An diesem Tag

Paul von Hindenburg

Deutscher Generalfeldmarschall, Reichspräsident von 1925 bis 1934 (1847–1934)

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Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg (* 2. Oktober 1847 in Posen; † 2. August 1934 auf Gut Neudeck, Ostpreußen) war ein deutscher Generalfeldmarschall, Politiker und von 1925 bis zu seinem Tod Reichspräsident.

Im Ersten Weltkrieg übte die von ihm geführte Oberste Heeresleitung von 1916 bis 1918 de facto die Regierungsgewalt aus.

Hindenburg wurde in der Weimarer Republik 1925 zum Nachfolger des Reichspräsidenten Friedrich Ebert gewählt. Mit der Ernennung des ersten Kabinetts Brüning ging er 1930 zum autoritären Präsidialregime über. Er wurde bei der Reichspräsidentenwahl 1932 wiedergewählt und blieb bis zu seinem Tod im Amt. Nachdem Hindenburg Adolf Hitler mehrmals als Regierungschef abgelehnt hatte, ernannte er ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. In der Folge ermöglichte er der NSDAP, eine Diktatur zu errichten. Am 1. Februar 1933 löste er den Reichstag auf und unterzeichnete die Notverordnungen, mit denen die Presse- und Meinungsfreiheit (4. Februar) eingeschränkt und andere wesentliche Grundrechte (28. Februar) außer Kraft gesetzt wurden.

Paul von Hindenburg entstammte väterlicherseits der evangelischen altmärkischen Adelsfamilie von Beneckendorff und von Hindenburg. Er wurde 1847 als Sohn des preußischen Offiziers und Gutsbesitzers Robert von Beneckendorff und von Hindenburg (1816–1902) und seiner bürgerlichen Ehefrau Luise Schwickart (1825–1893) geboren. Sein elf Jahre jüngerer Bruder Bernhard von Hindenburg verfasste 1915 die erste Biografie des Feldmarschalls.

Zunächst war Paul von Hindenburg mit Irmengard von Rappard (1853–1871) aus Sögeln (Bramsche) verlobt, die jedoch vor der Hochzeit mit 17 Jahren an Tuberkulose verstarb (bis zu seinem Lebensende sandte er an jedem Todestag einen Kranz ans Grab). Am 24. September 1879 heiratete er Gertrud von Sperling (1860–1921). Aus dieser Ehe gingen die Kinder Irmengard Pauline (1880–1948), Oskar (1883–1960) und Annemarie (1891–1978) hervor. Die ältere Tochter heiratete 1902 Hans Joachim von Brockhusen (1860–1928), die jüngere 1912 Christian von Pentz (1882–1952) und der Sohn 1921 Margarete von Marenholtz (1897–1988). Seinen Neffen Wolf von Beneckendorff (1891–1960), den späteren Schauspieler, adoptierte Hindenburg, nachdem dessen Eltern gestorben waren.

Als Sohn eines preußischen Offiziers beschritt Hindenburg ebenfalls die militärische Laufbahn. Nach jeweils zweijährigem Besuch der Bürgerschule (Grundschule) und des evangelischen Gymnasiums in Posen besuchte er von 1859 bis 1863 die Kadettenanstalt in Wahlstatt in Schlesien und ab Ostern 1863 die Hauptkadettenanstalt in Berlin. 1865 wurde er Königin Elisabeth, der Witwe des verstorbenen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., als Leibpage zugeteilt.

Im April 1866 nahm ihn als Leutnant das 3. Garde-Regiment zu Fuß auf, das im Deutschen Krieg in Böhmen eingesetzt wurde. In der Schlacht bei Königgrätz durchschlug eine Gewehrkugel Hindenburgs Helm, verwundete ihn aber nur leicht am Kopf. Im Deutsch-Französischen Krieg kämpfte Hindenburg 1870/71 in der Schlacht bei Gravelotte und der Schlacht von Sedan und nahm am 18. Januar 1871 an der Kaiserproklamation in Versailles teil.

Von 1873 bis 1876 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin, die er mit der Qualifikation für den Generalstab verließ. 1877 wurde er in den Großen Generalstab versetzt und im folgenden Jahr zum Hauptmann ernannt. 1881 diente er im Generalstab der 1. Division in Königsberg und wurde zum Major befördert. Im März 1888 zählte er zu den Offizieren, die am aufgebahrten Leichnam Kaiser Wilhelms I. Totenwache hielten.

Im Jahr 1890 leitete er die II. Abteilung im Kriegsministerium und wurde im Jahr darauf Oberstleutnant. 1893 kommandierte er das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 und am 17. März 1894 wurde er zum Oberst befördert.

Am 15. August 1896 wurde er Chef des Generalstabes des VIII. Armee-Korps in Koblenz und im Jahr darauf am 22. März 1897 zum Generalmajor ernannt. Am 9. Juli 1900 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant und die Ernennung zum Kommandeur der 28. Division in Karlsruhe. Am 27. Januar 1903 wurde er zum Kommandierenden General des IV. Armee-Korps in Magdeburg ernannt.

Er war als Chef des großen Generalstabs im Gespräch und soll auch als preußischer Kriegsminister gehandelt worden sein. Am 22. Juni 1905 wurde er zum General der Infanterie befördert. Auf eigenen Wunsch hin wurde er im März 1911 unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens in den Ruhestand verabschiedet.

