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Pasquale Malipiero

Doge von Venedig (1457–1462)

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Pasquale Malipiero (* um 1392 in Venedig; † 5. Mai 1462 ebenda) war nach der Zählweise der staatlich kontrollierten Geschichtsschreibung der Republik Venedig ihr 66. Doge. Während seiner Regierungszeit vom 27. Oktober 1457 bis zu seinem Tod erlebte Venedig eine Zeit des Friedens.

Zwischen 1429 und 1457 war er fast ununterbrochen in Diensten der Republik Venedig tätig, sei es als Diplomat, sei es als Militär. Aber auch in die inneren Machtzirkel wurde er immer wieder gewählt oder bestimmt, so etwa spielte er in Finanzfragen eine wesentliche Rolle, in zahlreichen beratenden Sonder- und Dauerkommissionen (Zonte), aber auch im Rat der Zehn. Auch votierte er für die Absetzung seines Vorgängers Francesco Foscari.

Die Familie Malipiero stammt möglicherweise aus Böhmen, in ihrer mythischen Familiengeschichte führen die Malipiero ihre Herkunft aber auf einen Gefährten des Trojaners Antenor zurück. Auch den Rückgriff auf römische Traditionen pflegte Venedig zunehmend, etwa, wenn auf einer seiner Medaillen in Anspielung auf das römische S.P.Q.R. ein S.P.Q.V. erscheint, also ein Senatus Populusque Venetianus; bei Pasquale Malipiero erscheint eine entsprechende Anspielung mit S.V.Q.C. (Senatus Venetusque Consultus).

Pasquale wurde als Sohn des Francesco di Fantino, geboren, der dem Familienzweig aus S. Severo entstammte. Nach Marco Barbaro hatte er fünf Brüder mit Namen Girolamo, Domenico, Fantino, Bernardo sowie Giorgio, doch der Name ihrer Mutter ist nicht überliefert. Ihr 1362 geborener Vater war im Dezember 1400 einer der 41 Wähler des Dogen Michele Steno.

Pasquale Malipiero heiratete 1414 Giovanna Dandolo di Antonio, die zu demjenigen Zweig der Familie Dandolo gehörte, der auf der Giudecca ansässig war. Das Paar hatte mindestens drei Söhne, nämlich Lorenzo, Antonio und Polo (die venezianische Form von Paolo oder Paulus), und eine Tochter namens Maddalena. Die drei jungen Männer gelangten durch die übliche Balla d’oro mittels Losverfahren 1438, 1439 und 1445 in den Großen Rat, die Generalversammlung der adligen, erwachsenen Männer Venedigs. Der einzige der Söhne, der heiratete, war Polo. Er ehelichte 1448 Perina Ruzzieri, Tochter des Francesco Ruzzieri. Sie schenkte ihm einen Sohn namens Carlo, mit dem dieser Zweig der Familie ausstarb. Die Tochter Maddalena heiratete 1434 Giacomo Gabriel di Zaccaria.

Über Jugend und Ausbildung des späteren Dogen ist nichts bekannt. Wahrscheinlich erhielt er seine Ausbildung in der Handelspraxis, eine Tätigkeit, die er aber bald seinen Brüdern überließ. Er selbst zog eine Ämterlaufbahn vor. Die Mittel der Familie waren in jedem Falle vergleichsweise bescheiden.

Erste Ämter: Albanien, Istrien und Dalmatien

Erstmals erscheint Pasquale Malipiero in dieser Hinsicht als gewählter sindico und provveditore in Albanien, Dalmatien und auf Istrien am 28. Februar 1429. Auslöser waren Gerüchte, dass es in diesen Gebieten durch venezianische Amtsträger zu schweren finanziellen Schädigungen der Republik und auch der dortigen Bevölkerung gekommen war. Gemeinsam mit seinem Kollegen Paolo Vallaresso – der zuvor bereits Provveditore in Dalmatien war – stellte Malipiero von Mitte April bis Ende Oktober Untersuchungen an, die in vielen Fällen den Verdacht des Senats bestätigten. Am 3. November erstatteten die beiden Männer nach ihrer Rückkehr im Senat Bericht. Alessandro Zorzi, der ehemalige Conte von Zara wurde für schuldig befunden, sich nicht an sein Mandat gehalten zu haben. Ebenso wie in diesem Fall schlugen die beiden Provveditori am 27. Januar 1430 im Senat vor, Andrea Minio, den ehemaligen Bailò und Capitanio von Durazzo hart zu bestrafen. Er hatte sich dort demnach mehrfach an jungen Frauen vergangen. Die beiden Berichterstatter kehrten im Mai 1430 nach Zara zurück, diesmal, um das dortige Abrechnungsgebaren einer umfassenden Untersuchung zu unterwerfen. Auch dort entdeckten sie schwere Verstöße.

