Der Pazifische Ozean oder Pazifik (lateinisch pacificus ‚friedlich‘), auch Stiller Ozean oder Großer Ozean genannt, ist der größte und tiefste Ozean der Erde und grenzt an alle anderen Ozeane. Die Pazifische Küste erstreckt sich, im Uhrzeigersinn, über Neuseeland, Australien, Ostasien und die Westküste von Nord- und Südamerika.
Als erster Europäer erblickte der spanische Konquistador Vasco Núñez de Balboa im Jahr 1513 den Pazifischen Ozean vom amerikanischen Kontinent aus. Am 28. November 1520 erreichte Ferdinand Magellan, aus der Magellanstraße kommend, auf seiner Weltumsegelung den Pazifik oder Stillen Ozean. Er nannte ihn Mar Pacífico (portugiesisch und spanisch für Friedliche See), weil die ihn bis dahin begleitenden Stürme sich legten. Trotz dieses Namens gibt es im Pazifik auch heftige Stürme und Wirbelstürme, die je nach Region Taifun (Nordwestpazifik), Hurrikan (Nordostpazifik) oder Zyklon (Südpazifik) genannt werden.
Der Pazifik liegt zwischen der Arktis im Norden, Nordamerika im Nordosten (siehe Pazifischer Nordwesten), Mittelamerika im Osten, Südamerika im Südosten, der Antarktis im Süden, Australien im Südwesten, Ozeanien im Westen und Asien im Nordwesten (siehe Nordwestpazifik). Im Norden grenzt er an den Arktischen Ozean und im Südwesten an den Indischen Ozean und im Süden an den Südlichen Ozean, der südlich des 60. Breitengrades liegt.
Der pazifische Pol der Unzugänglichkeit (Point Nemo), die Stelle, welche am weitesten von Festland und Inseln entfernt ist, befindet sich im Südpazifik zwischen Neuseeland und Chile.
Die meisten Randmeere des Pazifiks liegen vor der asiatisch-australischen Seite und werden zum Ozean hin durch eine Kette von Inseln und Tiefseegräben getrennt.
Die zahllosen Inseln der Südsee werden mehr nach kulturellen als nach geographischen Gesichtspunkten in die Archipele Melanesien, Polynesien und Mikronesien unterteilt. Zu Melanesien gehört mit Neuguinea die zweitgrößte Insel der Welt. Neuseeland und die umliegenden Inseln wie z. B. die Chathaminseln werden üblicherweise zu Polynesien gezählt, geologisch gehören diese zum unterseeischen Kontinent Zealandia.
Andere größere Inseln und Inselgruppen außerhalb dieser Räume, im Uhrzeigersinn von Westen aus gesehen:
Japan (Hauptinseln Kyūshū, Shikoku, Honshū und Hokkaidō) mit den umliegenden Inselgruppen (siehe Nansei-Inseln Ogasawara-Inseln) (und südliche Kurilen, siehe Kurilenkonflikt)
Kurilen und Sachalin (Russland)
Queen Charlotte Islands (Kanada)
zahlreiche Inseln der Fjordküste im so genannten Großen Süden (Zona Austral) Chiles, u. a. Chiloé
Aucklandinseln und Campbell Island (Neuseeland)
Einige größere Inseln und Inselgruppen am Rande des Pazifiks sind in ihrer Zuordnung umstritten. Das sind Feuerland (Chile) und die vorgelagerten Inseln in der Drakestraße, die am Übergang zum Atlantik liegen, Taiwan und die Philippinen, die am Rand zum Südchinesischen Meer liegen und Tasmanien (Australien), das gelegentlich zum Indischen Ozean gezählt wird. Weiter südlich existieren noch einige antarktische und subantarktische Inseln wie die Peter-I.-Insel, die Scott-Insel und die Balleny-Inseln, die im Allgemeinen zum Südlichen Ozean gezählt werden.
Anrainerstaaten des Pazifiks und seiner Nebenmeere
Am Pazifik liegen folgende Anrainerstaaten (Aufzählung im Uhrzeigersinn):
Kanada, Vereinigte Staaten, Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile, Argentinien, Australien, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Volksrepublik China, Südkorea, Nordkorea und Russland.
Am und im Pazifik liegen die folgenden Inselstaaten (alphabetische Nennung):
Cookinseln, Fidschiinseln, Französisch-Polynesien, Indonesien, Japan, Kiribati, Marshallinseln, Föderierte Staaten von Mikronesien, Nauru, Neuseeland, Osttimor, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Republik China (Taiwan), Salomonen, Samoa, Tonga, Tuvalu, Vanuatu sowie Wallis und Futuna.