Johann Peter Altmeier (so der vollständige Taufname; * 12. August 1899 in Saarbrücken; † 28. August 1977 in Koblenz) war ein deutscher Politiker (Zentrum, später CDU). Von 1947 bis 1969 war er der zweite Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz. Mit fast 22 Jahren Amtszeit ist er der bisher am längsten ohne Unterbrechung regierende Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes.
Peter Altmeier war, als einer von acht Kindern, ein Sohn des gleichnamigen Meisters in einer Eisengießerei und dessen Ehefrau Maria, geb. Zenner. 1906 zog die Familie nach Koblenz, wo der Vater zum hauptamtlichen Sekretär der Katholischen Arbeitervereine bestellt wurde.
Nach dem Besuch der Volksschule wurde Peter Altmeier zur Armee eingezogen, nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und geriet im Oktober 1918 in französische Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft besuchte Altmeier die Handelsschule und absolvierte 1922/1923 eine kaufmännische Ausbildung. Anschließend arbeitete er als leitender Angestellter in einem rheinischen Lebensmittel-Großhandel, in dem er zum Prokuristen aufstieg. Von 1940 bis 1946 war er Geschäftsführer des Großhandelsbetriebes und dessen Mitinhaber.
Im Januar 1945 wurde sein Haus in Koblenz ausgebombt. Altmeier lebte mit seiner Familie (siehe unten) vorübergehend in Bad Ems.
Während der Zeit der Weimarer Republik schloss Altmeier sich dem Windthorstbund an und wurde Mitglied der Zentrumspartei. Nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 sollte er festgenommen werden, konnte sich aber durch Flucht der Inhaftierung entziehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Gründern der CDU. Von 1946 bis 1966 war er Landesvorsitzender der Christdemokraten in Rheinland-Pfalz. Sein Nachfolger war Helmut Kohl, der ihn 1969 auch als Ministerpräsident ablöste.
Altmeier war von 1927 bis 1933 Stadtverordneter in Koblenz. Nach der Befreiung der Stadt 1945 durch die Alliierten wurde er Mitglied des dortigen Bürgerrates.
Altmeier war 1946/1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung von Rheinland-Pfalz und wurde anschließend in den Rheinland-Pfälzischen Landtag gewählt. Hier war er 1947 Vorsitzender der CDU-Fraktion sowie Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses. 1971 schied er aus dem Landtag aus.
Altmeier wurde im Februar 1946 von der französischen Besatzungsbehörde zum Regierungspräsidenten von Montabaur ernannt. Nach der ersten Landtagswahl wurde er am 9. Juli 1947 als Nachfolger von Wilhelm Boden zum Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz gewählt. Er regierte zunächst mit einem Allparteienkabinett aus CDU, SPD, LDP und KPD, bildete im Dezember 1949 eine Große Koalition und übernahm nach der Landtagswahl 1951 die Leitung einer christlich-liberalen Koalition. Obwohl die CDU bei den Landtagswahlen 1955 und 1959 jeweils die absolute Mehrheit im Landtag erreicht hatte, behielt er das Regierungsbündnis mit der FDP bei. Auch 1963 und 1967 wurde jeweils eine CDU/FDP-Koalition gebildet.
In Personalunion zum Ministerpräsidentenamt leitete Altmeier vom 9. April 1948 bis zum 18. Mai 1967 das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr, zudem vom 20. Oktober 1949 bis zum 12. Juni 1951 das Innenministerium. 1954/55 und 1965/66 amtierte er turnusgemäß als Präsident des Bundesrates.
Während Altmeiers Amtszeit wurde im Mai 1950 der Umzug der Landesregierung von Koblenz nach Mainz vollzogen, im April 1963 nahm in Mainz das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seinen Betrieb auf. Im Jahr 1956 wurde Altmeier Vorteilsnahme vorgeworfen, nachdem er die Koblenzer Amtsvilla, in der er bis dahin als Regierungschef zur Miete gewohnt hatte, zu einem äußerst niedrig geschätzten Verkaufswert erwerben konnte.
Energisch trat Altmeier der Deutschen Reichspartei (DRP) entgegen. In seiner Rede im Mainzer Landtag am 12. Januar 1960 ging er mit Hans Schikora, dem einzigen Abgeordneten der DRP, hart ins Gericht. Nur zwei Wochen später, am 26. Januar 1960, löste Innenminister August Wolters den Landesverband Rheinland-Pfalz der DRP auf, das erste Parteiverbot in der Bundesrepublik Deutschland auf Landesebene.
Altmeier widmete sich dem Ausbau der Infrastruktur in Rheinland-Pfalz. Im Mai 1964 wurde der Mosel-Schifffahrtsweg eröffnet. Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden im Oktober 1968 die ehemaligen fünf Regierungsbezirke auf die Bezirke Koblenz, Rheinhessen-Pfalz und Trier reduziert. Nicht zuletzt machte Altmeier sich um die Schaffung eines „Landesbewusstseins“ in dem neugebildeten Bundesland verdient.
Am 18. Mai 1969 trat Altmeier auf Wunsch der Partei als Ministerpräsident zugunsten von Helmut Kohl zurück. Schon 1966, bei der Wahl Helmut Kohls zum Landesvorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz, hatte der Parteitag entschieden, dass Kohl „zu gegebener Zeit“ auch Altmeiers Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten werden solle.
1969 war er das letzte Mitglied einer deutschen Landesregierung, das seit der Konstituierung des Bundesrates 1949 dort ordentliches Mitglied war.
Peter Altmeier heiratete 1925 Margarete Merl. Das Ehepaar hatte zwei Kinder.
Peter Altmeiers Bruder Hanns war ein bekannter Kunstpädagoge, Maler und Grafiker.