Konsul in Trani (1435), Gesandter in Genua (1437 – Ende 1438), Konzil von Florenz (1439)

Ab September 1435 verdichtet sich die Überlieferung über den Cursus honorum Malipieros, als er zum Konsul von Trani in Apulien gewählt wurde. Den einzigen Auftrag zu einer diplomatischen Mission erhielt er am 21. Februar 1437, als er zum Gesandten nach Genua gewählt wurde. Er bat zwar am 17. Dezember darum, wegen privater Angelegenheiten zurückkehren zu dürfen, doch wurde er im Frühjahr 1438 wieder nach Genua gesandt, wo er sich bis Dezember 1438 aufhielt.

Ende Januar kehrte Pasqualigo nach Venedig zurück. Bereits am 3. Februar wurde er in eine neue Position als einer von fünf Savi oder Sapientes gewählt, wie man die Spezialisten für einen je spezifischen Themenkreis nannte. Dann reiste er an den Hof Papst Eugens IV. zum Konzil nach Florenz.

Senator (1439), Verhandlungen in der Lombardei, Podestà von Padua (1441–1442)

Am 20. September 1439 wurde er in den Senat gewählt, am 3. Mai 1440 wurde er zum Orator am Hof Francesco Sforzas gewählt, zu den Kommandanten der venezianischen Truppen in der Lombardei, zur Kontrolle der Condottieri, die im Kampf für Venedig engagiert waren. In dieser Funktion verhandelte er zwischen Juni und Oktober 1440 mit den Vertretern der Kommunen des Bresciano und des Bergamasco über ihre Unterstellung unter Venedig. In dieser Zeit entwickelte sich ein Verhältnis gegenseitiger Achtung zwischen dem Mailänder und dem Venezianer, das alle Auseinandersetzungen überdauerte.

Das Amt eines Podestà von Verona, in das er am 25. November 1440 gewählt wurde, lehnte er zugunsten desjenigen von Padua ab, für das er sich am 6. Dezember entschied. Mitte März 1441 trat er das Amt an, das er bis Mitte des nächsten Jahres führte.

Rat der Zehn (1442), Kleiner Rat, Gesandter in Bologna (1443–1444)

Wiederum am 12. August 1442 wurde er in den Senat gewählt, am 9. September in den Rat der Zehn, am 30. September zum Savio di Terraferma auf vier Monate. Am 27. Januar 1443 wurde er in den Kleinen Rat, den Minor Consiglio, berufen, wo er bis Ende September einen Sitz hatte. Am 5. September wurde er zum Gesandten nach Bologna gewählt, wo er sich bis April 1444 aufhielt.

Savio del Consiglio (1444), Avvogador di Comun (1445), Gesandter in Rom (bis 1446)

Am 31. Dezember 1444 wurde er zum Savio del Consiglio gewählt. Um in Venedig bleiben zu können, lehnte Malipiero die Wahl zum Gesandten nach Mailand 1445 ab, dann auch die Wahl zum Gesandten nach Bologna. Er begründete die Ablehnung mit Gesundheitsproblemen. Schließlich lehnte er auch eine Gesandtschaftsreise nach Mailand ab, nahm jedoch am 12. Juni 1445 die Wahl zum Avvogadore di Comun an, einer Art Oberstem Ankläger des Staates. Die prestigeträchtige Gesandtschaft an den päpstlichen Hof vom 18. Dezember 1445 lehnte er allerdings nicht ab. Im Gegenzug räumte ihm der Senat drei Tage später ein, bei Rückkehr wieder sein Amt aufnehmen zu dürfen. Dies geschah allerdings erst im Mai 1446.

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