An diesem Tag

Peter Behrens

Deutscher Maler, Architekt und Designer

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Peter Behrens (* 14. April 1868 in Hamburg; † 27. Februar 1940 in Berlin) war ein deutscher Architekt, Maler, Designer und Typograf, der als Pionier des modernen Industriedesigns gilt.

Behrens absolvierte zunächst eine Ausbildung als Kunstmaler, wurde dann vor dem Ersten Weltkrieg in der Baukunst zum Vorreiter der sachlichen Architektur und des Industriedesigns. Er ist bekannt insbesondere als Mitbegründer des Deutschen Werkbundes und durch seine umfassende gestalterische Tätigkeit für die AEG vor dem Ersten Weltkrieg. Er gilt als Prototyp („Urbild“) des Industriedesigners und zugleich als Erfinder des Corporate Design, indem gestalterische Aufgaben der AEG vom Briefbogen über Produkte wie elektrische Teekessel bis hin zu deren Fabrikbauten allesamt unter seiner Regie standen. Besondere Bedeutung erlangte das von ihm geführte Architekturbüro, weil dort später berühmt gewordene Architekten – unter anderem Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier – fast gleichzeitig gearbeitet hatten.

Behrens war auch für die Schriftgießerei der Gebrüder Klingspor als Schriftgestalter tätig. Hier entwarf er eine Reihe von Satzschriften u. a. 1907 die Behrens Antiqua.

Markant ist der unter seiner Mitwirkung gestaltete Schriftzug Dem deutschen Volke am Berliner Reichstagsgebäude.

Der Sohn einer evangelischen schleswig-holsteinischen Gutsbesitzerfamilie besuchte ab September 1877 das Christianeum in Altona, das er nach der Quarta Ostern 1882 wieder verließ. Von 1885 bis 1891 studierte er Malerei an den Kunstakademien in Karlsruhe (ab 1885), Düsseldorf (ab 1889) und München.

In Düsseldorf war er Schüler des Malers Ferdinand Brütt und wohnte in der Goltsteinstraße 18. München, wo er ab 1892 selbstständig zu arbeiten begann, prägte Behrens besonders als damals anerkanntes Zentrum der Jugendstilbewegung. Im Jahr 1890 unternahm er eine Studienreise in die Niederlande, um sich mit den Werken der dortigen Luminaristen zu beschäftigen. Behrens war 1892 Mitbegründer der Münchener Secession, aus der er bald wieder austrat, um unter anderem mit Max Slevogt und Lovis Corinth die Freie Vereinigung Münchner Künstler zu gründen. Des Weiteren war Behrens 1897 Mitbegründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk. Freundschaften zu Mitgliedern des Pan-Kreises, so Otto Julius Bierbaum und Otto Erich Hartleben, gaben ihm die Möglichkeit, an deren Zeitschrift mitzuarbeiten und durch Abdruck von Holzschnitten und anderer Arbeiten bekannter zu werden. Er wandte sich nun eher dem Kunsthandwerk zu; es entstanden Arbeiten aus Glas und Porzellan. Im Jahre 1899 (a. Q.: 1890) heiratete er die Künstlerin Lilli Krämer.

Im Jahr 1899 erhielt er eine Berufung an die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Dort fing Behrens an, sich mit Architektur zu beschäftigen. Die Initiative zu einer solchen Künstlergemeinschaft ging auf den hessischen Großherzog Ernst Ludwig zurück, der junge Künstler aus verschiedenen Bereichen nach Darmstadt berief. Als sich die Kolonie 1901 der Öffentlichkeit mit der Ausstellung Ein Dokument Deutscher Kunst vorstellte, war es vor allem das von ihm selbst von der Fassade bis zum Besteckset geplante Haus Behrens, das überzeugte. Allerdings stießen sich einige Fachleute an der Tatsache, dass Behrens in Sachen Architektur ein reiner Autodidakt war.

Heute gehört das Haus Behrens zum UNESCO-Welterbe.

Durch den frühen Tod seines Freundes Otto Eckmann, der die Drucksachen der Helios Elektrizitätswerke Köln-Ehrenfeld gestaltete, entstanden erste Kontakte zur elektrotechnischen Industrie. Behrens vollendete Eckmanns Arbeit einer Anzeige im Katalog zur Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf 1902.

1902 begann Behrens neben seiner Tätigkeit in Darmstadt auch Meisterkurse am Bayerischen Gewerbemuseum in Nürnberg zu halten. Er sah darin die Möglichkeit, die Handwerker mit den Ideen der progressiven Künstler vertraut zu machen. 1903 verließ er Darmstadt und die Künstlerkolonie, wo er sich gegen den (akademisch ausgebildeten) Architekten Joseph Maria Olbrich nicht recht hatte durchsetzen können.

