Peregrin Teuschl (* 27. April 1822 in Kaisersteinbruch, Westungarn, heute Burgenland; † 9. Oktober 1870 in Wien) war ein österreichisch-ungarischer Steinmetzmeister und Bildhauer des Historismus.
Peregrin wurde als Sohn des Kaisersteinbrucher Steinmetzmeisters Anton Teuschl († 1859) und der Anna Mayer geboren. Sein jüngerer Bruder Carl kam 1840, also 18 Jahre später, zur Welt. Sein Großvater mütterlicherseits war der Webermeister und Ortsrichter Petrus Mayer.
Er lernte das Steinmetz-Handwerk beim Vater, heiratete als ausgebildeter Meister 1846 Regina Gehmacher, Witwe nach dem Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister Eduard Gehmacher, der drei Monate nach seiner Hochzeit im Jahre 1845 mit 22 Jahren starb. Durch diese Ehe übernahm er (als Pächter) zu seinem Besitz (Haus und Steinbruch) einen Wald und Überlandgärten. 1847 wurde Sohn Franz geboren.
Vertrag wegen Ablösung seines Grundes
Johann von Krónes, Finanzbeamter im Comitat Wieselburg, in einem Schreiben vom 22. Februar 1852 an Abt Edmund Komáromy vom Stift Heiligenkreuz: „… war der Vertrag mit Peregrin Teuschl wegen Ablösung seines Grunds – benannter Teuschl hat sich ausgewiesen mit seinem Kaufvertrag des Jahres 1766 welchen er vorzeigte samt Gewährbrief und erklärte, seinen erkauften Grund auf keinen Fall abzutreten. Natürlich dieser Grund ist schon praescribirt (verordnet) und kann in summarischen Wege … solcher Einlösung nicht stattgegeben werden.“
Das Ehrenamt des Kirchenvaters wurde zahlungskräftigen Meistern anvertraut, 1851, in Teuschls Jahren, ist der Kauf einer Glocke dokumentiert, gegossen vom Hof-Glockengießer Hilzer zu Wiener Neustadt. Inschrift der letzten erhaltenen Kaisersteinbrucher Kirchenglocke: Unter dem hochwürdigen Herrn Pfarrer Ludwig Schindler, Rosa Wachtler Wohltäterin, Franz Pansipp Richter, Peregrin Teuschl Kirchenvater.
ZU EHREN DER HL. DREIFALTIGKEIT -
WIR RUFEN DIE DREIFALTIGKEIT MIT ALLEN HEILIGEN -
LASSET UNS ANBETEN UND NIEDERFALLEN VOR GOTT.
Der Gefertigte Peregrin Teuschl erscheint am 24. Oktober 1851 und sucht um grundbücherliche Eintragung an, für sich und seine Ehewirtin Regina, geborene Zach.
Ein Kleinhaus Nr. 14 neben Franz Winkler und Anton Krottenthaler liegend, ohne Hausgrund. Laut Gewährschein des Grundbuchamtes der Herrschaft Königshof vom 30. Dezember 1847 um 500 Gulden CMz. erworben nach Eduard Gehmacher.
Ein Kleinhaus Konsk.Nr. 3 neben dem Garten des Franz Haas und der Straße liegend, Top. Nr. 5, ohne Hausgrund. Rechtstitel: Laut Testament vom 14. Mai 1850 nach Rosa Wachtler um den inventarischen Schätzungswert von 400 Gulden CMz. erblich erworben.
Überlandgründe: Ein Wald in der Ortsried neben Adalbert Koresch und Daniel Jando liegend, nebst dem dabei befindlichen Steinbruch mit 4.469 Quadratklafter. Laut Gewährschein vom 30. Dezember 1847 um 415 Gulden CMz. erblich erworben nach Katharina Gehmacher.
Kaisersteinbrucher Richter 1852–1859
Der Lehrer Johann Wimmer schrieb in seinem Gedenkbuch: „… die ganze Gemeindeverwaltung geriet in eine Unordnung, sogar mit dem Ortsrichter Franz Pansipp in einen Rechnungsprozess, was zur Folge hatte, dass Pansipp ganz unvermutet vom Richteramt enthoben und Peregrin Teuschl zum Ortsrichter erwählt wurde. Aber auch unter diesem Richter konnten die Finanzfragen nicht geschlichtet werden (oder sollten nicht?)“.
Ehefrau Regina starb 1856 an Lungensucht, 1857 heiratete er Juliana, Witwe des Jägers Georg Ziegler.
Freisprechbuch der Steinmetzen und Maurer in Kaisersteinbruch, ab 1807 Steinbruch
In diesem Kaisersteinbrucher Freysprechbuch wird dokumentiert, dass Sommerein, Mannersdorf, Hof und Au von 1649–1801 im Kaisersteinbrucher Handwerk der Steinmetzen und Maurer incorporiert waren, Maria Loretto verblieb (im Dokument bis 1824). Peregrin Teuschl war Lehrmeister für das Steinmetzhandwerk, eine kleine Auswahl: