Patrizia Kummer (* 16. Oktober 1987 in Brig) ist eine ehemalige Schweizer Snowboarderin.
Ab der Saison 1999/2000 fuhr Kummer Rennen. 2003 wurde sie im Alter von 15 Jahren bei ihrer ersten Elite-Schweizer-Meisterschaft Vizemeisterin im Parallelslalom. Sie holte sich bis heute insgesamt 3 Vize-Schweizer-Meistertitel, und einmal wurde sie als Dritte rangiert. Sie konnte sich bei den Juniorinnen fünf Schweizer Meistertitel sichern. Bei den Snowboard-Weltmeisterschaften 2009 gewann sie überraschend die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom. Den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere konnte Kummer in Limone Piemonte am 11. Dezember 2010 in einem Parallelslalom gewinnen.
In der Saison 2011/12 gewann sie den Gesamtweltcup sowie die Disziplinenwertung im Parallelslalom und feierte damit den bis dato grössten Erfolg ihrer Karriere. Dies kam zustande, indem Kummer fünf der elf Weltcuprennen gewinnen und zusätzlich noch einen 2. Rang herausfahren konnte.
Im Folgejahr (Saison 2012/13) gelang es Kummer, den Parallel-Gesamtweltcup zu verteidigen. Sie gewann auch die Wertung in der Disziplin Parallelslalom. In der Disziplinen-Wertung Parallel-Riesenslalom wurde Kummer 2.
In der Saison 2013/14 konnte Kummer wiederum den Gesamtweltcup bereits zum 3. Mal in Folge gewinnen. Sie schaffte es auch als erste Alpin-Snowboarderin überhaupt, alle drei Kugeln der Parallelwertungen (Gesamtwertung und die beiden Disziplinenwertungen im Parallelslalom und im Parallel-Riesenslalom) in einer einzigen Saison zu gewinnen. Dies hat vor ihr noch kein Snowboarder, weder bei den Männern noch bei den Frauen, geschafft. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gewann sie die Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom.
In der Saison 2016/17 kam sie bei neun Weltcupteilnahmen fünfmal unter die ersten zehn. Dabei siegte sie im Parallel-Riesenslalom in Bansko und belegte zudem zweimal den zweiten Platz. Sie erreichte damit den dritten Platz im Parallel-Weltcup und den zweiten Rang im Parallel-Riesenslalomweltcup. Beim Saisonhöhepunkt, den Snowboard-Weltmeisterschaften 2017 in Sierra Nevada, holte sie die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom und belegte im Parallelslalom den siebten Rang.
Da sich Kummer gegen die Corona-Impfung entschied, musste sie sich als einzige Teilnehmerin der Olympischen Winterspiele 2022 in eine dreiwöchige Hotelquarantäne nördlich von Peking begeben.
Im März 2023 kündigte sie ihren Rücktritt auf Ende Saison an. Ihr letztes Rennen bestritt sie Mitte März 2023 in Berchtesgaden.
Neben dem Sport absolvierte Patrizia Kummer von 2003 bis 2008 die Sportmittelschule HSK-M in Brig am Kollegium Spiritus Sanctus und schloss mit einem Handelsdiplom und der eidgenössischen Matura ab. Sie schloss den Bachelor in Psychologie im Jahr 2013 an der Fernuni Schweiz ab und den Master in Neuro- und Entwicklungspsychologie an der Universität Bern. 2016 eröffnete sie mit ihren Eltern ein Café mit Bed & Breakfast in ihrem Elternhaus in Mühlebach VS. 2023 machte sie den Abschluss in Akupressur und 2024 in Akupunktur- und Tuina bei Biomedica Zürich. Sie arbeitet als selbständige Therapeutin in Traditioneller chinesischer Medizin.
Teilnahmen an Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen
2014 Sotschi: 1. Platz Parallel-Riesenslalom, 9. Platz Parallelslalom
2018 Pyeongchang: 16. Platz Parallel-Riesenslalom
2022 Peking: 14. Platz Parallel-Riesenslalom
2007 Arosa: 13. Platz Parallel-Riesenslalom, 17. Platz Parallelslalom
2009 Gangwon: 3. Platz Parallel-Riesenslalom, 24. Platz Parallelslalom
2011 La Molina: 8. Platz Parallelslalom, 12. Platz Parallel-Riesenslalom
2013 Stoneham: 2. Platz Parallelslalom, 8. Platz Parallel-Riesenslalom
2015 Kreischberg: 7. Platz Parallel-Riesenslalom, 9. Platz Parallelslalom