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Panzerkreuzer

Historischer Kriegsschiffstyp

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Als Panzerkreuzer wird ein Kriegsschifftyp bezeichnet, der von ca. 1870 bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg gebaut wurde. Es handelte sich um große, stark bewaffnete und gut geschützte Kreuzer. Charakteristisch war die Panzerung der Schiffsseiten. Abhängig vom Zeitraum und den Vorstellungen der jeweiligen Marine waren Panzerkreuzer für die verschiedensten Aufgaben vorgesehen: Angriffe auf die gegnerischen oder der Schutz der eigenen Seeverbindungen, kampfkräftiges Schiff für Übersee, Aufklärung für die eigene Schlachtflotte, Bekämpfung feindlicher Schlachtschiffe zur Unterstützung der eigenen Schlachtflotte oder, insbesondere für kleinere Marinen, kostengünstige Alternative zu Schlachtschiffen.

Panzerkreuzer kamen im Russisch-Japanischen Krieg intensiv zum Einsatz. Mit der Einführung von Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern vom Dreadnought-Typ ab 1905 waren sie konzeptionell überholt. Trotzdem wurden sie im Ersten Weltkrieg als relativ große und neue Schiffe noch vielfach eingesetzt, wenn sie auch gegen die neuen Großkampfschiffe nicht bestehen konnten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die verbliebenen Schiffe abgewrackt oder bekamen Hilfsaufgaben zugewiesen. Wenige blieben bis zum Zweiten Weltkrieg im operativen Einsatz. Die griechische Georgis Averoff wurde als letzte ihres Typs als Museumsschiff erhalten.

Die Entwicklung des Schiffstyps

Die Entwicklung hochseefähiger Panzerschiffe in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts führte zu Unklarheiten bei der Abgrenzung der Kriegsschifftypen, insbesondere zwischen Schlacht- oder Linienschiffen (Hauptkampfschiffen, engl. „capital ships“) und kreuzenden Schiffen („Kreuzer“ oder „Cruiser“ bezeichnete zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schiffstyp). Entsprechend waren Typbezeichnungen zwischen den Marinen und über die Zeit sehr uneinheitlich, bis sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine gewisse Standardisierung durchgesetzt hatte.

Als Vorform des Typs Panzerkreuzers können die Panzerkorvetten Belliqueuse (1863) und die der Alma-Klasse (1865) der französischen Marine gelten. Die Schiffe waren als kampfkräftige Schiffe für Überseestationen vorgesehen, eine Rolle, die später typisch für große Schiffe des Typs Kreuzer wurde. Sie waren jedoch nicht für den Angriff auf feindliche Seeverbindungen (Handelskrieg, Kreuzerkrieg) gedacht. Bis 1877 folgten drei ähnliche Schiffsklassen, diese wurden ab 1885 als Panzerkreuzer klassifiziert.

Als erste Panzerkreuzer werden die russischen Panzerfregatten der General-Admiral-Klasse (1870) betrachtet. Diese waren für den Handelskrieg konstruiert, was bis zum Bau der Gromoboi (1897) die Hauptaufgabe russischer Panzerkreuzer sein sollte.

Die ersten Panzerkreuzer der britischen Royal Navy gingen auf Überlegungen aus dem Jahr 1866 zurück, den vorgenannten französischen Panzerkorvetten etwas entgegenzusetzen. Dies führte zuerst zu den Zentralbatterieschiffen der Audacious- und Swiftsure-Klasse (1867–1868), die jedoch als Schlachtschiffe 2. Rangs angesehen und auch später so klassifiziert wurden. Der Wunsch nach einer stärkeren Betonung der Kreuzereigenschaften, stärkerer Bewaffnung und dickerem Gürtelpanzer führte zur Shannon (1873) und der nachfolgenden Nelson-Klasse (1874), die als erste britische Panzerkreuzer angesehen werden.

Die im beschriebenen Zeitraum gebauten britischen und russischen Schiffe trugen ihre Geschütze in Breitseitenaufstellung längs der Bordwand hinter Stückpforten, teilweise in gepanzerten Batterien, teilweise ungepanzert. Die französische Marine verwendete bei den späteren Klassen außerdem eine Aufstellung in kreisförmigen Barbetten an Oberdeck. Alle Schiffe verfügten zusätzlich zu dem Antrieb durch Dampfmaschinen über eine Besegelung und erreichten typischerweise 11 bis 14 Knoten. Die Notwendigkeit einer Beseglung ergab sich aus der Tatsache, dass es jenseits der europäischen Gewässer und der nordamerikanischen Ostküste nur wenige Bekohlungsstationen gab, so dass vor Einführung der Dreifachexpansionsmaschine die Brennstoffversorgung nicht ausreichend sichergestellt war.