Um den Posten des Direktors der Kunstgewerbeschule Düsseldorf bewarb sich Behrens am 3. Oktober 1902 bei der Stadt Düsseldorf auf deren Anfrage vom 17. September hin. Unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Wilhelm Marx entschied sich die Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember 1902 für Behrens und gegen seine Mitbewerber Martin Dülfer sowie Wilhelm Kreis, so dass er als 34-Jähriger für ein ungewöhnlich hohes Eingangsgehalt von 6600 Mark am 15. März 1903 seinen Dienst als Direktor der Kunstgewerbeschule antreten konnte.

Diese Arbeit gestaltete sich zunächst schwierig, da die Düsseldorfer Kunstszene von der Kunstakademie dominiert wurde und einige derer Autoritäten für die künstlerische Auffassung von Behrens wenig Verständnis hatten. Das änderte sich auch nicht, als Behrens 1904 an der Großen Gartenbau-Ausstellung in Düsseldorf teilnahm und einen „Architektonischen Garten“ vor dem Kunstpalast vorschlug, zu dessen Gestaltung er mit Entwürfen von Holzzäunen, Pergolen und Löwenbänken bzw. Marmorbänken mit Katzen, gefertigt vom Bildhauer Rudolf Bosselt, beitrug. Die Treillagen trugen ihm in Düsseldorf den Scherz- und Spottnamen Lattenpitter ein und wurden Mitte der 1920er Jahre unter Wilhelm Kreis bei der Anlage des Ehrenhofs abgebrochen. Eine Marmorbank mit Katzen steht heute recht verwittert an der Goltsteinparterre hinter dem Schauspielhaus. Im Auftrag von Heinrich Frauberger, dem Direktor des Central-Gewerbe-Vereins für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke, entwarf er 1904 einen Lesesaal der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf, der auf der Louisiana Purchase Exposition in St. Louis ausgestellt und bis 1906 in einem Erweiterungsbau am Kunstgewerbemuseum Düsseldorf verbaut wurde.

Karl Ernst Osthaus, der Direktor des Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe in Hagen, war in diesen Zeiten einer der wenigen, die Behrens unterstützten. Über Osthaus kam Behrens in Verbindung zur Firma Hagener Textilindustrie Gebr. Elbers, für die er in der Folgezeit zahlreiche Entwürfe für Textilien anfertigte. Eine weitere bedeutende Kooperation ging Behrens mit Gustav Gericke ein, für dessen Delmenhorster Linoleum-Fabrik AG er auf der Oldenburger Landesausstellung 1905 den Anker-Linoleum-Pavillon sowie das Corporate Design in Form von Briefbögen, Plakaten und Broschüren entwickelte.

In der Folgezeit richtete Behrens in Düsseldorf auch Typografiekurse ein. Zu diesem Zweck kontaktierte er 1906 über Hermann Muthesius den Briten Edward Johnston, der seit 1902 am Royal College of Art ähnliche Kurse abgehalten hatte. Behrens hatte bereits seit 1901 verschiedene Schrifttypen entwickelt, so Behrens-Fraktur, Behrens-Kursiv und Behrens-Antiqua. Das Pflanzen- und Ornamentzeichnen ließ Behrens nach der Methode von Moritz Meurer unterrichten.

Behrens hatte in Düsseldorf einen großen Kreis von Schülern, die sich später in der Vereinigung Der Ring (Berliner Zehner-Ring) zusammenschlossen und die Zeitschrift Ring herausgaben. Zehn Jahre später, im Jahre 1918, erwirkte Fritz Roeber, der Direktor der Kunstakademie Düsseldorf, die Übernahme der auch durch Behrens’ Wirken renommierten Architekturausbildung der Kunstgewerbeschule, ihrer Dozenten und Schüler.

Als Direktor der Kunstgewerbeschule unternahm Behrens zwischen März 1903 und August 1907 insgesamt 72 Dienstreisen, etwa nach Den Haag, Wien, London, Karlsruhe, München, Dresden, Berlin, Hamburg und Oldenburg, unter anderem zur „Besprechung über die Weltausstellung in St. Louis mit offiziellen Stellen“, zur Besichtigung anderer Kunstschulen, zum Dialog mit Künstlern oder über den Bau einer Kunsthalle. Im zweiten Jahr seines Direktorats bat er Theodor von Möller, den Berliner Minister für Handel und Gewerbe, ihn von seiner Unterrichtsverpflichtung, die auf sechs Wochenstunden festgelegt war, zu entbinden, was dieser ihm widerwillig und rügend bewilligte.

1907 ließ Behrens sich in Berlin als selbstständiger Architekt nieder. Vorher hatte er bereits einige Aufträge zur Innen- und Außengestaltung von Gebäuden übernommen, so 1905 einen Vortragssaal des Folkwang-Museums in Hagen, der eigentlich wie der Rest des Gebäudes von Henry van de Velde hätte ausgeführt werden sollen. Mit Anna Simons zusammen entwarf er dort 1916 den Schriftzug Dem deutschen Volke am Berliner Reichstagsgebäude von Paul Wallot.

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