Als Pensionär zog Hindenburg nach Hannover und bezog in der Oststadt als Mieter die Villa Köhler, Am Holzgraben 1.

Am 22. August 1914 wurde Hindenburg Oberbefehlshaber der 8. Armee. Bereits am nächsten Morgen reiste er nach Ostpreußen ab, wo er vier Tage später bei der erfolgreichen Schlacht bei Tannenberg über die auf deutsches Gebiet vorgedrungenen Russen zum Generaloberst befördert wurde. Am 2. September 1914 verlieh ihm der deutsche Kaiser Wilhelm II. den Orden Pour le Mérite. Vom 6. bis 14. September siegte Hindenburgs Armee erneut in der Schlacht an den Masurischen Seen über die Russen, die sich nun auf eigenes Gebiet zurückzogen. Er wurde am 1. November 1914 Oberbefehlshaber Ost und am 27. November 1914 zum Generalfeldmarschall befördert. Am 23. Februar 1915 wurde Hindenburg für den Sieg in der Winterschlacht in Masuren mit dem Eichenlaub zum Pour le Mérite geehrt. Am 29. August 1916 erfolgte seine Ernennung zum Chef des Generalstabes des Feldheeres. Er wurde am 9. Dezember 1916 mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes geehrt. Am 25. März 1918 bekam Hindenburg die Sonderstufe zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes, den sogenannten Hindenburgstern. Am 25. Juni 1919 trat er als Chef des Generalstabes des Heeres zurück. Am 3. Juli 1919 wurde die Mobilmachungsbestimmung aufgehoben.

Bei Beginn des Ersten Weltkrieges hatte sich Hindenburg zunächst vergeblich um ein Kommando bemüht. Erst als die Lage an der Ostfront außer Kontrolle zu geraten drohte, wurde er zum Oberbefehlshaber der 8. Armee ernannt, mit Generalmajor Erich Ludendorff als Stabschef. Unter seinem Kommando wurde die nach Ostpreußen eingedrungene russische Narew-Armee in einer Umfassungs- und Vernichtungsschlacht (bei Tannenberg) geschlagen, die vom 26. bis zum 30. August 1914 andauerte. Dieser Sieg war für Hindenburg in zweierlei Hinsicht von entscheidender Bedeutung. Zum einen war er der Beginn der engen Zusammenarbeit mit Ludendorff, dessen strategischem Geschick der Sieg in erster Linie zu verdanken war – Hindenburg selbst traf kaum Entscheidungen und erwähnte wiederholt, dass er während der Schlacht sehr gut geschlafen habe. Zum anderen begründete er Hindenburgs ganz außerordentliches Prestige, das ihn im weiteren Verlauf des Krieges zum mächtigsten Mann in Deutschland machen sollte. An diesem politischen Mythos, der sich um seine Person und den Sieg ranken sollte, arbeitete er selbst aktiv mit. Unmittelbar nach der Schlacht setzte er durch, dass sie nach dem vom Kampfgeschehen am Rande betroffenen Ort Tannenberg genannt werden sollte. In der Schlacht bei Tannenberg (polnisch: Schlacht bei Grunwald) hatte 1410 ein polnisch-litauisches Heer den Deutschen Orden vernichtend geschlagen, eine „Scharte“, die der auf die Wirkung in der Öffentlichkeit bedachte Hindenburg durch die Namensgebung auszuwetzen versuchte. Der triumphale Sieg wurde von der Öffentlichkeit in der Folge Hindenburg zugeschrieben und brachte ihm die Ernennung zum Generalfeldmarschall und die Verleihung des Sterns zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Von großer Bedeutung und Nachwirkung war seine und Ludendorffs Rolle bei der ab 1915 erfolgenden Etablierung des Militärstaates „Land Ober Ost“.

Hindenburgs Rolle im Ersten Weltkrieg beruhte vor allem auf dem Mythos als „Sieger von Tannenberg“, weniger auf seinen tatsächlichen militärischen Leistungen. Im August 1916 übernahm er mit Ludendorff die Oberste Heeresleitung (OHL), die schnell an Einfluss auf die Politik des Deutschen Reiches gewann und Wilhelm II. praktisch entmachtete. Hindenburg war dabei (mit)verantwortlich für entscheidende Weichenstellungen im Krieg wie die Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges, die Ablehnung eines Verständigungsfriedens und die Diktatfrieden von Brest-Litowsk und Bukarest. Die Machtfülle von Hindenburg und Ludendorff war so groß, dass verschiedene Zeitgenossen wie Max Weber, Wilhelm Solf und Friedrich Meinecke von einer regelrechten „Militärdiktatur“ der dritten OHL sprachen. Dieser Begriff wurde von verschiedenen Historikern übernommen. Andere Historiker wie Gregor Schöllgen und Hans-Ulrich Wehler weisen dagegen darauf hin, dass die Machtausübung der OHL nicht im strengen Sinne als Militärdiktatur gewertet werden könne, da sie die politische Führung nie verantwortlich übernommen habe und durchaus auch innenpolitisch an Grenzen gestoßen sei. Wehler betont aber, dass „die indirekte, gleichwohl massive ‚faktische Machtausübung‘ der 3. OHL unübersehbar zutage“ getreten sei. Wolfram Pyta charakterisiert Hindenburgs Herrschaft, wie sie seit 1916 ausgeübt wurde, als Sonderform der charismatischen Herrschaft.

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