Penguin Books ist ein international tätiger Verlag, der seit Juli 2013 zur Verlagsgruppe Penguin Random House gehört. Seine Tochtergesellschaft in den Vereinigten Staaten firmiert als Penguin Group (USA) LLC.
Zu Penguin gehören als Sachbuchsparte Dorling Kindersley und die Reiseführer Rough Guides.
Der Verlag Penguin hatte großen Einfluss auf die britische Gesellschaft und darüber hinaus. Im Jahr 1960 wurde er wegen seiner gegen die herrschende Moral verstoßenden Taschenbuchausgabe von Lady Chatterley's Lover angeklagt, setzte sich im Prozess durch und beendete damit eine lange währende systematische Zensur. In den späten 1980er Jahren war es der Verlag Penguin, der Die Satanischen Verse im englischen Original veröffentlichte.
Penguin Books geht zurück auf den Verlag The Bodley Head, der in den 1880er Jahren gegründet und später von Allen Lane übernommen wurde.
Lane übernahm den Verlag mit dem Ziel die breiten Massen zu erreichen, indem er seine Bücher industriell produzieren ließ, um sie so zum Preis von einer Schachtel Zigaretten (damals ein Sixpence) anbieten zu können.
Zusammen mit seinen Brüdern Richard und John Lane schuf er eine preisgünstige Taschenbuchreihe, die hochwertige Literatur für ein breites Publikum verfügbar machen sollte.
Die findigen Unternehmer stellten an der Charing Cross Road in London sogar einen Buchautomat auf, den sie Penguincubator nannten und an dem man rund um die Uhr Bücher kaufen konnte.
Der erste Titel unter der Marke Penguin mit einem Einband in Orange wurde bereits während Lanes Tätigkeit bei The Bodley Head veröffentlicht, später waren sowohl Name als auch Farbe wichtiger Bestandteil der Marke. Das erste Logo des Unternehmens entstand aufgrund der Zeichnung eines Pinguins im Londoner Zoo, später erreichte Penguin Books große Bekanntheit im englischsprachigen Raum.
Zu den ersten zehn Büchern, die Allan Lane 1935 unter der neuen Bezeichnung veröffentlichte, zählten Werke von Agatha Christie, André Maurois, Compton Mackenzie, Dorothy L. Sayers und Ernest Hemingway. Maßgeblich für die Entwicklung von Penguin Books nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einführung von Penguin Classics, einer Reihe von Werken des Kanons der Literatur. Sie begann mit einer Übersetzung der Odyssee des griechischen Dichters Homer.
Im Jahr 1961 startete der Handel mit Aktien von Penguin Books an der London Stock Exchange, der Börsengang war jedoch vielfach überzeichnet. Jedoch geriet das Unternehmen in den folgenden Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten, was schließlich im August 1970 zur Übernahme durch den Pearson-Konzern führte, kurz nach dem Tod von Verlagsgründer Allan Lane.
1996 klagte der Holocaustleugner David Irving gegen den Verlag und die Autorin Deborah Lipstadt vor einem Londoner Gericht wegen Beleidigung, übler Nachrede und Geschäftsschädigung. Der Verlag und Lipstadt mussten (nach britischem Recht) nachweisen, dass die Wissenschaftlerin Irving zu Recht als Bewunderer Hitlers, Geschichtsklitterer und gefährliches Sprachrohr der Holocaustleugner bezeichnet hatte. Mit dem Urteilsspruch am 11. April 2000 wies das Gericht Irvings Klage ab und gab Lipstadt und ihrem Verlag in allen wesentlichen Punkten Recht. Der Verlag stellte anschließend Irving die Prozesskosten in Höhe von 2 Mio. Pfund in Rechnung, die dieser aber nicht bezahlen konnte.
Die Penguin Popular Classics sind in 33 Einzelserien unterteilt, von denen die Penguin Classics mit Abstand die umfangreichste ist.
Penguin Classics (mit über 1.200 verfügbaren Titeln)
Penguin Modern Classics (1230 Titel)
Everyman's Library Classics (386 Literaturklassiker)
English Library (englische Bibliothek, 105 Titel)
Everyman's Library Children's Classics (59 Literaturklassiker)
Puffin Classics (Papageitaucher-Bücher, 94 Titel für Kinder und Jugendliche)