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Paul Coelestin Ettighoffer

Deutscher Schriftsteller

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Paul Coelestin (P. C.) Ettighoffer (* 14. April 1896 in Colmar, Reichsland Elsaß-Lothringen, Deutsches Reich; † 15. Oktober 1975 in Zülpich) war ein deutscher Schriftsteller aus dem Elsass. Ein Pseudonym von ihm ist auch Frank Löhr von Wachendorf.

Ettighoffer war bäuerlicher Herkunft und wuchs zunächst bei seinen Großeltern auf, bis er später in ein Waisenhaus gegeben wurde. Aufgrund seiner Begabung wurde ihm der Besuch eines von Jesuiten geleiteten Gymnasiums in Mons in Belgien ermöglicht. 1914 meldete er sich als Freiwilliger für die Kaiserliche Armee im Ersten Weltkrieg und wurde mehrfach verwundet. Zunächst kämpfte er an der Westfront. Nach einem Lazarettaufenthalt absolvierte er in Elsenborn unter anderem eine Ausbildung zum Scharfschützen. Im Mai 1916 wurde Ettighofer wie fast alle Elsässer, denen man als ehemaligen französischen Staatsbürgern nicht traute, an die Ostfront verlegt. Dort kämpfte seine Einheit bei Illuxt nahe Dünaburg. Im Sommer 1916 wurde Ettighoffers Regiment zur Abwehr der Brussilow-Offensive nach Galizien verlegt. Die Februarrevolution erlebte er wieder im Baltikum. Im Frühling 1917 kam er wieder an die Westfront und wurde in der Nähe von Verdun, am Toten Mann, eingesetzt. Im Sommer 1918 geriet Ettighoffer, während der Zweiten Marneschlacht erneut schwer verwundet, in französische Kriegsgefangenschaft. Sein Infanteriezug wurde bei den Kämpfen vollständig aufgerieben, Ettighoffer war der einzige Überlebende. Nach dem Krieg kehrte er nicht in seine elsässische Heimat zurück.

Ettighoffers Erlebnisse im Krieg und in Gefangenschaft wurden das Thema seiner erfolgreichsten Romane. Er war in den 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkrieges ein Autor vielgelesener Kriegsromane, die zu großen Teilen autobiographisch waren. Beeinflusst zunächst von Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, befasste er sich mit kriegskritischen Themen. Später näherte sich sein Werk der nationalsozialistischen Ideologie an: Ettighoffer propagierte nun Militanz und Obrigkeitsgläubigkeit. Seine Bücher erschienen seit Mitte der 1930er Jahre im Bertelsmann-Verlag.

Mit dem Frontroman Gespenster am Toten Mann (1931) schrieb Ettighoffer, selbst Stoßtruppführer im Ersten Weltkrieg, bereits 1931 seinen ersten Bestseller. Der Roman galt als literarische Antwort der politischen Rechten auf Remarques Im Westen nichts Neues: „Im Osten gibt es aber auch gar nichts Neues!“, heißt es in Gespenster am Toten Mann augenzwinkernd. In diesem Roman findet man aber auch das Résumé: Das größte Verbrechen an der Menschheit ist der Krieg. Bei allen Gräueln bleibt der Krieg bei Ettighoffer ein heldenhaftes Geschehen, die Millionen Toten sind ihm lediglich „eine Summe von Selbstopferung und Heldenmut.“ Und: „Der Mensch ist nichts, das Ganze ist alles.“

Vor dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Ettighoffer für die Autonomie des Elsass und für Karl Roos ein; der Kommunalpolitiker aus Straßburg war wegen angeblicher Spionage für das Deutsche Reich in Nancy durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden. Alf Mentzer und Hans Sarkowicz schreiben über seinen Roman Erschossen zu Nanzig. Das aufrechte Leben und heldenhafte Sterben eines deutschen Mannes: „Der rassistische und antisemitische Roman, der den Haß gegen Frankreich schüren und einen neuen nationalsozialistischen Märtyrer schaffen sollte, war dem berüchtigten Gauleiter Robert Wagner von Baden gewidmet. Ettighoffer verteidigte darin auch die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in Frankreich.“

In zwei Kolonialbüchern von 1938 und 1943 setzt Ettighoffer für seine Darstellung der deutschen „Herrenrasse ... als Kulisse die Farbigen“ ein. Die Inder in Ostafrika bezeichnet er als „Vampire“, die mittels ihrer „semitischen Augen“ ihre „Opfer“ willfährig machten.

Ettighoffer wurde im Zweiten Weltkrieg zwar als Offizier in die Wehrmacht eingezogen, aber als erfolgreicher Autor erst gegen Ende des Krieges an der Front eingesetzt. Dabei geriet er in britische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Entlassung 1946 lebte Ettighoffer auf einem kleinen Bauernhof im kleinen Ort Niederkastenholz, seit 1969 Stadtteil von Euskirchen. Ab 1949 schrieb er für die Kölnische Rundschau und veröffentlichte auch Romane, denen aber ein Erfolg versagt blieb. Ettighoffer schrieb zahlreiche Auftrags-Jubiläumsschriften für Industrieunternehmen (z. B. Chronik der Firma H. J. Bünder, Euskirchen. 100 Jahre zähes Schaffen. 1855–1955) und veröffentlichte auch technische Werke.

In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR wurden zahlreiche von ihm verfasste und herausgegebene Schriften auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

Paul Coelestin Ettighoffer starb im Alter von 79 Jahren. In Großbüllesheim ist seit 1980 eine Straße nach ihm benannt.

1941 Erwin von Steinbach-Preis

Gespenster am Toten Mann., Gilde-Verlag, Köln 1931, DNB 573931615.

Von der Teufelsinsel zum Leben Das tragische Grenzländerschicksal des Elsässers Alfons Paoli Schwartz., Gilde-Verlag, Köln 1932, DNB 573932034.

Feldgrau schafft Dividende, Gilde-Verlag, Köln 1932, DNB 573931585. (späterer Titel: Das gefesselte Heer. Meine Kriegsgefangenschaft)

Servus Kumpel, Gilde-Verlag, Köln 1932, DNB 573931844.

Zelt 27 wird niedergerissen. Zehn Männer in deutscher Not, Staackmann Verlag, Leipzig 1933, DNB 573932093.

Wirst du einst Rekrut...! Der Alltag der deutschen Soldaten, miterlebt, niedergeschrieben und geknipst. Bachem, Köln 1935, DNB 573932085.

Der Zug der Letzten: ein Tatsachenbericht aus dem Weltkrieg. Druck und Verlag W. Crüwell, Dortmund, 1936, DNB 573932107.

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