An diesem Tag

Patrick Groetzki

Deutscher Handballspieler

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Patrick Groetzki (* 4. Juli 1989 in Pforzheim) ist ein deutscher Handballspieler. Er spielte bis zum Sommer 2026 insgesamt 19 Jahre in der Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen und gewann mit dem Verein neun Titel. In der deutschen Männer-Nationalmannschaft absolvierte er 173 Länderspiele, gewann bei den Olympischen Spielen 2016 die Bronzemedaille und wurde mit der U21-Nationalmannschaft Junioren-Weltmeister 2009.

Der Linkshänder wurde in der Jugend auch im rechten Rückraum und auf Rückraum Mitte eingesetzt, spielte aber im Seniorenbereich ausschließlich auf Rechtsaußen und trug die Rückennummer 24. Für alles andere neben dem Handball benutzt er jedoch seine rechte Hand, z. B. auch für Sportarten wie Tennis. Über seine handballbegeisterte Familie lernte Patrick Groetzki seit seiner Geburt Handballhallen kennen und nahm bereits im Alter von 3 Jahren am Bambini-Training teil. Er durchlief beim Heimatverein seiner Eltern SG Pforzheim/Eutingen sämtliche Kinder- und Jugend-Spielklassen. Bereits hier bewies er eine bemerkenswerte Vereinstreue und wechselte 2007 nach 13 Jahren als A-Jugend-Spieler zum ersten und einzigen Mal den Verein zu den Rhein-Neckar Löwen. Bereits seit Oktober 2018 ist Groetzki Rekordspieler der Löwen in der Handball-Bundesliga.

2007 spielte er als Achtzehnjähriger zunächst nur in der ersten und zweiten Herren-Mannschaft der Löwen. Als die A-Jugend (damals noch als SG Kronau/Östringen) sich für das Viertelfinale der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft qualifizierte, wurde er auch in dieser Mannschaft eingesetzt und gewann mit dem Team erstmalig für den Verein die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Nach dem Einstieg bei den Löwen musste schnell ein Spitzname gefunden werden. In Anlehnung an die Eishockey-Legende Wayne Gretzky wurde er zunächst Wayne gerufen. Daraus wurde dann nach kurzer Zeit erst John Wayne und durch den damaligen Trainer Juri Schewzow letztlich „Johnny“. Dabei ist es bis heute geblieben.

Sein erstes Spiel für die Löwen in der Bundesliga gehörte zu seinen kuriosesten. Dazu Groetzki im Interview: „Der erste richtige Einsatz war dann in Hamburg. Wir lagen mit einem Tor hinten, hatten einen Siebenmeter bekommen, fünf Sekunden waren noch auf der Uhr. Der damalige Cheftrainer Juri Schewzow hat mich aufs Feld geschickt und mir eine klare taktische Ansage gemacht: Verwandeln wir den Siebenmeter, sollte ich das Anspiel unterbinden. Der Wurf landete im Tor, Dimitri Torgowanow wollte das Anspiel ausführen – und ich habe das verhindert. Ich habe dafür die Rote Karte gesehen und wir haben den Punkt geholt, weil dabei die Zeit herunterlief, so wie vom Trainer geplant. Ich selbst war tieftraurig.“

In den diversen Meisterschaften und Pokal-Wettbewerben folgten für die Rhein-Neckar Löwen in den Jahren nach 2007 viele Topergebnisse mit Groetzki als Stammspieler auf der Rechtsaußen-Position. 2009 wurde Patrick Groetzki in der Handball-Bundesliga zum Rookie der Saison gewählt. Es dauerte jedoch bis zur Saison 2012/13, bevor er mit den Löwen den ersten Titel mit dem Gewinn des EHF-Pokals feiern konnte. Bei den bisher neun Teilnahmen der Löwen und Groetzki an der EHF Champions League gelang in den Saisons 2008/09 und 2010/11 die Teilnahme am Halbfinale, wo allerdings jeweils Schluss war.

Die bitterste Niederlage für Groetzki war der zweite Platz in der Handball-Bundesliga 2013/14 aufgrund der um 2 Tore schlechteren Tordifferenz gegenüber dem THW Kiel. Die erfolgreichsten Jahre hingegen waren dann die Bundesliga-Saisons 2015/16 und 2016/17, in denen sich die Löwen zwei Titel als Deutscher Handball-Meister sicherten. Auch im DHB-Pokal hatten die Rhein-Neckar Löwen nach zehn erfolglosen Teilnahmen am DHB Final-Four-Turnier den Ruf des ewigen Zweiten, bevor dann der Pokalsieg im Jahr 2018 gelang. Zusätzlich gewannen die Löwen in den Jahren 2016 bis 2018 den DHB Pixum Super Cup. 2020 stand Groetzki kurz davor ein Angebot von Telekom Veszprém anzunehmen, entschied sich aber, auch aus familiären Gründen, für einen weiteren Vertrag mit den Löwen.

