbeitete er als Primarlehrer. Ab 1968 war er als freier Schriftsteller tätig. Zwischen 1974 und 1981 war er als persönlicher Berater und Redenschreiber für Bundesrat Willi Ritschard tätig, mit dem er befreundet war. Auch mit dem Schriftsteller Max Frisch war er bis zu dessen Tod 1991 eng befreundet. Gemeinsam mit Siegfried Unseld, Adolf Muschg und Peter von Matt war er 1979 Mitbegründer der Max Frisch-Stiftung. Am 9. April 1991 hielt er die Trauerrede auf den Schriftsteller in der Kirche St. Peter in Zürich.

Massgeblichen Anteil an seinem literarischen Durchbruch soll Jörg Steiner gehabt haben, der ihn an Peter Lehner für erste Lesungen und später an Otto F. Walter zur Herausgabe des «Milchmann»-Prosabandes vermittelte.

Anfang der 1970er Jahre bis Ende der 1980er Jahre hatte er mehrere Gastdozenturen an amerikanischen Universitäten inne. 1980 war er Gastprofessor an der Universität Essen, 1981/82 hielt er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zwischen 1980 und 1982 war er Stadtschreiber von Bergen, 1996 Mainzer Stadtschreiber.

Bichsel lebte in Bellach bei Solothurn. Er starb kurz vor seinem 90. Geburtstag in einem Pflegeheim in Zuchwil.

Nach kleineren Veröffentlichungen – vor allem Lyrik – in Zeitungen erschien 1960 ein erster Prosaversuch als Privatdruck. Im Winter 1963/1964 nahm er an einem Prosa-Schreibkurs am Literarischen Colloquium Berlin teil, geleitet von Walter Höllerer. Von diesem Kurs zeugen der Dokumentationsband Prosaschreiben (1964) und der Gemeinschaftsroman Das Gästehaus (1965) der Teilnehmer, unter ihnen Hubert Fichte und Klaus Stiller, zu dem Bichsel das erste Kapitel beisteuerte.

1964 wurde er mit seinen Kürzestgeschichten in Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen auf einen Schlag bekannt; die Gruppe 47 nahm ihn auf und verlieh ihm 1965 ihren Literaturpreis. 1968 wurden in der Weltwoche seine ersten Kolumnen veröffentlicht, die seither, zuletzt in der Schweizer Illustrierten, sozusagen sein Hauptwerk bilden. 2005 erschien die Gesamtausgabe Kolumnen, Kolumnen. Er äusserte sich in diesen Kolumnen öfter zu politischen Fragen. 1970 trat er zusammen mit 21 weiteren bekannten Autorinnen und Autoren aus dem Schweizerischen Schriftstellerverband aus und beteiligte sich an der Gründung der Gruppe Olten. 1978 war er Mitinitiator der Solothurner Literaturtage.

Peter Bichsel war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Sein Archiv befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.

1964, 1999: Einzelwerkpreise der Schweizerischen Schillerstiftung

1965: Förderungspreis (Stipendium) des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg

1966: Förderungspreis der Stadt Olten

1970: Prämie beim Deutschen Jugendbuchpreis, für die Kindergeschichten

1978: Kunstpreis des Kantons Solothurn

1978: Literaturpreis des Kantons Bern

1981/82: Stadtschreiber von Bergen

1986: Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg

1987: Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung

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