Die britische Marine entwickelte Ende der 1870er Jahre ein Interesse an in Barbetten aufgestellten Geschützen nach dem Vorbild der französischen Marine. Diese hatten bessere Bestreichungswinkel und boten Vorteile bei starkem Seegang, da die Bewaffnung höher im Schiff aufgestellt war. Dementsprechend erhielt die nächste Schiffsklasse, die Imperieuse-Klasse (1881), eine Hauptbewaffnung in vier rautenförmig angeordneten Barbetten. Die ursprünglich geplante Barktakelage wurde aus Gründen der Gewichtsersparnis, aber auch weil sie sich als nutzlos erwies, weggelassen. Die Schiffe waren als Gegengewicht gegen die großen gepanzerten Handelsstörkreuzer Russlands geplant, aber auch als kampfkräftige Schiffe für Übersee vorgesehen. Russland folgte dem Beispiel und konstruierte mit der Admiral Nakhimov (1884) einen Panzerkreuzer mit einer identischen Geschützaufstellung in Barbetten (zusätzlich mit leichten Turmschilden), um dann wieder zur Breitseitenaufstellung zurückzukehren.

1885 bis 1886 legte die britische Marine mit der Orlando-Klasse für mehr als 10 Jahre ihre letzten Panzerkreuzer auf Stapel. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern war sie an kleinere geschützte Kreuzer angelehnt und waren nicht als Hauptkampfschiffe für Übersee konstruiert. Wie schon die Imperieuse-Klasse wurde sie erheblich schwerer als ursprünglich geplant fertiggestellt, wodurch der schmale Panzergürtel komplett unter Wasser lag und weitgehend nutzlos war. Dies führte zu verbesserten Verfahren zur Gewichtskontrolle in dem Entwurfsprozess der Royal Navy.

Im Jahr 1887 führt die französische Marine Versuche mit der Hulk der Belliqueuse durch, um die Unterschiede in der Wirkung herkömmlicher Granaten mit Schwarzpulver-Füllung und der damals neuartigen hochexplosiven Granaten mit einer auf Pikrinsäure basierenden Füllung zu beurteilen. Die durch die hochexplosiven Geschosse verursachten Schäden brachte die französische Marine zu dem Schluss, dass zukünftig eine ausgedehnte Seitenpanzerung für Kreuzer notwendig sei. Das Ergebnis war die Dupuy-de-Lôme (1888), die als der erste moderne Panzerkreuzer gilt. Ihre Seitenpanzerung aus Nickelstahl erstreckte sich über die ganze Schiffslänge und bis zum Oberdeck. Mit ihrer Panzerung, ihrer für die Zeit hohen geplanten Geschwindigkeit von 20 Knoten und der in Geschütztürmen hoch im Schiff aufgestellten Bewaffnung verursachte sie eine Sensation. Man hielt sie für gleichermaßen geeignet als Aufklärer für die Schlachtflotte, als Handelsstörkreuzer, für den Überseedienst und hielt sie sogar für in der Lage, gegenüber Schlachtschiffen zu bestehen. Tatsächlich war das Schiff jedoch ein Misserfolg, mit unzuverlässiger Antriebsanlage, die nicht die geplante Geschwindigkeit erbrachte, und mit strukturellen Schwächen.

Nach fünf ähnlichen Schiffen (Admiral Charner-Klasse, Pothuau), streckte die französische Marine 1896 den Kiel der von Louis-Émile Bertin konstruierte Jeanne d’Arc, die in Hinblick auf Rumpfform, Antrieb, Konstruktion der Geschütztürme und Panzerungssystem den Prototyp für die weiteren Panzerkreuzer Frankreichs darstellte. Der übertriebene Rammbug der Vorgängerklassen wurde fallengelassen. Sie erhielt Schmalrohrwasserkessel vom Guyot-Temple-Typ, die vor und hinter dem Maschinenraum angeordnet waren; dies war charakteristisch für Bertins Entwürfe und fand auch bei seinen Schlachtschiffen Anwendung. Allerdings war der Kesseltyp noch nicht ausgereift. Die Seitenpanzerung wurde von einem oberen und unteren Panzerdeck, letzteres mit seitlichen Böschungen, eingeschlossen. Der Raum dazwischen war in kleine Räume unterteilt mit Kohlenbunkern an den Schiffseiten, die den Schutz verstärkten („entrepont cellulaire“, ungefähr „unterteiltes Zwischendeck“). Die Aufgabe des Schiffs war jedoch unklar, sie wurde zu ihrer Zeit sowohl als Schiff für den Handelskrieg als auch als Schiff für den Dienst mit der Schlachtflotte beschrieben, was die Streitigkeiten innerhalb der französischen Marine zur Seekriegsstrategie widerspiegelt. Abgesehen von der Kléber-Klasse (1898–1899), die spezifisch als Stationsschiffe für Übersee bestimmt waren, wurden alle weiteren französischen Panzerkreuzer für ein breites Aufgabenspektrum gebaut. Sie sollten in Zusammenarbeit mit Torpedobooten feindliche Flotteneinheiten angreifen, als Aufklärer dienen sowie als Handelsstörer eingesetzt oder in Übersee eingesetzt werden.

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Panzerkreuzer | World in Stories