In der Bundesliga-Saison 2022/23 unter dem neuen Trainer Sebastian Hinze wurde Groetzki zum Mannschaftskapitän gewählt. Im November 2022 wurde beim Topspiel gegen die Füchse Berlin seine Vertragsverlängerung bis 30. Juni 2026 bekannt gegeben, was dann 19 Jahre bei den Löwen bedeutete. Höhepunkt dieser Saison war der Gewinn des DHB-Pokals 2022/23 im April 2023 mit einem 36:34-Sieg nach Verlängerung und Siebenmeterwerfen gegen den SC Magdeburg.

Zu Beginn der Saison 2023/24 feierte Patrick Groetzki zwei weitere Jubiläen. Beim Auswärtsspiel gegen den Bergischen HC am 23. September 2023 absolvierte er sein 500. Spiel in der Bundesliga. Zwei Spiele später warf er ein 1500. Tor in der Bundesliga am 1. Oktober gegen den TVB Stuttgart. Im November 2023 verletzte er sich an der Plantarfaszie. Er versuchte im Januar 2024 in der Heim-EM-Vorbereitung ein Comeback, aber die Verletzung trat erneut auf, so dass er bis April 2024 ausfiel. Mit den Löwen erreichte er am Saisonende den dritten Platz in der EHF European League beim Final-Four-Turnier in Hamburg.

Groetzki beendete am 7. Juni 2026 seine Karriere und wechselte in das Management der Rhein-Neckar Löwen, die Einarbeitung in der Geschäftsstelle begann bereits im Januar 2025. Zum Ende seiner Karriere war er der einzige Löwen-Spieler, der alle großen Titel der Vereinsgeschichte vom EHF-Cup-Sieg 2013 bis zum DHB-Pokalsieg 2023 gewonnen hat und zusätzlich noch eine Deutsche Meisterschaft mit der A-Jugend. Seine 582 Bundesligaspiele, in denen er 1655 Tore erzielte, brachten ihn zu dem Zeitpunkt als drittbester Feldspieler auf Platz 8 in der Liste der ewigen Einsätze.

Mit der Auswahl des Badischer Handball-Verbands gewann er 2006 den Länderpokal und wurde in das All-Star-Team berufen. Seine Nationalmannschafts-Karriere startete 2006 in der Jugend-Nationalmannschaft. Nach einem neunten Platz bei der U18-Europameisterschaft 2006 in Estland verpasste der Jahrgang die Qualifikation zur U19-Weltmeisterschaft 2007 in Bahrein. In der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft wurde Patrick Groetzki meistens als Spielmacher auf der Rückraum-Mitte-Position eingesetzt, da es in dem Jahrgang sehr viele gute Linkshänder gab. Bei der U20-Europameisterschaft 2008 in Rumänien wurde die Mannschaft Vizeeuropameister und Patrick Groetzki zum MVP des Turniers gewählt. In der folgenden U21-Saison 2008/09 wechselte er auf seine Stammposition Rechtsaußen und wurde mit 86 Toren in 18 Spielen zum Top Scorer der Mannschaft. Der Höhepunkt dieser Saison war der Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft 2009 in Ägypten, bei der Groetzki als bester deutscher Torschütze in das All-Star-Team gewählt wurde.

Noch vor der U21-Weltmeisterschaft wurde er im Mai 2009 von Bundestrainer Heiner Brand zu einem Nationalmannschaftslehrgang der Männer-Nationalmannschaft eingeladen. Sein erstes Länderspiel bestritt er am 17. Juni 2009 in der Porsche-Arena in Stuttgart gegen Belarus. Den überraschenden Gewinn der Europameisterschaft 2016 verpasste Patrick Groetzki verletzungsbedingt. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewannen er und die deutsche Nationalmannschaft die Bronzemedaille. Dafür wurden er und die Mannschaft vom Bundespräsidenten mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

Nachdem Groetzki für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio und für die Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei nicht berücksichtigt wurde, nominierte Alfreð Gíslason ihn nach einer guten Hinrunde der Saison 2022/23 für die Weltmeisterschaft 2023 in Polen und Schweden. Dies war seine siebte WM-Teilnahme, womit er zusammen mit Silvio Heinevetter deutscher Rekordteilnehmer bei Weltmeisterschaften wurde. Gemeinsam mit Christian Schwarzer führt Groetzki (beide 51 Partien) nach dieser WM die Statistik der meisten Spiele eines Deutschen im Rahmen einer Weltmeisterschaft an. Die deutsche Mannschaft erreichte den 5. Platz. Im letzten Vorbereitungsspiel vor der Europameisterschaft 2024 in Deutschland verletzte er sich am Fuß und musste somit zum wiederholten Mal auf ein Großturnier mit der Nationalmannschaft verzichten.

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