Percy Train (* 22. April 1876 in Helena; † 3. Februar 1942 in Reno) war ein US-amerikanischer Geologe, Botaniker und Paläobotaniker, der sich in den 1920er und 1930er Jahren vor allem als Fossilien- und Pflanzensammler einen Namen machte.
Herkunft, Ausbildung und Privatleben
Er kam 1876 als Sohn von Edgar Horace Train (1831–1899) und Phebe Philura Goodell (1850–1936) in der Ortschaft Helena zur Welt. Diese zählte damals etwa 3500 Einwohner und war lediglich ein Jahr zuvor zur Hauptstadt des Montana-Territoriums erhoben worden. Mit Adah Catherine (1868–1928) hatte er eine ältere Schwester. Nach seiner Schulausbildung belegte er Kurse an der Montana School of Mines in Butte. Am 12. März 1900 heiratete er Lee Judith Dillard (* 1879), mit der er innerhalb von fünf Jahren vier Kinder bekam. Am 7. Juni 1928 ging er eine zweite Ehe mit Agnes Hume Scott (1905–1991) ein, einer Bibliothekarin aus Chicago (US-Bundesstaat Illinois). Beide hatten sich etwa zwei Jahre zuvor während einer Zugfahrt im Bundesstaat Washington kennengelernt und teilten eine große Leidenschaft für Naturalien. Trotz des großen Altersunterschiedes verband sie bis an sein Lebensende eine enge und – nach Aussage von Bekannten – liebevolle Arbeitsgemeinschaft. Im April 1939 erwarben sie als Wohnsitz das berühmte „Pink House“ in Genoa im Westen Nevadas, etwa neun Kilometer östlich des Lake Tahoe. Agnes wurde 1941 im benachbarten Carson City zur ersten Kuratorin des Nevada State Museum ernannt.
Zunächst arbeitete Train als Bergbauberater und Prospektor in Montana und angrenzen Bundesstaaten, ehe er sich 1905 im Zuge eines lokalen Goldrausches mit einem Labor für geologische und metallurgische Strichproben in der 2100 Meter hoch gelegenen Ortschaft Manhattan in Nevada selbständig machte. Diese Einrichtung betrieb er bis 1915. Anschließend wandte er sich verstärkt der geologischen Erkundung des Großen Beckens und der Fossiliensuche zu und war spätestens 1926 als professioneller Fossiliensammler in Südnevada tätig.
Im darauffolgenden Jahr 1927 beschrieb Ray S. Bassler, Assistant Professor an der George Washington University und Abteilungsleiter für stratigraphische Paläontologie am National Museum of Natural History, einige ordovizische Schwämme, die Train in Nevada gefunden hatte. Bald darauf stieß er Anfang der 1930er Jahre auf zwei bedeutende miozäne Fossillagerstätten im Südosten des Bundesstaates Oregon: Zunächst fand er in einer Kieselgurschicht nahe des Trout Creek im Harney County zahlreiche Pflanzenfossilien, von denen er eine Auswahl an Harry D. MacGinitie sandte, der zu dieser Zeit an der University of California in Berkeley promovierte. Dieser Kontakt führte zu einer vertraglichen Vereinbarung mit der University of Michigan und hauptsächlich für den dort tätigen Chester Arnold sammelte Train 1932 und 1933 insgesamt über 11.000 Pflanzenfossilien in dieser Lokalität. Im Jahr 1935 suchte er dann einige Wochen entlang des Succor Creek im Malheur County und sicherte in Schiefer- und Sandsteinschichten abermals mehrere Hundert Pflanzenfossilien, die in lakustrinen Biotopen abgelagert worden waren. Im Jahr 1963 publizierte Alan Graham von der University of Michigan eine umfassende Studie über Trains Fundstücke aus diesen beiden Fossillagerstätten und identifizierte für den Fundort am Trout Creek 75 und für jenen am Succor Creek 69 unterschiedliche Pflanzenarten.
Ab den 1930er Jahren sammelte Train auch rezente Pflanzen und presste sie – beispielsweise im Jahr 1935 im Death Valley für William R. Maxon vom National Museum of Natural History. Diese Aktivitäten nahmen einen zunehmenden Teil seiner Zeit ein, sodass er bald gleichberechtigt zwischen Fossilien- und Pflanzensuche wechselte. Über William A. Archer vom Landwirtschaftsministerium, der an einer Flora Nevadas arbeitete, ergab sich ein Kontakt mit dem staatlichen Bureau of Plant Industry. Dort erhielt Train eine offizielle Anstellung mit dem Ziel, Informationen über die von den indigenen Völkern Nevadas verwendeten Heilpflanzen zusammenzutragen. Dieser Aufgabe ging er zusammen mit seiner Ehefrau zwischen 1937 und 1941 nach und betrieb entsprechende ethnobotanische Studien unter anderem bei den Shoshonen, den Paiute und den Washoe. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in zwei Teilen 1941 und 1957 publiziert.
In Anerkennung seiner erheblichen Beiträge zur botanischen und paläobotanischen Forschung wurden mindestens drei Arten nach Percy Train benannt:
1936: Chester Arnold benannte ein Mahagonigewächs aus der untereozänen Green-River-Formation als Cedrela trainii. Das Fossil wurde in Kalifornien, Wyoming und Nebraska nachgewiesen.
1959: Gabriel Edwin benannte ein rezent im Westen der Vereinigten Staaten vorkommendes Sommerwurzgewächs als Castilleja trainii. Der Name ist mittlerweile ein heterotypisches Synonym von Castilleja linariifolia.
1987: Jack A. Wolfe und Toshimasa Tanai benannten ein an unterschiedlichen Orten im Westen Nordamerikas gefundenes Seifenbaumgewächs aus dem Miozän und Pliozän als Acer trainii.
Percy Train; James R. Henrichs; William A. Archer: Medicinal uses of plants by Indian tribes of Nevada. In der Reihe: „Contributions toward a flora of Nevada“, Band 33. Landwirtschaftsministerium, 1941, 198 Seiten.
Percy Train; James R. Henrichs; William A. Archer: Medicinal uses of plants by Indian tribes of Nevada. In der Reihe: „Contributions toward a flora of Nevada“, Band 45. Landwirtschaftsministerium, 1957, 139 Seiten.