Paul von Verdun oder Paulus von Verdun (* 576?; † 648? in Verdun) war ein Bischof von Verdun. Er wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt und gilt als Schutzpatron der Bäcker und Konditoren. Sein Gedenktag ist der 8. Februar.
Es wird berichtet, dass Paul von adeliger Abstammung und im heutigen Belgien geboren war. Er wurde am Hof des Merowingerkönigs Chlotar II. ausgebildet, wo er in einer Bruderschaft von Adligen lebte, aus der Bischofs- und Verwaltungsposten besetzt wurden. Nach ihm soll der Paulsberg in Trier benannt sein, wo er einige Zeit als Einsiedler gelebt haben soll. Paul schloss sich danach den Benediktinern im Kloster Tholey an. Nach manchen Quellen war er der zweite Abt des Klosters.
Um 630 drängte König Dagobert I. Paul, die Nachfolge des verstorbenen Bischofs von Verdun anzutreten. Der Adlige Adalgisel Grimo, angeblich ein Schüler Pauls, vermachte 634 das Kloster Tholey dem Bistum Verdun. Paul wurde in der von ihm gegründeten Kirche St. Saturninus in Verdun bestattet, die später in St. Paul umbenannt wurde und sich an der Stelle des heutigen Justizpalastes befand. Heute liegen seine Gebeine in der Kathedrale von Verdun.
Zur Zeit Karls des Großen stahlen Mönche aus Tholey die Gebeine Pauls, um sie in ihr Kloster zu bringen. Unweit von Verdun wurde die Gruppe jedoch durch ein Wunder aufgehalten: an einem Wegkreuz, das bis heute immer wieder erneuert wurde, konnten sich die Mönche nicht mehr weiterbewegen. Die Mönche wurden für ihren „heiligen Diebstahl“ nicht bestraft; es wurde ihnen sogar gestattet, den Schädel des Heiligen mitzunehmen.
Während seiner Zeit im Kloster Tholey stieg Paul in den glühenden Backofen, als dieser nicht richtig zog, und reinigte den Rauchabzug mit seiner Kutte. Danach kam er unversehrt wieder aus dem Ofen heraus. Diese Legende entstand wahrscheinlich im Kloster Tholey und wurde 915 von Bertharius von Verdun erstmals aufgezeichnet. Später entstand eine abgewandelte Version der Legende, nach der die Brote im Ofen nicht rechtzeitig zur Mahlzeit fertig waren; als Paul sie dennoch servierte, waren sie in seinen Händen fertig gebacken.