Perm (russisch ) ist eine Stadt in Russland mit 1,03 Millionen Einwohnern (Stand: 2025). Die Stadt liegt in einem eher isolierten Gebiet im Uralvorland an der Kama, etwa 1150 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Moskau.
Perm ist, nach Wiederanstieg der Einwohnerzahl, seit 2012 wieder die östlichste Millionenstadt Europas.
Der Name der Stadt ist finnougrischen Ursprungs und war ursprünglich eine Landschaftsbezeichnung (vgl. Groß-Perm). Die Etymologie des Namens muss als ungeklärt betrachtet werden; Herleitungen aus diversen uralischen Sprachen (z. B. finnisch perämaa ,fernes Land, Hinterland‘) werden ebenso angeführt wie eine mögliche Verbindung zu dem aus nordischen Sagas bekannten Bjarmaland.
Perm geht auf eine erstmals 1647 erwähnte Vorgängersiedlung Jegoschicha zurück, welche am gleichnamigen Fluss nahe der Mündung in die Kama lag. Nach Kupfererzfunden 1723 von Wassili Tatischtschew wurde neben dem Dorf eine Kupferhütte gegründet, aus der sich eine immer größere Siedlung entwickelte. Die Siedlung profitierte insbesondere von der Lage am 1763 angelegten Sibirischen Trakt, einer der ersten großen West-Ost-Achsen Russlands, die von Moskau über Perm nach Sibirien führte. 1780 erhielt Perm das Stadtrecht; 1781 wurde es Hauptstadt einer Statthalterschaft, des späteren Gouvernements Perm. 1781–98 und 1807–31 war hier der Hauptsitz der uralischen Hüttenindustrie ansässig.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts galt Perm als das bedeutendste Handelszentrum des Urals. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Aufgrund der Erzlagerstätten entwickelte sich vor allem die Schwer- und Rüstungsindustrie. Seit 1846 bestanden regelmäßige Schifffahrtverbindungen zwischen dem Zentrum des Landes und Perm, dem größten Kama-Hafen. Seit 1878 existierte eine Schienenverbindung nach Jekaterinburg, seit 1905 auch nach St. Petersburg. Perm wurde auch als das Tor in den Ural und nach Sibirien bezeichnet. Ein berühmter Besucher der Stadt im 19. Jahrhundert war Alexander von Humboldt. Perm besaß zu jener Zeit eine nennenswerte deutschsprachige Minderheit. Die 1864 errichtete evangelisch-lutherische Kirche ist ein Überbleibsel davon. Die Stadt war im 19. Jahrhundert auch Verbannungsort für politische Häftlinge wie z. B. den Staatsmann Michail Speranski (1812–14) sowie die Schriftsteller Alexander Herzen (1835) und Wladimir Korolenko (1880–81). 1916 wurde hier die erste Hochschule des Urals gegründet.
Nach dem Ausbruch der Oktoberrevolution und des Russischen Bürgerkrieges wurde die Stadt durch die Weißgardisten des Admirals Koltschak besetzt. Erst am 1. Juli 1919 gelang es der Roten Armee die Stadt zurückzuerobern.
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Perm zu einem bedeutenden Industriezentrum. Nach der Eingemeindung (1938) von Molotow, wie der heutige Stadtteil Motowilicha seit Verleihung des selbstständigen Stadtrechts 1931 hieß, hieß auch die ganze Stadt zwischen 1940 und 1957 Molotow (Молотов; nach Wjatscheslaw Molotow).
In Perm befand sich das Kriegsgefangenenlager 207, Molotow, für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs. Später in der Nachkriegszeit gab es ein großes Gulag-Lager. Das Molotow-ITL (Besserungsarbeitslager) bestand von Oktober 1950 bis April 1953. Die maximale Insassenzahl im Lager betrug 12.300 Personen, die beim Bau eines erdölverarbeitenden Werks, im Straßen-, Industrie- und Zivilbau eingesetzt wurden.
Bis 1991 war Perm wegen seiner Rüstungsbetriebe eine für Ausländer ohne Sondergenehmigung geschlossene („verbotene“) Stadt. Die Durchfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn war jedoch möglich.
Aus einer kriminologischen Studie aus dem Jahr 2008 ging hervor, dass Perm die höchste Kriminalitätsrate Russlands aufwies.
Anmerkung: Volkszählungsdaten,
Das Klima in der Stadt Perm ist durchwegs kontinental. Die Durchschnittstemperatur in der Stadt Perm ist höher als in der Umgebung, da sich die Großstadt wärmefördernd auswirkt.
Die Winter in Perm sind meist kalt und frostig, die Durchschnittstemperaturen liegen bei −15 Grad bis −20 Grad Celsius. Durchschnittlich liegen 55 Zentimeter Schnee.
Im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen bei 18 bis 23 Grad Celsius; es kann aber aufgrund des vorherrschenden Kontinentalklimas an einigen Tagen auch bis zu 35 Grad Celsius warm werden.
Lukoil, das derzeit größte Ölunternehmen Russlands, ist in Perm ansässig. In der Stadt werden Flugzeugturbinen produziert, daneben Telefone, Textilien, Fahrräder und Motorsägen. Weiterhin gibt es große Industriebetriebe in den Bereichen Chemie, Holzverarbeitung und Elektronik. Immer bedeutender wird auch die IT-Industrie, die mittlerweile rund 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Zu den großen Unternehmen der Region gehören die Permer Motorenwerke und der Rüstungskonzern Motowilichawerk, einer der wichtigsten Hersteller von Geschützsystemen und Panzerkanonen. Auch der größte russische Fahrradhersteller Forward betreibt ein Werk in Perm. Der Telekommunikationskonzern ERTelecom, der bei Internetanschlüssen russlandweit an zweiter Stelle liegt, hat ebenfalls seinen Unternehmenssitz in Perm. Dazu kommen Hightech-Startups wie z. B. der Serviceroboter-Hersteller Prombot.
Zudem haben mehrere große Unternehmen mit ausländischer Beteiligung ihren Firmenstandort in Perm, u. a. Henkel, Nestlé sowie die russische Zentrale von AB InBev.
Perm ist an die Transsibirische Eisenbahn angeschlossen und hat einen eigenen Flughafen. Perm wird von der föderalen Fernstraße R243 durchquert, die von Kostroma nach Atschit führt. Der öffentliche Nahverkehr der Stadt wird durch die Permawtotrans durchgeführt. Sie betreibt Straßenbahn-, Oberleitungsbus- und Autobus-Linien in der Stadt.