Solomon Hersh Frees (* 22. Juni 1920 in Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten; † 2. November 1986 in Tiburon, Kalifornien, Vereinigte Staaten), besser bekannt als Paul Frees, war ein US-amerikanischer Schauspieler, Synchronsprecher, Komiker und Drehbuchautor, bekannt durch seine Arbeit bei Metro-Goldwyn-Mayer Trickstudio, Walter Lantz Productions und The Walt Disney Company im goldenen Zeitalter des Zeichentricks und für die Bereitstellung der Stimme von Boris Badenov in der Fernsehserie The Rocky and Bullwinkle Show. Er wurde bekannt als „Der Mann der tausend Stimmen“.
Paul Frees wurde am 22. Juni 1920 in Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten als Solomon Hersh Frees geboren. Er hatte einen ungewöhnlich tiefen Vier-Oktaven-Stimmumfang, der es ihm ermöglichte, die Stimme des „Ghost-Host“ in der The Haunted Mansion im Disneyland in Kalifornien und im Walt Disney World Resort in Florida die Stimme des Little Green Sprout in den Green Giant Gemüse-Werbespots zu synchronisieren.
In den 1930er Jahren erschien Frees zuerst als Impressionist unter dem Namen Buddy Green. Er begann seine Karriere 1942 beim Radio und blieb dort 40 Jahre aktiv. Während dieser Zeit war er an über 250 Filmen, Trickfilmen und Fernsehauftritten beteiligt; wie bei vielen Synchronsprechern wurden seine Auftritte jedoch oft nicht im Abspann vermerkt.
Frees' frühe Radio-Karriere wurde kurz unterbrochen, als er in den Zweiten Weltkrieg einberufen wurde und in der Normandie in Frankreich bei der Operation Neptune kämpfte. Er wurde angeschossen und kehrte zur Erholung für ein Jahr zurück in die Vereinigten Staaten. Durch die Bestimmungen der G. I. Bill konnte er das Chouinard Art Institute besuchen. Als sich die Gesundheit seiner ersten Frau stark verschlechterte, kehrte er zum Radio zurück.
Er erschien häufig in Hollywood-Radioserien, spielte Hauptrollen und war in den späten 1940ern im Wechsel mit William Conrad Eröffnungssprecher der Hörspielserie Suspense sowie in Teilen von Rauchende Colts und Crime Classic. Eine seiner wenigen Hauptrollen in diesem Medium war die als Jethro Dumont/Green Lama in der Serie The Green Lama (1949).
Frees wurde in den 1950ern und 1960ern oft in Anspruch genommen, um die Dialoge anderer Schauspieler mit ausländischem Dialekt zu korrigieren. Das erweiterte sich von kleinen zu großen Rollen wie in Filmen wie Grand Prix (1966 als Izo Yamura) und Schlacht um Midway (1976), wo Frees Toshirō Mifunes Auftritte als Admiral Isoroku Yamamoto synchronisierte; oder in Manche mögen’s heiß (1959), in dem er die Stimme des Direktors Mozzarella sowie auch Tony Curtis’ Rolle der Josephine synchronisierte. Im Disney-Film Geliebter Haustyrann (1966) sprach er die ganze Rolle des Eddie, dessen Schauspieler Dick Wessel nach den Dreharbeiten plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben war. Zudem synchronisierte er Humphrey Bogart in dessen letztem Film Schmutziger Lorbeer (1956), da der an Speiseröhrenkrebs erkrankte Schauspieler kaum noch etwas sagen konnte. Frees synchronisierte auch die Autos in dem Film Das große Rennen rund um die Welt (1965).
Im Gegensatz zu vielen anderen Synchronsprechern arbeitete Frees nicht nur für ein Filmstudio, sondern für mindestens neun der bedeutendsten Filmgesellschaften des 20. Jahrhunderts: Walt Disney Studios, Walter Lantz Studios, UPA, Hanna-Barbera, Filmation, Metro-Goldwyn-Mayer, DePatie-Freleng Enterprises, Jay Ward Productions und Rankin/Bass Productions.
Einige von Frees' bekanntesten Synchronisationen waren für verschiedene Disney-Produktionen. Er sprach die Rolle des Primus von Quack in 11 Folgen der Walt Disney anthology television series, beginnend mit der ersten Folge unter dem neuen Seriennamen Walt Disney's Wonderful World of Color am 24. September 1961. Die Figur erschien auch in vielen Walt Disney Records. Von Quacks einführender Cartoon An Adventure in Color, The Spectrum Song, wurde von Frees gesungen. Eine andere Aufnahme des Liedes erschien als Kinder-Version und wurde später auf CD neu aufgelegt.
Frees war in zahlreichen Disney-Cartoons Erzähler, darunter in dem lehrreichen Kurzfilm Donald in Mathmagic Land. Eine kleine Actionrolle für Disney im Spielfilm Der unheimliche Zotti (1959), Dr. Galvin, auch hier als Eröffnungsstimme.
Daneben sprach er zahlreiche Figuren in Disney-Parks, beispielsweise den unsichtbaren „Ghost Host“ in der Haunted Mansion im Disneyland und Walt Disney World Resort, und mehrere Piraten, darunter den Versteigerer in der Pirates of the Caribbean-Fahrt. Disney gab zum Gedenken an die zwei Fahrten schließlich limitierte CDs mit Outtakes und unbenutzten Audio-Tracks von Frees und anderen heraus. Frees lieferte Erzählungen für die Tomorrowland-Attraktion Adventure Thru Inner Space (1967–1985) und die erste Erzählung für die Hall of Presidents (1971–1993). Audio-Clips von den Besonderheiten in Frees' markanter Stimme sind sogar in Feuerwerk-Shows im Disneyland erschienen.
Ein computeranimierter Gesangshit nach dem Ebenbild Frees' erschien in dem Film Die Geistervilla (2003) als eine Ehrung. In ähnlicher Weise kann man Audio-Aufnahmen von Frees von der Pirates of the Caribbean Attraktion im Spielfilm Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (2007) hören.
Zu seinen anderen Disney-Auftritten, meist als Erzähler für Segmente der Walt Disney anthology television series, zählen:
From Aesop to Hans Christian Andersen (Fernsehfilm, 1955)
The Nine Lives of Elfego Baca (Miniserie, 1958)
Tales of Texas John Slaughter (Miniserie, 1958)
Der unheimliche Zotti (Film, 1959)
Der fliegende Pauker (Film, 1961)
Moochie of Pop Warner Football (Fernsehfilm, 1960)