Park Geun-hye (; * 2. Februar 1952 in Daegu) ist eine ehemalige südkoreanische Politikerin und war von 2013 bis 2017 die Präsidentin des Landes. Sie ist die ehemalige Vorsitzende der konservativen Saenuri-Partei.
Nach langen Protesten aufgrund von Korruptionsvorwürfen wurde sie am 9. Dezember 2016 vom Amt suspendiert und am 10. März 2017 durch das Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben. In der Folge wurde sie ab 2018 in mehreren Gerichtsverfahren zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und einer hohen Geldstrafe wegen Korruption und anderer Verbrechen verurteilt. Park blieb den Verhandlungen fern, weil sie politisch motiviert seien. Im Dezember 2021 wurde Park von ihrem Nachfolger Moon Jae-in begnadigt.
Park ist die Tochter des Generals und langjährigen Präsidenten Park Chung-hee, der das Land nach einem Putsch des Militärs im Jahr 1961 diktatorisch regierte.
Ihre Mutter wurde 1974 bei einem Attentat, das ihrem Vater galt, von einem in Japan lebenden Koreaner erschossen. In den folgenden Jahren übernahm sie an Stelle ihrer Mutter die Rolle der First Lady. Choi Tae-min, ein Führer einer Sekte und ein Vertrauter von Park Chung-hee, kümmerte sich um den seelischen Beistand von Park Geun-hye. Die Beziehung zwischen den beiden soll aber nicht nur eine Mentor-Schülerin-Beziehung gewesen sein. Durch WikiLeaks wurde ein Bericht des damaligen US-Botschafters in Südkorea bekannt, worin dieser über Gerüchte berichtete, dass Choi, ein „koreanischer Rasputin“, Park Geun-hye kontrolliere. Durch die Nähe zur Macht konnte die Familie Choi ihren Reichtum enorm vergrößern. Durch diese Beziehung lernte Park Geun-hye auch Choi Soon-sil, die Tochter von Choi Tae-min, kennen.
1979 wurde ihr Vater vom Geheimdienstchef Kim Jae-kyu erschossen. Sie arbeitete danach bei einer Stiftung. 1993 wurde sie Vorsitzende der Koreanischen Kulturgesellschaft.
1997 nach Ausbruch der Asienkrise entschloss sie sich entgegen ursprünglichen Wünschen, in die Politik zu gehen. Sie wurde 1998 in die südkoreanische Nationalversammlung gewählt, der sie bis 2012 angehörte. Schon im Mai 2000 wurde sie stellvertretende Vorsitzende der Grand National Party. Im Mai 2001 traf sie sich mit Kim Jong-il. Im März 2004 folgte sie Lee Hoi-chang als Vorsitzende der konservativen Partei nach.
2006 wurde sie im Wahlkampf mit einem Messer angegriffen und verletzt. Im selben Jahr gewann ihre Partei die Regionalwahlen gegen die regierenden Sozialdemokraten. Sie kandidierte für die Präsidentschaftswahl 2007, unterlag aber in einer parteiinternen Vorwahl Lee Myung-bak, der dann auch zum Präsidenten Südkoreas gewählt wurde.
Im Dezember 2011 wurde sie erneut zur Vorsitzenden der Grand National Party gewählt, die sich im Februar 2012 in Saenuri-Partei umbenannte. Der Erfolg der Saenuri-Partei bei der Parlamentswahl im April 2012 wurde wesentlich als ihr Verdienst gewertet. Nach der Parlamentswahl trat sie vom Parteivorsitz zurück, um sich auf die Präsidentschaftskandidatur zu konzentrieren. Am 20. August 2012 wurde sie zur Präsidentschaftskandidatin der Saenuri-Partei gewählt und gewann schließlich am 19. Dezember 2012 als erste Frau die Präsidentschaftswahl. Ihre Vereidigung und der Amtsantritt folgten am 25. Februar 2013.
Während die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer 2007/08 gescheiterten Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur noch auf Steuersenkungen, Regulierungsabbau und innerer Sicherheit lagen, vertrat Park seit 2009 verstärkt auch soziale Themen. Hatte sie den Putsch von 1961 früher noch gerechtfertigt, sagte Park zuletzt, die Geschichte werde entscheiden. Ihr Programm stand unter dem Leitmotiv „wirtschaftliche Demokratisierung“, welche die Ungleichverteilung des Reichtums überwinden und die Jugendarbeitslosigkeit verringern sollte.
2014 wurde Park die Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der Technischen Universität Dresden verliehen. Bei der viel beachteten Dresdner Rede machte Park konstruktive Vorschläge an die nordkoreanische Führung, um die beiden Koreas näherzubringen. Sie sagte in ihrer Rede, eine Wiedervereinigung wäre für sie ein „Jackpot“.
Die vorsichtige Annäherungspolitik zum nördlichen Nachbarn wurde buchstäblich zerstört, als im August 2015 eine von nordkoreanischen Soldaten verlegte Mine an der südkoreanischen Grenze explodierte. Südkoreanische Soldaten wurden dabei schwer verletzt. Als Antwort ließ die südkoreanische Regierung riesige Lautsprecheranlagen an der Grenze zum Norden errichten und beschallte nordkoreanische Grenzposten mit Propaganda. Mehrere nordkoreanische Atom- und Raketentests, die zuvor von den UNO-Resolutionen verboten wurden, führten dazu, dass die gemeinschaftlich betriebene Industrieregion Kaesŏng ein Ende fand.
Im September 2015 nahm Park an der Militärparade zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes in China teil. Dies wurde als vorsichtige Annäherungspolitik zwischen China und Südkorea angesehen. Seit der Entscheidung der Park-Regierung, THAAD zu stationieren, ist die zwischenstaatliche Beziehung drastisch abgekühlt.
Im Dezember 2015 unterzeichneten die Vertreter der japanischen und südkoreanischen Regierungen das Abkommen zur Beilegung des langanhaltenden Trostfrauen-Problems. Japan entschuldigte sich und zahlte 1 Mrd. Yen (zirka 8,3 Mio. US-Dollar) an die noch lebenden Opfer. Im Gegenzug erklärte sich die südkoreanische Seite bereit, unter anderem die Trostfraustatue vor der japanischen Botschaft zu entfernen. Die Entscheidung wurde jedoch ohne Diskurs mit der Bevölkerung getroffen und war ein Ergebnis des politischen Drucks der USA gewesen. Am 28. Dezember 2016 errichteten südkoreanische Demonstranten eine neue Trostfraustatue außerhalb des japanischen Konsulats in Busan. Die bilaterale Beziehung zwischen den beiden Staaten gilt seit langem als unterkühlt. Neben dem Trostfrauen-Problem gibt es Streit wegen des territorialen Anspruchs auf die Insel Dokdo/Takeshima, wegen der Bezeichnung für das Meer zwischen Japan und Korea Ostmeer/Japanisches Meer, wegen der Einschreinung einiger Kriegsverbrecher im Yasukuni-Schrein und wegen der revisionistischen Haltung der japanischen Regierung zur Geschichte, insbesondere dem Versuch, die Schulbücher in diese Richtung zu ändern.
Kritik bekam Park Geun-hye für ihre Politik sowohl im In- als auch im Ausland für ihren Versuch, die Geschichtsbücher in den Schulen zu vereinheitlichen. Regierungskritiker warfen ihr vor, dabei die Rolle ihres Vaters Park Chung-hee in der koreanischen Geschichte beschönigen zu wollen. Die südkoreanische Regierung hat dabei mehrmals die japanische Regierung für ihren Geschichtsrevisionismus kritisiert.
Ende Oktober 2016 geriet Parks Beziehung zu Choi Soon-sil, Tochter des Pastors Choi Tae-min, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. So wurde bekannt, dass Choi Zugriff auf vertrauliche Regierungsdokumente hatte, obwohl sie keine offizielle Position in der Regierung bekleidete. Dennoch agierte sie als Beraterin für die Präsidentin. So wurde beispielsweise Chois Tablet mit der von ihr überarbeiteten Dresdner Rede gefunden. Es wurden Anschuldigungen laut, Choi würde ihren Einfluss nutzen, um Unternehmen zu Spenden zu erpressen. So soll sie unter anderem den Samsung-Konzern dazu erpresst haben, 43 Mrd. Won (ca. 36 Mio. US-Dollar) an mehrere als Stiftungen getarnte Briefkastenfirmen zu zahlen. Im Gegenzug soll die Regierung bei der Fusion der Samsung-Töchter Cheil Industries mit Samsung C&T ausgeholfen haben. Der ehemalige Chef von NPS (Staatliche Pensionskasse) Moon Hyung-pyo und der De-facto-Chef der Samsung-Gruppe Lee Jae-yong wurden verhaftet.
Choi wurde außerdem beschuldigt, das Zulassungsverfahren der Ewha Womans University manipuliert zu haben, damit ihre Tochter, die Dressurreiterin Chung Yoo-ra, die Universität besuchen konnte. Am 25. Oktober 2016 bestätigte Park die Beziehungen zu Choi. Wenige Tage später entließ sie ihre Sekretäre. Die ehemalige Präsidentin der Hochschule, die Dekanin und einige Professoren wurden im Laufe der Ermittlungen verhaftet. Sie hatten Zeugnisse für Chung ausgestellt, obwohl sie nie die Hochschule besucht oder an Prüfungen teilgenommen hatte.