An diesem Tag

Pascal Roller

Deutscher Basketballspieler

Anúncio

Pascal Roller (* 20. November 1976 in Heidelberg) ist ein ehemaliger deutscher Basketball-Nationalspieler. Die Karriere des Aufbauspielers (engl.: Point Guard) ist eng mit den Frankfurt Skyliners verbunden, für die er von 1999 bis 2011 mit einem Jahr Unterbrechung spielte. Mit dem Team wurde er Pokalsieger 2000 und Deutscher Meister 2004. Persönlich erreichte er die Auszeichnungen als Spieler des Jahres 2004 und Most Likeable Player 2010. Diese Auszeichnung wurde im Folgejahr zu seinem Karriereende in Pascal Roller Award umbenannt. Mit der Nationalmannschaft wurde er Dritter der Weltmeisterschaft 2002, Vize-Europameister 2005 und er nahm 2008 an den Olympischen Spielen teil.

Großen Anteil an Pascal Rollers sportlichen Entwicklung in der Jugend hatte seine Schwester Julia. Sie motivierte ihn zu einer klassischen Ballettausbildung, die er im Alter von 5 bis 15 absolvierte. Sie war es auch, die ihn im Alter von 10 Jahren mit zum Basketballtraining beim USC Heidelberg nahm. Das Ballet half dem jungen Pascal Roller auch im Basketball. So äußerte sich sein Jugendtrainer Joachim Klaehn: „Pascal war ein echtes Bewegungstalent. Seine große Antrittsschnelligkeit, eine unglaubliche Koordination und ein klarer Kopf waren seine Stärke“. Auch in späteren Jahren wurde seine ungewöhnliche Vorausbildung oft thematisiert. So äußerte er sich während der Halbfinalserie 2005 gegen Alba Berlin gegenüber der Berliner Zeitung: „Die Art, wie man sich in der Luft stabilisiert, habe ich zum Beispiel beim Tanzen gelernt“.

1993 wechselte Pascal Roller zum nahen TV Langen um am dortigen Basketball-Teilzeitinternats (BTI) die schulische und die sportliche Ausbildung zu kombinieren. Er spielte außer im Nachwuchsbereich auch bereits in der 2. Basketball-Bundesliga. Nach einem Jahr wechselte er zum Ligakonkurrenten SV 03 Tübingen. Am dortigen Keplergymnasium machte Roller sein Abitur

Gemeinsam mit Robert Maras begann er seine Profilaufbahn 1996 beim USC Freiburg, ebenfalls in der Südstaffel der zweiten Bundesliga. Dem Team gelang der Aufstieg in die erste Liga. Dort entwickelte sich Pascal Roller mit im Schnitt 10,2 Punkten zu einem Leistungsträger und hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Seine Leistung blieb nicht unbeachtet und er wurde ins Nationalteam berufen. Sein Debüt im DBB-Trikot gab Roller am 28. Mai 1999.

Im Sommer 1999 unterschrieb Pascal Roller beim neugegründeten Bundesligateam Skyliners Frankfurt. Seine vorgesehene Aufgabe war, als zweiter Point Guard Backup hinter dem Routinier und damaligen Nationalspieler Kai Nürnberger zu sein. Trotz seiner Rolle als Ergänzungsspieler war Roller bereits in seinem ersten Frankfurter Spiel mit 19 Punkten beim Auswärtssieg gegen den SSV ratiopharm Ulm Topscorer. Auch am größten Erfolg dieser Saison, dem Sieg im Pokalfinale gegen den Favoriten Alba Berlin, hatte er seinen Anteil mit 12 Punkten. Er musste in diesem Spiel unter anderem den etwa 20 cm größeren Henrik Rödl verteidigen. „Pascal und Kai haben die Partie für uns entschieden“, erinnerte sich der damalige Trainer Stefan Koch 2010 an dieses Spiel. Insgesamt war seine Rolle im Team kleiner als im Jahr zuvor im sportlich weniger erfolgreichen Freiburg – er spielte 25 Minuten statt wie zuvor 37 Minuten im Durchschnitt, seine durchschnittlich erzielten Punkte sanken dementsprechend von 10,8 auf 7,2.

Zu Beginn der Saison 2000/2001 war Pascal Roller verletzt (Anriss des Syndesmoses), so dass er lediglich in 19 der 30 Saisonspiele eingesetzt wurde. Jedoch konnte er bei etwa gleich bleibender Einsatzzeit je Spiel seine Punktausbeute 8,9 erhöhen. Zurückzuführen war dies unter anderem auf die auf über 43 % verbesserte Erfolgsquote der Dreipunktwürfe. Da in der gleichen Spielzeit auch Kai Nürnberger verletzt war, wurde als dritter hochklassiger Spielgestalter Derrick Taylor verpflichtet. Dieser blieb trotz guter Leistungen jedoch nur elf Spiele, bis die Verletzungssorgen des Teams ausgestanden waren. Dies sei laut Teammanager Gunnar Wöbke vor allem eine Entscheidung für den jungen Pascal Roller gewesen.

