Die Parkinson-Krankheit oder der Morbus Parkinson entsteht durch einen langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn. Die charakteristischen Symptome sind Bewegungsarmut, Muskelstarre und Ruhetremor. Ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung über 60 Jahren ist von dieser Krankheit betroffen (Stand 2004). Die Parkinson-Krankheit ist damit nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung der Welt.
Die Leitsymptome (auch Kardinal- oder Kernsymptome genannt) sind:
frühe Symptome (Prodromalsymptome) können den motorischen Manifestationen um Jahre oder sogar Jahrzehnte vorausgehen
Verminderter oder veränderter Geruchssinn (Hyposmie)
Stimmungsschwankungen (leichte Reizbarkeit) mit leichten Depressionen
Störung des Traumschlafs durch häufige und starke Bewegungen während des REM-Schlafs (im gesunden Zustand normalerweise bewegungslos)
motorische Krankheit im Hauptstadium (niedriger Dopaminspiegel)
Bradykinese, Hypokinese oder Akinese: verlangsamte Bewegungen, verminderte Bewegungsamplitude bis hin zu Bewegungslosigkeit
Rigor: wächserne (bleirohrartige) Muskelstarre bzw. unelastische erhöhte Ruhespannung
Gangstörung: „unrunde“ Bewegung beim längeren Laufen (Fuß etwas nachziehen)
Tremor: Muskelzittern in Ruhe, insbesondere als rhythmisches Zittern der Extremitäten
Die Handschrift wird etwas kleiner
Posturale Instabilität: Vorgebeugte Haltung, Gleichgewichtsstörungen, Sturzneigung
Die Parkinson-Krankheit ist gekennzeichnet durch das vornehmliche Absterben der dopaminproduzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Struktur im Mittelhirn. Der Mangel an dem Botenstoff Dopamin führt letztlich zu einer Verminderung der aktivierenden Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde und somit zu den Bewegungsstörungen.
Es gibt bis heute noch keine Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung der Parkinson-Krankheit, weshalb nur eine Behandlung der Symptome möglich ist. Mit einem Fortschreiten der Krankheit werden häufig mehrere Medikamente kombiniert, die in immer kürzeren Abständen eingenommen werden müssen, um eine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen und Wirkschwankungen zu vermeiden. Fortgeschrittene Therapieoptionen bestehen in einer kontinuierlichen Apomorphin-Infusion, kontinuierlichen L-Dopa-Infusion oder einer tiefen Hirnstimulation.
Ältere und umgangssprachliche Bezeichnungen: Parkinsonsche Krankheit, Schüttelkrankheit, Paralysis agitans, Schüttellähmung oder Zitterlähmung. Parkinsons-Syndrom oder Parkinsonismus bezeichnet das reine Symptombild ohne Bezug zu einer Ursache.
Der Begriff Parkinson-Syndrom bezeichnet Erkrankungen mit den oben genannten Leitsymptomen. Die Parkinson-Krankheit, bei der bestimmte dopaminproduzierende Nervenzellen absterben, umfasst hingegen auch Aspekte von Behandlung und Verlauf und bezog sich ursprünglich ausschließlich auf das idiopathische Parkinson-Syndrom (das heißt ohne bekannte äußere oder genetische Auslöser). Liegt indes eine bestimmbare äußere Ursache zugrunde, sprechen die Ärzte von einem sekundären oder symptomatischen Parkinson-Syndrom. Liegt ein neurodegeneratives Krankheitsbild mit anderem Schädigungsmuster, mit zum Teil auch weiteren Symptomen vor, so werden diese atypische Parkinson-Syndrome genannt.
Somit ergibt sich folgende Einteilung der Parkinson-Syndrome: