Peter Altmaier (* 18. Juni 1958 in Ensdorf (Saar)) ist ein deutscher ehemaliger Politiker (CDU). Er war von 1994 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Unter Kanzlerin Angela Merkel übernahm er mehrere Ministerposten.
Vom 14. März 2018 bis zum 8. Dezember 2021 war Altmaier Bundesminister für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel IV. Davor war er ab dem 17. Dezember 2013 Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts im Kabinett Merkel III. Zusätzlich war er vom 24. Oktober 2017 bis zum 14. März 2018 auch kommissarischer Bundesfinanzminister nach der Wahl Wolfgang Schäubles zum Bundestagspräsidenten. Ab dem 22. Mai 2012 bis zum 17. Dezember 2013 war er als Nachfolger von Norbert Röttgen Bundesumweltminister im Kabinett Merkel II. Davor war Altmaier Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Altmaier, der Sohn eines Bergmanns († 2000) und einer Krankenschwester (1929–2019), kam mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt und wuchs in einer katholisch-konservativen saarländischen Arbeiterfamilie auf. Im Jahr 1978 machte Altmaier in Saarlouis auf dem Gymnasium am Stadtgarten das Abitur. Er leistete 15 Monate Grundwehrdienst bei der Bundeswehr und begann 1980 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität des Saarlandes, das er 1985 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Den juristischen Vorbereitungsdienst schloss er 1988 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab. Von 1985 bis 1987 war er zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staats- und Völkerrecht an der Universität. Danach war er bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europa-Institut an der Universität des Saarlandes. Er spricht fließend Englisch, Französisch und Niederländisch. Im Jahr 1990 wurde Altmaier Beamter im Höheren Dienst bei der Europäischen Kommission in Brüssel, wo er bis 1994 als Generalsekretär der Verwaltungskommission die soziale Sicherheit von Wanderarbeitnehmern verantwortete.
Seit dem 1. November 1994 ist Altmaier als EU-Beamter beurlaubt.
Altmaier ist katholisch, ledig und wohnt in Berlin-Charlottenburg. Er sammelt antiquarische Bücher und besitzt eine umfangreiche Privatbibliothek mit über 6.000 Buchtiteln.
1974 wurde Altmaier Mitglied der Jungen Union, 1976 trat er der CDU bei. Von 1988 bis 1990 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Saar. Seit 1991 gehört er dem Landesvorstand der CDU Saar an. 2008 wurde er einer der stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU Saar. Von 2000 bis 2008 war Altmaier zudem Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Saarlouis. Von 2012 bis 2021 war er Mitglied im CDU-Bundesvorstand.
CDU-Bundestagsabgeordneter (1994–2021)
Von 1994 bis 2021 war Altmaier Mitglied des Deutschen Bundestages. Bis 2009 zog er über die Landesliste Saarland in den Bundestag ein; bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 war er direkt gewählter Abgeordneter seines Heimatwahlkreises Saarlouis. Bei der Bundestagswahl 2021 verlor er über 10 % der Erststimmen in seinem Bundestagswahlkreis und erlangte ein Mandat nur über den zweiten Platz der Landesliste der CDU Saar. Er erklärte am 9. Oktober 2021 gemeinsam mit Annegret Kramp-Karrenbauer, auf eine Mitgliedschaft im 20. Deutschen Bundestag gemäß § 45 Bundeswahlgesetz zu verzichten, „um einen Generationswechsel herbeizuführen“. Für Kramp-Karrenbauer rückte Nadine Schön, für Altmaier Markus Uhl nach.
Im Bundestag war Altmaier von 1998 bis 2000 Vorsitzender des Unterausschusses des Rechtsausschusses für Europarecht. Er gehörte zur Pizza-Connection, einem schwarz-grünen Gesprächskreis junger Abgeordneter. Altmaier gehörte von 2002 bis 2005 dem Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an; von 2004 bis 2005 war er auch deren Justiziar. Am 27. Oktober 2009 wurde er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Nachfolger von Norbert Röttgen, der damals Bundesumweltminister wurde; er gehörte dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand an. Altmaier wurde von der Fraktion mit 98,4 Prozent der Stimmen gewählt. Seine Amtszeit endete mit seiner Ernennung zum Bundesumweltminister am 22. Mai 2012.
2012 wurde er als Mitglied der parlamentarischen Mehrheit für ein Jahr Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr).
Als die Stelle des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof 2003 neu besetzt werden sollte, galt Altmaier als Wunschkandidat der CDU für diesen Posten. Die Bundesregierung unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder entschied sich im Juni 2003 aber für Juliane Kokott. Schröder begründete dies in einem Schreiben an Merkel mit der „umfassenden wissenschaftlichen Qualifikation“ Kokotts. Am 23. November 2005 wurde Altmaier als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung berufen, wo er bis 2009 tätig war.
Bundesminister in der Regierung Merkel (2012–2021)
Bundeskanzlerin Angela Merkel schlug am 16. Mai 2012 Altmaier als Nachfolger von Norbert Röttgen zum Bundesumweltminister vor. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte ihm am 22. Mai 2012 die Ernennungsurkunde. Am 17. Dezember 2013 wurde er Chef des Bundeskanzleramtes. Am 7. Oktober 2015, während der Hochphase der Flüchtlingskrise in Deutschland 2015/2016 und in Europa benannte ihn die Bundesregierung als zentralen Ansprechpartner für die „politische Gesamtkoordinierung aller Aspekte der aktuellen Flüchtlingslage“. Am 24. Oktober 2017 übernahm Altmaier übergangsweise – bis zur Bildung einer neuen Regierung – zusätzlich das Amt des Bundesfinanzministers, nachdem der bisherige Amtsinhaber Wolfgang Schäuble zum Bundestagspräsidenten gewählt worden war.
Am 14. März 2018 wurde Altmaier von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Bundesminister für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel IV ernannt. Am 8. Dezember 2021 schied Altmaier mit dem Amtsantritt der Ampel-Koalition unter Olaf Scholz aus dem Amt.
Altmaier ist einer der wenigen EU-Beamten in der deutschen Politik. Er war Mitglied im Europaausschuss des deutschen Bundestages und stellvertretendes Mitglied im Europäischen Verfassungskonvent.
Im Bundesinnenministerium hatte er als Parlamentarischer Staatssekretär auch Vertretungsbefugnis in europapolitischen Fragen.
Von 2004 bis 2008 war er Vizepräsident des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland und von Dezember 2006 bis November 2011 Präsident der überparteilichen Organisation Europa-Union Deutschland. Seit 2011 ist er Ehrenpräsident des Verbandes. Altmaier war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.
Am 17. November 2010 wurde Altmaier zum Ehrensenator der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung berufen. Er ist zudem Vorsitzender des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.