In der darauffolgenden Saison spielte Roller erstmals mehr als Kai Nürnberger, bei nochmals deutlich verbesserten Wurfquoten (32 Minuten, 50,7 % Zweier, 46,4 % Dreier). Lediglich die beiden (zu der Zeit erlaubten) US-Profis Marcus Goree und Chad Austin erhielten unter dem neuen Trainer Gordon Herbert mehr Spielzeit als er. Seine Effektivität für den Hauptrundenersten Opel Skyliners war größer als drei Jahre zuvor für den Absteiger USC Freiburg. Er wurde in diesem Jahr erstmals von den Fans der Basketball-Bundesliga in das Team Süd des Allstar-Days gewählt.

Trotzdem gilt die Saison 2002/2003 als sein endgültiger Durchbruch, auch aus Rollers eigener Sicht. Er bestätigte seine guten Leistungen sowohl in der Bundesliga (Punkteschnitt auf 15,8 gesteigert) als auch im ULEB Cup gute Leistungen. Dort steigerte er seine Erfolgsquote durch gute Wurfauswahl noch einmal auf über 50 %. Gleichwohl gingen seinen Punktausbeute und Effektivität gegenüber der Vorsaison in der höherklassigen EuroLeague leicht zurück. Pascal Roller wurde ein weiteres Mal als Allstar gewählt.

Im Jahr darauf bestätigte er seine sportlichen Leistungen erneut und führte das jüngste Team der Liga zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004. In der gleichen Saison wurde er zum dritten Mal in Folge ins Allstar-Team sowie auch zum Basketballer des Jahres gewählt, dem Vorläufer der Most-Valuable-Player-Auszeichnung der Bundesliga. Tragende Säulen waren neben Roller Tyrone Ellis, Chris A. Williams sowie Mario Kasun, der nach der Saison in die NBA zu den Orlando Magic wechselte.

Unter dem neuen Trainer Murat Didin wiederholte das eingespielte Team 2004/2005 die sportliche Leistung. Didin nannte Roller stets Kapitän und hob so seine Rolle im Team hervor. Außerdem prägte er für die drei wichtigsten Spieler Roller, Ellis und Williams den Begriff Bermuda Dreieck. Im fünften Spiel des Viertelfinales gegen die Artland Dragons erreichte Pascal Roller seine Playoff-Bestleistung mit 25 Punkten bei fünf erfolgreichen Dreiern. Nach dem darauffolgenden ersten Halbfinalspiel gegen Alba Berlin sagte deren Trainer Henrik Rödl über Roller: „Es war vielleicht die perfekteste Halbzeit, die Roller je gespielt hat. Wenn jemand so drauf ist, kann man wenig machen“. Roller setzte sich in dieser Serie gegen den direkten Widersacher auf der Pointguard-Position in der Nationalmannschaft, Mithat Demirel durch. Trotz eines Pascal Roller in Topform konnte der Titel nicht verteidigt werden, da sein Team im Finale gegen den Vorjahresgegner GHP Bamberg dieses Mal im fünften und entscheidenden Spiel verlor. Gegner auf der Aufbauposition waren hier Demond Mallet und der noch junge Steffen Hamann. Gemeinsam mit Chris Williams erhielt Roller seine vierte Allstar-Nominierung.

Bei den Europameisterschaften im Sommer 2005 zeigte Roller seine beste Leistung in der Nationalmannschaft. Die errungene Silbermedaille war zusätzlich zu den Leistungen in der vergangenen sechs Jahren in Frankfurt sowie seiner Rolle als Publikumsliebling der Anlass, ihm seitens des Frankfurter Managements einen neuen sechs-Jahres-Vertrag anzubieten. Der Vertrag reichte bis einschließlich 2011 und schloss ein Auslandsjahr ein, da es Pascal Rollers Traum war, in einer internationalen Liga zu spielen.

2005/2006 war das schwerste Jahr der Frankfurter Teamgeschichte. Die Mannschaft entging nach Trainerwechsel nur knapp dem Abstieg. Dennoch erhielt Pascal Roller während der Saison ein Angebot des europäischen Topteams FC Barcelona, um dort den verletzten Backup-Pointguard zu ersetzen. Wegen der sportlichen Lage in Frankfurt bewilligte Gunnar Wöbke ihm den Wechselwunsch nicht. In der Saison 2006/2007 spielte Pascal Roller für ein Jahr beim italienischen Erstligaclub Angelico Biella, nachdem sich im Sommer kein ähnlich attraktive Angebot wie das aus Barcelona für ihn ergeben hatte.

2007 wechselte er zurück zu den Frankfurtern, wo er bis Ende der Saison 2010/2011 unter Vertrag stand.

Zwei seiner größten Erfolge erreichte Roller im Nationaltrikot. Er gewann die Bronze-Medaille bei der WM 2002 in Indianapolis, USA, sowie die Silbermedaille bei der Basketballeuropameisterschaft in Serbien und Montenegro 2005, an deren Erlangung er neben Dirk Nowitzki großen Anteil hatte.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Pascal Roller | World in Stories