An diesem Tag

Paul Mikat

Jurist, deutscher Politiker (CDU), MdL, MdB und Rechtswissenschaftler

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Paulus Mikat (* 10. Dezember 1924 in Scherfede; † 24. September 2011 in Düsseldorf) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Kirchenrecht, Politiker (CDU) und von 1962 bis 1966 Kultusminister von Nordrhein-Westfalen.

Paul Mikat war das uneheliche Kind einer Ärztin und Kunsthistorikerin und eines römischen Priesters. Er wurde von Leo Mikat, einem protestantischen leitenden Angestellten bei Krupp, und seiner Frau, einer katholischen Lehrerin, adoptiert und aufgezogen.

Mikat besuchte das Gymnasium Marianum in Warburg und studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Rechtswissenschaften. 1954 wurde er mit der Arbeit Geschlechtliches Unvermögen als Ehehindernis im kanonischen Recht promoviert. Dort habilitierte er sich auch 1956.

1949 wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Rheinfels Bonn (später fusioniert mit KDStV Ascania Bonn) im CV und später trat er noch der KDStV Franco-Raetia Würzburg im CV bei.

1957 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Deutsches Recht, Bürgerliches Recht, Handelsrecht und Kirchenrecht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an. Dort war er bis 1965 auch Direktor des Instituts für Deutsches Recht und des Instituts für kirchliche Rechtsgeschichte. 1965 nahm er einen Ruf der Ruhr-Universität Bochum an und war dort bis zu seiner Emeritierung 1990 ordentlicher Professor für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Kirchenrecht. 1962 wurde Mikat zum Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt; dieses Amt hatte er bis zum Wechsel zu einer sozial-liberalen Koalition 1966 inne. In diese Zeit fielen Maßnahmen, dem Lehrermangel abzuhelfen, indem neue Lehrer mit Kurzausbildung in den Staatsdienst kamen, die nicht den klassischen Werdegang über Studium, erstes und zweites Staatsexamen hinter sich hatten. Diese Lehrer wurden umgangssprachlich „Mikätzchen“ bzw. „Mikater“ genannt.

Durch die Vielzahl der Erlasse und Verfügungen benannte man nach ihm scherzhaft eine Zeiteinheit, die den mittleren Abstand zwischen zwei Erlassen umfasst.

Von 1966 bis 1969 war er Mitglied des Nordrhein-Westfälischen Landtags. Von 1969 bis 1987 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Mikat hatte außerdem eine Reihe weiterer Ämter inne: Er wurde 1987 zum Vorsitzenden der Kommission Montanregionen und 1998 zum Vorsitzenden der Energiekommission der Bundesregierung ernannt. Unter seiner Leitung erarbeitete die sogenannte „Mikat-Kommission“ ab 1989 eine Perspektive für die deutsche Steinkohleförderung nach dem Auslaufen des Jahrhundertvertrags. Er war ferner Vorsitzender des Gründungsausschusses der Juristischen Fakultät der Universität Düsseldorf und des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld sowie Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, deren Präsident er von 1998 bis 2001 war. Mikat war auch korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Von 1967 bis 2007 war er Präsident der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft. Er war seit 1983 Mitglied des Vorstandes der Peter Klöckner-Stiftung und seit 1984 Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1966 war Paul Mikat der Laudator für den katholischen Kurienkardinal Augustinus Kardinal Bea (1881–1968) und den niederländischen reformierten Theologen Willem Adolf Visser ’t Hooft (1900–1985).

Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass Mikat am 11. Juni 1943 die Aufnahme in die NSDAP beantragt hatte und rückwirkend zum 20. April desselben Jahres aufgenommen worden war (Mitgliedsnummer 9.596.776). Dies führte zu einer öffentlichen Kontroverse, in deren Verlauf sich Mikat nicht äußerte.

1965: Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst

1969: Komtur mit Stern (Großkomtur) des Päpstlichen Gregoriusordens

1969: Großes Bundesverdienstkreuz

1974: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern

1983: Ehrensenator der Universität Bielefeld

1984: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband

1986: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

1988: Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf

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